Der Standard, 9. 12. 2006
Kurzbeschreibung
Die Darstellung des Kindes ist das zentrale Thema seiner Arbeit geblieben. Er verwendet unterschiedlichste Techniken und Stilmittel, neben der Zeichnung, Aquarell- und Ölmalerei und verschiedenen Misch-Techniken ist - seit den 80er-Jahren - vor allem die Fotografie sein wichtigstes Medium, oft in Verbindung mit Performance-Arbeiten. Seit den 90er-Jahren konzentriert er sich auf digitale Fotografie und großformatige Installationen im öffentlichen Raum, zumeist mit sozialem oder gesellschaftspolitischem Anliegen. Ab Ende der 90er-Jahre beginnt er auch Videos in seine Arbeit miteinzubeziehen.
Mit Essays von Thomas Edlinger, Stella Rollig und der israelischen Schriftstellerin Nava Semel.
Über den Autor
Helnweins Aktionen und Ausstellungen provozieren und rufen immer wieder Stürme der Ablehnung hervor. Eine Ausstellung muss sogar wegen heftiger Proteste wieder abgebrochen werden - Begebenheiten, die an das Unverständnis erinnern, das Malern wie Schiele oder Munch zu Lebzeiten entgegengebracht worden ist.
Ende der 70er Jahre setzt sich Helnwein zunehmend mit Figuren der Trivialkultur auseinander. Sein erklärtes Vorbild ist Walt Disney. Ebenfalls in diese Zeit fallen die ersten Entwürfe für Plakate, Plattencover und Zeitschriften (u.a. Spiegel, Stern, Time, Lui, Playboy). Diese Auftragsarbeiten für die Massenmedien nehmen einen immer größeren Raum in seiner Arbeit ein und liegen ihm besonders am Herzen, da er so ein breiteres Publikum erreichen kann, das über den Kunstbetrieb hinausgeht. Helnwein wird zu einem der gesuchtesten internationalen Illustratoren.
1982 lehnt er ein Angebot für einen Lehrstuhl an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung ab. 1985 zieht Helnwein nach Deutschland und beginnt großformatige Fotos mit abstrakt-gestischer Malerei zu verbinden. Seit 1997 lebt und arbeitet Gottfried Helnwein in Irland. 2004 findet die Einzelausstellung "Helnwein-The Child" im Fine Arts Museum in San Francisco statt und 2005 eine Retrospektive im Chinesischen Nationalmuseum der Künste und in der Verbotenen Stadt in Peking.