Inzwischen herrscht ja eine wahre Schwemme an Romanen zu beliebten Fernsehserien, Filmen oder Videospielen. Meist sind diese Auftragsarbeiten aber nichts weiter als Groschenromane und es kaum wert, überhaupt gelesen zu werden. Hier nun also der erste Roman zu meiner liebsten Videospielserie, Fable. Auch hier war ich anfangs skeptisch, doch haben sich meine Befürchtungen rasch in Rauch aufgelöst. Bei "Der Orden der Balverine" handelt es sich nämlich um einen atmosphärischen und sehr gelungenen Romanableger.
Wie bereits erwähnt, ist der Roman gut geschrieben, doch hatte ich zuerst die Sorge, ob denn die Atmosphäre der Spiele auch eingefangen wurde. Denn die Spielereihe besitzt auch ihren ganz eigenen Charme und ihre eigene Spielmechanik. Bei diesem Roman handelt es sich wohl auch "nur" um eine Auftragsarbeit. Zwar um die eines begabteren Autoren, doch stellte ich mir die Frage, wie gut dieser, auch angesichts seines Alters, mit den Fable-Videospielen vertraut ist. Oder handelt es sich hier nur um einen weiteren, beliebigen Fantasyroman, im dem einfach nur ein paar Ortsnamen und Kreaturen aus den Spielen eingefügt wurden? Doch da gebe ich gerne Entwarnung. Der Witz der Spiele, die moralische Ambivalenz, sowie die märchenhaft-dreckige Atmosphäre wurden gut eingefangen.
Über die Handlung (bzw. die zwei Handlungsstränge) des Buches möchte ich gar nicht viele Worte verlieren. Nur so viel: Sie ist spannend, erwachsen und abwechslungsreich. Es werden zwar keine aus den Spielen bereits bekannte Personen genannt, doch die Handlung dürfte etwa zur Zeit von Fable III statt finden (Die Industrialisierung Albions ist bereits eingetreten und es gibt einige Anspielungen auf Teil 3, z. B. die Brightwall-Akademie oder die Balverine-Geheimgesellschaft bei Reaver.).
Das Buch bietet knapp 400 Seiten, jedoch mit einer recht großen Schrift, so dass man recht schnell durch ist. Allerdings habe ich mich in den zwei Tagen des Lesens sehr gut unterhalten und nicht, wie bei manch anderem Fantasyroman, stellenweise gelangweilt. Ich würde zwar behaupten, auch wenn man Fable bisher nicht kannte, kann man Gefallen an diesem Roman finden, um diesen aber vollends genießen zu können, wäre die Kenntnis der Spiele schon ratsam, da sich dieser nicht groß mit Erklärungen aufhält.
Also mein Fazit: Beide Daumen hoch für "Der Orden der Balverine".