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Fabian. Die Geschichte eines Moralisten [Taschenbuch]

Erich Kästner
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Februar 1989
Eine brillante und provokante Großstadtsatire im Berlin der frühen 30er Jahre.

»Satirischer Roman von Erich Kästner, erschienen 1931. - Das Werk gilt als eine der brillantesten Satiren auf deutsche, insbesondere Berliner Zustände am Ende der zwanziger Jahre und während der großen Wirtschaftskrise um 1930. Titelheld ist der zweiunddreißigjährige Germanist Dr. Jakob Fabian, bisher Adressenschreiber, nun Reklametexter für eine Zigarettenfirma, ein »zarter Ironiker«, der »auf den Sieg der Anständigkeit wartet«, nicht gerade lebenstüchtig ist und von den Menschen immer wieder übervorteilt wird.« (Aus: Kindlers neues Literaturlexikon)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: dtv (1. Februar 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423110066
  • ISBN-13: 978-3423110068
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.807 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Erich Kästner kennen viele nur als Autor von Kinder- und Jugendbüchern. Dass er auch zeitkritische Romane geschrieben hat, wissen die wenigsten. Der Roman Fabian entstand 1931 und beschreibt den moralischen und geistigen Verfall inmitten schwieriger politischer Verhältnisse. Für Kästner gehen in dieser Zeit politischer und moralischer Verfall der Gesellschaft Hand in Hand.

Fabian ist ein arbeitsloser Germanist, der durch die Großstadt Berlin zieht auf der Suche nach Arbeit, auf der Suche nach Kontakten. Wir erleben mit, wie er Menschen trifft, die ihn kaufen wollen, wie sich seine Freundin prostituiert, um Schauspielerin zu werden. Sein bester Freund begeht Selbstmord wegen einer lächerlichen Bemerkung. Ein Erfinder tritt auf, der seine Erfindungen, die Arbeitsplätze vernichtet haben, zurücknehmen will, was nicht geht. Die Stadt ist in Auflösung begriffen, die Menschen leben wie in einem Irrenhaus, einem hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth.

Fabian ist ein Außenseiter, ein Moralist, seine Waffe ist die Beobachtung, die Distanz, die durch sarkastische Bemerkungen hergestellt wird. Sein Anspruch besteht darin, zuzusehen, "ob die Welt Talent zur Anständigkeit hat". Kästner stellt dem Moralisten Fabian, ein Mensch übrigens, der moralisch integer ist, ohne dass ihm dies als Lebensentwurf bewusst ist oder er den Zeigefinger erhebt, menschliche Korrumpierbarkeit, Gewissenlosigkeit und Anpassung entgegen. So finden sich im Buch eine ganze Reihe von wirklich gelungenen satirischen Spitzen, wie z.B. eine Tombola, bei der Nahrungsmittel verlost werden oder eine Pöbelei von Menschen als Abendunterhaltung. Kästners Beschreibungen der Menschen sind bissig und schonungslos. Charakteristisch für die Moral der Menschen ist das Verhalten des Redakteurs Müntzer, der etwas unterstützt, an das er nicht glaubt und dessen Falschheit er durchschaut. Von Müntzer heißt es, dass er sein Gewissen chloroformiert hat.

Fabian ist ein Roman mit vielen wirklich gelungenen zeitkritischen Beobachtungen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Schließlich steht im Zentrum von Kästners Gesellschaftskritik die menschliche Schwäche, die Lethargie, genau um die Falschheit der Verhältnisse zu wissen, aber nichts dagegen zu tun -- und diese Kritik hat auch heute nichts von seiner Berechtigung verloren. --Christoph Steven

Pressestimmen

»Verrohung der Welt, Kälte der Gesellschaft, Trägheit der Menschen, dies alles spiegelt sich im meisterhaften und zeitlos aktuellen Roman des großen Moralisten und Humanisten Erich Kästner. Dass sein ›Fabian‹ trotz alledem nicht aufgibt, ist in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft begründet.«
Standpunkte März 2008

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend bis zum letzten, fulminanten Satz 24. Juni 2003
Von "hehli"
Format:Taschenbuch
Manche würden Fabian, die Hauptperson in Erich Kästners "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" als aussichtslosen Fall bezeichnen, als einen vom Pech verfolgten. Zunächst verliert er seine Arbeit, dann seine Freundin Cornelia, seinen Freund Labude und zum Ende auch noch sich selbst.

