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Fabian. Die Geschichte eines Moralisten [Taschenbuch]

Erich Kästner
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (57 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Februar 1989
Eine brillante und provokante Großstadtsatire im Berlin der frühen 30er Jahre. »Satirischer Roman von Erich Kästner, erschienen 1931. - Das Werk gilt als eine der brillantesten Satiren auf deutsche, insbesondere Berliner Zustände am Ende der zwanziger Jahre und während der großen Wirtschaftskrise um 1930. Titelheld ist der zweiunddreißigjährige Germanist Dr. Jakob Fabian, bisher Adressenschreiber, nun Reklametexter für eine Zigarettenfirma, ein »zarter Ironiker«, der »auf den Sieg der Anständigkeit wartet«, nicht gerade lebenstüchtig ist und von den Menschen immer wieder übervorteilt wird.« (Aus: Kindlers neues Literaturlexikon)

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Fabian. Die Geschichte eines Moralisten + Als ich ein kleiner Junge war + Emil und die Detektive. Ein Roman für Kinder
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: dtv; Auflage: 21. Auflage (1. Februar 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423110066
  • ISBN-13: 978-3423110068
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (57 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Als die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 Bücher und Bilder unliebsamer Künstler verbrannten, waren auch Werke von Erich Kästner darunter. Seine zeitkritischen und satirischen Texte hatten ihn in Ungnade fallen lassen. Der am 23. Februar 1899 in Dresden geborene Journalist und Schriftsteller lebte und arbeitete weiter in Berlin und publizierte im Ausland. Die Gedichtbände "Herz auf Taille" und "Lärm im Spiegel" erschienen 1928 und 1929, ebenso sein bekanntestes Kinderbuch "Emil und die Detektive". Nach dem Krieg lebte Kästner in München und rechnete als Mitglied der "Schaubude" sowie in seinen Hörspielen und Liedern mit den Nazis ab. Er starb am 29. Juli 1974 in München.

Foto: Kaestner(c)Dressler Verlag

Produktbeschreibungen

Amazon.de

Erich Kästner kennen viele nur als Autor von Kinder- und Jugendbüchern. Dass er auch zeitkritische Romane geschrieben hat, wissen die wenigsten. Der Roman Fabian entstand 1931 und beschreibt den moralischen und geistigen Verfall inmitten schwieriger politischer Verhältnisse. Für Kästner gehen in dieser Zeit politischer und moralischer Verfall der Gesellschaft Hand in Hand.

Fabian ist ein arbeitsloser Germanist, der durch die Großstadt Berlin zieht auf der Suche nach Arbeit, auf der Suche nach Kontakten. Wir erleben mit, wie er Menschen trifft, die ihn kaufen wollen, wie sich seine Freundin prostituiert, um Schauspielerin zu werden. Sein bester Freund begeht Selbstmord wegen einer lächerlichen Bemerkung. Ein Erfinder tritt auf, der seine Erfindungen, die Arbeitsplätze vernichtet haben, zurücknehmen will, was nicht geht. Die Stadt ist in Auflösung begriffen, die Menschen leben wie in einem Irrenhaus, einem hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth.

Fabian ist ein Außenseiter, ein Moralist, seine Waffe ist die Beobachtung, die Distanz, die durch sarkastische Bemerkungen hergestellt wird. Sein Anspruch besteht darin, zuzusehen, "ob die Welt Talent zur Anständigkeit hat". Kästner stellt dem Moralisten Fabian, ein Mensch übrigens, der moralisch integer ist, ohne dass ihm dies als Lebensentwurf bewusst ist oder er den Zeigefinger erhebt, menschliche Korrumpierbarkeit, Gewissenlosigkeit und Anpassung entgegen. So finden sich im Buch eine ganze Reihe von wirklich gelungenen satirischen Spitzen, wie z.B. eine Tombola, bei der Nahrungsmittel verlost werden oder eine Pöbelei von Menschen als Abendunterhaltung. Kästners Beschreibungen der Menschen sind bissig und schonungslos. Charakteristisch für die Moral der Menschen ist das Verhalten des Redakteurs Müntzer, der etwas unterstützt, an das er nicht glaubt und dessen Falschheit er durchschaut. Von Müntzer heißt es, dass er sein Gewissen chloroformiert hat.

