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Produktinformation
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Fabian ist ein arbeitsloser Germanist, der durch die Großstadt Berlin zieht auf der Suche nach Arbeit, auf der Suche nach Kontakten. Wir erleben mit, wie er Menschen trifft, die ihn kaufen wollen, wie sich seine Freundin prostituiert, um Schauspielerin zu werden. Sein bester Freund begeht Selbstmord wegen einer lächerlichen Bemerkung. Ein Erfinder tritt auf, der seine Erfindungen, die Arbeitsplätze vernichtet haben, zurücknehmen will, was nicht geht. Die Stadt ist in Auflösung begriffen, die Menschen leben wie in einem Irrenhaus, einem hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth.
Fabian ist ein Außenseiter, ein Moralist, seine Waffe ist die Beobachtung, die Distanz, die durch sarkastische Bemerkungen hergestellt wird. Sein Anspruch besteht darin, zuzusehen, "ob die Welt Talent zur Anständigkeit hat". Kästner stellt dem Moralisten Fabian, ein Mensch übrigens, der moralisch integer ist, ohne dass ihm dies als Lebensentwurf bewusst ist oder er den Zeigefinger erhebt, menschliche Korrumpierbarkeit, Gewissenlosigkeit und Anpassung entgegen. So finden sich im Buch eine ganze Reihe von wirklich gelungenen satirischen Spitzen, wie z.B. eine Tombola, bei der Nahrungsmittel verlost werden oder eine Pöbelei von Menschen als Abendunterhaltung. Kästners Beschreibungen der Menschen sind bissig und schonungslos. Charakteristisch für die Moral der Menschen ist das Verhalten des Redakteurs Müntzer, der etwas unterstützt, an das er nicht glaubt und dessen Falschheit er durchschaut. Von Müntzer heißt es, dass er sein Gewissen chloroformiert hat.
Fabian ist ein Roman mit vielen wirklich gelungenen zeitkritischen Beobachtungen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Schließlich steht im Zentrum von Kästners Gesellschaftskritik die menschliche Schwäche, die Lethargie, genau um die Falschheit der Verhältnisse zu wissen, aber nichts dagegen zu tun -- und diese Kritik hat auch heute nichts von seiner Berechtigung verloren. --Christoph Steven
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein satirisch-ernster Blick auf die frühen 30er,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (Taschenbuch)
Möge das Komitee zur Verfolgung literarisch Ungebildeter mich teeren und federn, aber mit Erich Kästner habe ich bis zur Lektüre dieses Buches eigentlich nur Kinderbücher (oder vielleicht auch vermeintliche Kinderbücher) wie "Das fliegende Klassenzimmer" und "Pünktchen und Anton" oder "Das doppelte Lottchen" verbunden. Als ich dann aber dieses Buch zu meinem Geburtstag geschenkt bekam (der zufälligerweise, wie Kästners auch, der 23. Februar ist) wurde das Präsent mit den Worten begleitet: "Lies das mal, der Kästner hat auch sehr ernsthafte Sachen für Erwachsene geschrieben". Was soll ich sagen (bzw. schreiben), ich war überrascht. Fabian ist ein zynisch-distanzierter junger Akademiker, der in den Wirren der späten Weimarer Republik mit fast hemmungslosem Sittenverfall konfrontiert wird, seinen Job verliert und die hohe Arbeitslosigkeit am eigenen Leib erfährt. Fabian lernt in einer etwas bizarren, leicht (ich betone leicht) kafkaesk anmutenden Szene, eine Frau in seinem Alter kennen - die zufälligerweise ihm direkt gegenüber wohnt. Gerade dieser Handlungsstrang ist voll von Witz und surrealen Momenten - letztere tauchen aber auch immer wieder in anderen Szenen auf. So etwa in einem Kapitel, das in der Originalausgabe zensiert worden war. Fabian hat zu diesem Zeitpunkt noch eine Anstellung. An einem Arbeitstag taucht der Direktor der Firma bei Fabian und seinem Kollegen auf, und fängt nach einigen Sätzen an, sich auszuziehen; er zeigt seinen Mitarbeitern seine Bauchnarben. Surreal wird diese Darstellung durch die völlige Normalität mit der die drei Charaktere dieses Verhalten betrachten und darauf eingehen. Kästner sagt selbst im Vorfeld, daß er mit dieser Satire die "große Arbeitslosigkeit, die der wirtschaftlichen folgende seelische Depression, die Sucht sich zu betäuben, die Aktivität bedenkenloser Parteien", kurz die "Sturmzeichen der nahenden Krise" darstellen wollte. Das gelingt ihm in hervorragender und sehr lesenswerter Weise- es ist zudem interessant (und trotz der eigentlich ernsten Materie eben auch witzig) in diese späte Phase der Weimarer Republik in seiner kulturellen und gesellschaftlichen Vielschichtigkeit einzutauchen... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ergreifend bis zum letzten, fulminanten Satz,