Fabian ist Moralist. Er hofft sein ganzes Leben lang auf das Gute im Menschen und wird stetig mehr und mehr dafür bestraft. Geld ist nicht das Gut, das er erreichen möchte, "Anständigkeit der Menschheit" ist das Zauberwort. Er stellt sich nicht in den Mittelpunkt, immer wieder hilft er dritten Personen aus missligen Lagen, obwohl es ihm selbst zunehmend schlecht ergeht.

Ergreifend bis zum letzten Satz mit einem tragischen Ende, was den Fatalismus des Werkes nur noch mehr herauskristalisiert. Die Menschheit bewegt sich auf einen Abgrund zu, doch statt etwas gegen diesen Zustand zu tun, fühlen wir uns pudelwohl in der schwarzdurchtränkten Höhle, die ganze Völker erfasst...

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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein satirisch-ernster Blick auf die frühen 30er 18. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Möge das Komitee zur Verfolgung literarisch Ungebildeter mich teeren und federn, aber mit Erich Kästner habe ich bis zur Lektüre dieses Buches eigentlich nur Kinderbücher (oder vielleicht auch vermeintliche Kinderbücher) wie "Das fliegende Klassenzimmer" und "Pünktchen und Anton" oder "Das doppelte Lottchen" verbunden. Als ich dann aber dieses Buch zu meinem Geburtstag geschenkt bekam (der zufälligerweise, wie Kästners auch, der 23. Februar ist) wurde das Präsent mit den Worten begleitet: "Lies das mal, der Kästner hat auch sehr ernsthafte Sachen für Erwachsene geschrieben".

Was soll ich sagen (bzw. schreiben), ich war überrascht. Fabian ist ein zynisch-distanzierter junger Akademiker, der in den Wirren der späten Weimarer Republik mit fast hemmungslosem Sittenverfall konfrontiert wird, seinen Job verliert und die hohe Arbeitslosigkeit am eigenen Leib erfährt. Fabian lernt in einer etwas bizarren, leicht (ich betone leicht) kafkaesk anmutenden Szene, eine Frau in seinem Alter kennen - die zufälligerweise ihm direkt gegenüber wohnt. Gerade dieser Handlungsstrang ist voll von Witz und surrealen Momenten - letztere tauchen aber auch immer wieder in anderen Szenen auf. So etwa in einem Kapitel, das in der Originalausgabe zensiert worden war. Fabian hat zu diesem Zeitpunkt noch eine Anstellung. An einem Arbeitstag taucht der Direktor der Firma bei Fabian und seinem Kollegen auf, und fängt nach einigen Sätzen an, sich auszuziehen; er zeigt seinen Mitarbeitern seine Bauchnarben. Surreal wird diese Darstellung durch die völlige Normalität mit der die drei Charaktere dieses Verhalten betrachten und darauf eingehen....

Kästner sagt selbst im Vorfeld, daß er mit dieser Satire die "große Arbeitslosigkeit, die der wirtschaftlichen folgende seelische Depression, die Sucht sich zu betäuben, die Aktivität bedenkenloser Parteien", kurz die "Sturmzeichen der nahenden Krise" darstellen wollte. Das gelingt ihm in hervorragender und sehr lesenswerter Weise- es ist zudem interessant (und trotz der eigentlich ernsten Materie eben auch witzig) in diese späte Phase der Weimarer Republik in seiner kulturellen und gesellschaftlichen Vielschichtigkeit einzutauchen... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Lesen Sie weiter... ›

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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Gang vor die Hunde 11. April 2004
Von soya13
Format:Taschenbuch
Erich Kästners Buch „Fabian" von 1931 trägt den Untertitel „Die Geschichte eines Moralisten". Der Moralismus, den Kästner hier entwirft, unterscheidet sich so gänzlich von dem, was auch heute noch vielfach darunter verstanden wird.

Wesentlicher Bestandteil des konservativen Moralismus war stets die Restriktion der menschlichen Sexualität. Davon kann bei Kästners Buch freilich keine Rede sein. Kästner selbst äußert sich im Anhang wie folgt: „Durch Erfahrungen am eignen Leibe und durch sonstige Beobachtungen unterrichtet, sah er (der Autor) ein, dass die Erotik in seinem Buch beträchtlichen Raum beanspruchen musste ... ihm lag außerordentlich daran, die Proportionen des Lebens zu wahren, das er darstellte. Sein Respekt vor dieser Aufgabe war möglicherweise ausgeprägter als sein Zartgefühl." Kästner wendet sich ausdrücklich gegen „Sittenrichter" jeglicher Façon. Und im Verlauf des Buches sind die für den tragischen Helden tröstlichen Momente insbesondere die, in denen er erotische Erfüllung erleben darf.