Fabian ist ein Roman mit vielen wirklich gelungenen zeitkritischen Beobachtungen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Schließlich steht im Zentrum von Kästners Gesellschaftskritik die menschliche Schwäche, die Lethargie, genau um die Falschheit der Verhältnisse zu wissen, aber nichts dagegen zu tun -- und diese Kritik hat auch heute nichts von seiner Berechtigung verloren. --Christoph Steven

Pressestimmen

Verrohung der Welt, Kälte der Gesellschaft, Trägheit der Menschen, dies alles spiegelt sich im meisterhaften und zeitlos aktuellen Roman des großen Moralisten und Humanisten Erich Kästner. Dass sein ›Fabian‹ trotz alledem nicht aufgibt, ist in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft begründet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein satirisch-ernster Blick auf die frühen 30er 18. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Möge das Komitee zur Verfolgung literarisch Ungebildeter mich teeren und federn, aber mit Erich Kästner habe ich bis zur Lektüre dieses Buches eigentlich nur Kinderbücher (oder vielleicht auch vermeintliche Kinderbücher) wie "Das fliegende Klassenzimmer" und "Pünktchen und Anton" oder "Das doppelte Lottchen" verbunden. Als ich dann aber dieses Buch zu meinem Geburtstag geschenkt bekam (der zufälligerweise, wie Kästners auch, der 23. Februar ist) wurde das Präsent mit den Worten begleitet: "Lies das mal, der Kästner hat auch sehr ernsthafte Sachen für Erwachsene geschrieben".
Was soll ich sagen (bzw. schreiben), ich war überrascht. Fabian ist ein zynisch-distanzierter junger Akademiker, der in den Wirren der späten Weimarer Republik mit fast hemmungslosem Sittenverfall konfrontiert wird, seinen Job verliert und die hohe Arbeitslosigkeit am eigenen Leib erfährt. Fabian lernt in einer etwas bizarren, leicht (ich betone leicht) kafkaesk anmutenden Szene, eine Frau in seinem Alter kennen - die zufälligerweise ihm direkt gegenüber wohnt. Gerade dieser Handlungsstrang ist voll von Witz und surrealen Momenten - letztere tauchen aber auch immer wieder in anderen Szenen auf. So etwa in einem Kapitel, das in der Originalausgabe zensiert worden war. Fabian hat zu diesem Zeitpunkt noch eine Anstellung. An einem Arbeitstag taucht der Direktor der Firma bei Fabian und seinem Kollegen auf, und fängt nach einigen Sätzen an, sich auszuziehen; er zeigt seinen Mitarbeitern seine Bauchnarben. Surreal wird diese Darstellung durch die völlige Normalität mit der die drei Charaktere dieses Verhalten betrachten und darauf eingehen.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend bis zum letzten, fulminanten Satz 24. Juni 2003
Von "hehli"
Format:Taschenbuch
Manche würden Fabian, die Hauptperson in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" als aussichtslosen Fall bezeichnen, als einen vom Pech verfolgten. Zunächst verliert er seine Arbeit, dann seine Freundin Cornelia, seinen Freund Labude und zum Ende auch noch sich selbst.
Fabian ist Moralist. Er hofft sein ganzes Leben lang auf das Gute im Menschen und wird stetig mehr und mehr dafür bestraft. Geld ist nicht das Gut, das er erreichen möchte, "Anständigkeit der Menschheit" ist das Zauberwort. Er stellt sich nicht in den Mittelpunkt, immer wieder hilft er dritten Personen aus missligen Lagen, obwohl es ihm selbst zunehmend schlecht ergeht.
Ergreifend bis zum letzten Satz mit einem tragischen Ende, was den Fatalismus des Werkes nur noch mehr herauskristalisiert. Die Menschheit bewegt sich auf einen Abgrund zu, doch statt etwas gegen diesen Zustand zu tun, fühlen wir uns pudelwohl in der schwarzdurchtränkten Höhle, die ganze Völker erfasst...
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Gang vor die Hunde 11. April 2004
Von soya13
Format:Taschenbuch
Erich Kästners Buch „Fabian" von 1931 trägt den Untertitel „Die Geschichte eines Moralisten". Der Moralismus, den Kästner hier entwirft, unterscheidet sich so gänzlich von dem, was auch heute noch vielfach darunter verstanden wird.
Wesentlicher Bestandteil des konservativen Moralismus war stets die Restriktion der menschlichen Sexualität. Davon kann bei Kästners Buch freilich keine Rede sein. Kästner selbst äußert sich im Anhang wie folgt: „Durch Erfahrungen am eignen Leibe und durch sonstige Beobachtungen unterrichtet, sah er (der Autor) ein, dass die Erotik in seinem Buch beträchtlichen Raum beanspruchen musste ... ihm lag außerordentlich daran, die Proportionen des Lebens zu wahren, das er darstellte. Sein Respekt vor dieser Aufgabe war möglicherweise ausgeprägter als sein Zartgefühl." Kästner wendet sich ausdrücklich gegen „Sittenrichter" jeglicher Façon. Und im Verlauf des Buches sind die für den tragischen Helden tröstlichen Momente insbesondere die, in denen er erotische Erfüllung erleben darf.
Moral ist nach Meyers Taschenlexikon definiert als „Gesamtheit von verbindlichen sittlichen und ethischen Normen, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren; Bereitschaft, sich einzusetzen". Diese Bereitschaft zeichnet den Titelhelden aus: Er setzt sich ein für Schwächere, für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Falschheit, gegen ideologische Erstarrungen und somit letztlich auch und gerade gegen die Moralapostel seiner Zeit.