Rezension bezieht sich auf: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (Taschenbuch)
Manche würden Fabian, die Hauptperson in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" als aussichtslosen Fall bezeichnen, als einen vom Pech verfolgten. Zunächst verliert er seine Arbeit, dann seine Freundin Cornelia, seinen Freund Labude und zum Ende auch noch sich selbst. Fabian ist Moralist. Er hofft sein ganzes Leben lang auf das Gute im Menschen und wird stetig mehr und mehr dafür bestraft. Geld ist nicht das Gut, das er erreichen möchte, "Anständigkeit der Menschheit" ist das Zauberwort. Er stellt sich nicht in den Mittelpunkt, immer wieder hilft er dritten Personen aus missligen Lagen, obwohl es ihm selbst zunehmend schlecht ergeht. Ergreifend bis zum letzten Satz mit einem tragischen Ende, was den Fatalismus des Werkes nur noch mehr herauskristalisiert. Die Menschheit bewegt sich auf einen Abgrund zu, doch statt etwas gegen diesen Zustand zu tun, fühlen wir uns pudelwohl in der schwarzdurchtränkten Höhle, die ganze Völker erfasst... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Gang vor die Hunde,
Rezension bezieht sich auf: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (Taschenbuch)
Erich Kästners Buch „Fabian" von 1931 trägt den Untertitel „Die Geschichte eines Moralisten". Der Moralismus, den Kästner hier entwirft, unterscheidet sich so gänzlich von dem, was auch heute noch vielfach darunter verstanden wird.Wesentlicher Bestandteil des konservativen Moralismus war stets die Restriktion der menschlichen Sexualität. Davon kann bei Kästners Buch freilich keine Rede sein. Kästner selbst äußert sich im Anhang wie folgt: „Durch Erfahrungen am eignen Leibe und durch sonstige Beobachtungen unterrichtet, sah er (der Autor) ein, dass die Erotik in seinem Buch beträchtlichen Raum beanspruchen musste ... ihm lag außerordentlich daran, die Proportionen des Lebens zu wahren, das er darstellte. Sein Respekt vor dieser Aufgabe war möglicherweise ausgeprägter als sein Zartgefühl." Kästner wendet sich ausdrücklich gegen „Sittenrichter" jeglicher Façon. Und im Verlauf des Buches sind die für den tragischen Helden tröstlichen Momente insbesondere die, in denen er erotische Erfüllung erleben darf. Moral ist nach Meyers Taschenlexikon definiert als „Gesamtheit von verbindlichen sittlichen und ethischen Normen, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren; Bereitschaft, sich einzusetzen". Diese Bereitschaft zeichnet den Titelhelden aus: Er setzt sich ein für Schwächere, für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Falschheit, gegen ideologische Erstarrungen und somit letztlich auch und gerade gegen die Moralapostel seiner Zeit. Die Zersetzung eines Moralbegriffs, der zum ideologischen Grundgerüst der rückschrittlichen Kräfte gehörte, konnte nicht ohne Widerspruch bleiben. „Fabian" musste den Moralaposteln als Ketzerei erscheinen. Dies war sicherlich ein Grund dafür, dass „Fabian" den Bücherverbrennungen der Nazis zum Opfer fiel. „Fabian" ist das eindrucksvolle Zeugnis einer Welt, die Ihrem Untergang entgegentaumelt. Das Buch ist durchtränkt von Pessimismus, der sich bewahrheiten sollte. Es war gedacht als Warnung.. Der eigentlich von Kästner vorgesehene Untertitel „Der Gang vor die Hunde" war seinerzeit vom Erstverleger nicht zugelassen worden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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