Die Zersetzung eines Moralbegriffs, der zum ideologischen Grundgerüst der rückschrittlichen Kräfte gehörte, konnte nicht ohne Widerspruch bleiben.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Passend zum Kästner Jahr 18. November 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Passend zum Kästner Jahr Dieser Roman Erich Kästners ist eine der besten Geschichten des damals noch jungen Autors, der hier einige seiner eigenen Erfahrungen wiedergibt. Wie er selbst kommt auch der Held des Romans aus Sachsen und es zieht ihn in den Moloch Berlin. Hier kommt der sarkastische und satirische Kästner sehr häufig zum Vorschein. Er zeichnet ein sehr plastisches Bild des Berlins Anfang der 30er Jahre mit seinen Problemen und Ausschweifungen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der aus dem Titel hervorgehende Jakob Fabian. Er hat ein Germanistikstudium hinter sich, arbeitet aber aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage in einer Werbetextagentur aus der er aber nach kurzer Zeit rausfliegt. Arbeitslos und ziellos ohne zu wissen wo er hin will, treibt er durch das chaotische Berlin und lernt dieses mit seinen unterschiedlichen Figuren kennen. Ein besonderer Charakter ist sein Freund Labude. Der eigentlich hochbegabte Student, der sich vor seinen eigenen Wissen fürchtet. Er kommt aus gutbürgerlichen Hause, welches Kästner in seiner ganzen Abartigkeit und Verlogenheit darstellt und bei dem Kästner seiner Abneigung gegen das Großbürgertum einbringt. Auch der sinnlose Freitod Labudes, der eigentlich nur durch einen Scherz, wenn auch einen sehr groben, ausgelöst wurde, zeigt die ganze Dekadenz und Sinnlosigkeit des Lebens am Ende der Weimarer Republik. Dieser Roman ist allen Kästner Fans wärmsten ans Herz gelegt. Aber auch vielen die ihn noch nicht so intensiv kennen- oder schätzengelernt haben, ist dieser Roman wärmstens zu empfehlen. Weil hier die Spritzigkeit und jugendliche Fabulierfreude voll zur Geltung kommen, die ich in manchen seiner Spätwerke doch oft vermißt habe. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5.0 von 5 Sternen Fabian
Ein Buch welches für den Unterricht benötigt wird. Bei Amazon preiswert zu erstehen. Es muss nicht immer Neuware sein. Top!
Vor 2 Tagen von Jörg Beier veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr positiv überascht
Meiner Meinung nach das Buch, welches als erstes nach all den bekannten Kinderbüchern im Heranwachsenden- und Erwachsenenalter von Kästner gelesen werden muss. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Stefan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Überraschend spannend und witzig, dennoch kritisch und ernst.
Da in den anderen Rezensionen zu diesem Buch bereits alles Nennenswerte zu lesen ist, besteht mein Kommentar aus einem schlichten "Fabelhaft".
Vor 4 Monaten von SetsunaMeronpan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Geschenk hat gefallen.
Ich kann selbst nicht viel zu dem Inhalt sagen, da ich es verschenkt habe, aber die Freude war groß. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Bender Verena veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr gut geschriebene Erzählung über Berlin in den 20 er und...
Empfehlenswerter Einblick in eine Gesellschaft welche ihre Moral Vorstellungen verloren hat.
Die Intellektuellen scheitern an ihrer Unfähigkeit zu handeln. Lohnend
Vor 5 Monaten von Eric Hoffmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fabian
Großartiges Sittengemälde des Berlin der Zwanzigerjahre. Etwas überraschender Schluss, was aber den Gesamteindruck keinesfalls stört. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Nico veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Verblüffende, unterhaltsame Dialoge und kuriose Capricen
Viele verblüffende, unterhaltsame Dialoge und kuriose Capricen; gelegentlich meint man, der Autor klopfe sich ob seiner funkelnden, knappen Bonmots und Aperçus diskret selbst... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von HansBlog.de veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Schonungsloses Spiegelbild Deutschlands nach dem Scheitern der...
Bevor ich "Fabian - Die Geschichte eines Moralisten" (ungekürzt: "Der Gang vor die Hunde") gelesen habe, wusste ich gar nicht, dass Erich Kästner außer seinen... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Ghostwriter veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Sittengemälde
Die Geschichte über Fabian und seine Zeit ist eine brillante Großstadtsatire aus dem Berlin Anfang der 30er Jahre. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von trojafan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Moralisten!
Fabian, ein arbeitsloser Germanist, erzählt provokant von seinem Leben in der Großstadt, von der Arbeitslosigkeit, den Frauen und der trügerischen Fassade der... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von naseweis veröffentlicht
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