Moral ist nach Meyers Taschenlexikon definiert als „Gesamtheit von verbindlichen sittlichen und ethischen Normen, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren; Bereitschaft, sich einzusetzen". Diese Bereitschaft zeichnet den Titelhelden aus: Er setzt sich ein für Schwächere, für Toleranz und Menschlichkeit, gegen Falschheit, gegen ideologische Erstarrungen und somit letztlich auch und gerade gegen die Moralapostel seiner Zeit.

Die Zersetzung eines Moralbegriffs, der zum ideologischen Grundgerüst der rückschrittlichen Kräfte gehörte, konnte nicht ohne Widerspruch bleiben....

„Fabian" ist das eindrucksvolle Zeugnis einer Welt, die Ihrem Untergang entgegentaumelt. Das Buch ist durchtränkt von Pessimismus, der sich bewahrheiten sollte. Es war gedacht als Warnung.. Der eigentlich von Kästner vorgesehene Untertitel „Der Gang vor die Hunde" war seinerzeit vom Erstverleger nicht zugelassen worden. Lesen Sie weiter... ›

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scharfsinnige Satire 25. September 2007
Format:Taschenbuch
Mit großem Wortwitz und ausgezeichneter Situationskomik zeigt Kästner auf, woran die Gesellschaft krankte und die Weimarer Republik scheiterte. In seiner Überzogenheit und Absurdität reflektiert "Fabian" den Zustand eines Landes, bei dem der Bogen längst weit überspannt war und der Untergang beinahe unausweichlich näher rückte. Für den modernen Leser ist es sowohl faszinierend, als auch erschreckend, wie viel Recht Kästner mit den in diesem Buch beschriebenen Ängsten und düsteren Vorahnungen behalten sollte.
Trotz oder gerade wegen der durch und durch unmoralischen Situationen, die das Buch wie selbstverständlich füllen, ist man als Leser gern gewillt, Fabian und seinem Freund Labude tatsächlich moralische Absichten zu unterstellen und sie als Moralisten zu akzeptieren. Dabei begeht Kästner nicht den Fehler, die Schraube zu überdrehen und in unrealistischen Idealismus abzudriften. Schließlich geht es in diesem Buch ja nicht nur um die Moral als Hoffnungsträger, sondern auch um die Wackligkeit dessen Postens.
Aber nicht nur aus historischen Gründen ist "Fabian" ein auch für den heutigen Leser sehr aufschlussreiches Buch. Es ist schon beinahe erschreckend, dass die satirischen Elemente von damals heutzutage fast als normal betrachtet werden könnten. Was in "Fabian" den Untergang einer Gesellschaft andeutet, läuft nun 24 Stunden lang unter dem Label "reality" im Fernsehen.
Insofern ist "Fabian" ein absolut lesenswertes Buch. Es überzeugt nicht nur durch seine Aussagekraft, sondern auch durch seinen brillianten Erzählstil und eine tragische Komik, die den Leser äußerlich zum Lachen und innerlich zum Weinen zu bringen vermag.
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Die neuesten Kundenrezensionen
1.0 von 5 Sternen Nein, gar nicht gefallen :-(
warum soll ich hier noch weitere 19 Wörter als MUSS schreiben??? mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm m m m m m m m m
Vor 1 Monat von Dr. Marina Sikora veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Klassiker
Wer Kästner mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Nach dem Theaterstück "Fabian" war das obligat. Sonst wäre es wahrscheinlich nicht aufgefallen.
Vor 1 Monat von Linneus veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fabian... du armes Ding...
Fabian ist begabt, loyal und moralisch integer. Doch sein Leben läuft nicht. Er verliert seine Arbeit, seinen besten Freund und seine Freundin. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Wilma Feuerstein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fabian
Ganz klar ein Klassiger, den kann ich immer wieder lesen. Fabian ein einsamer Wolf aus dem Berlin der 20er Jahre, wohnt bei einer Zimmerwirtin und arbeitet als Reklamefachmann bei... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Thomas Nickel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Witziges und flüssig zu lesendes Werk
Ich musste dieses Buch im Rahmen meiner Vorbereitung auf die Abschlussprüfung (Fachabi Wirtschaft) in Deutsch lesen. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Alexandra Nowack veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Fabian
Erich Kästners Geschichte eines Moralisten beschreibt sein eigenen Leben und Schaffen in guten wie in schweren Tagen, aber immer mit ein wenig Witz.
Vor 5 Monaten von Ramona Miersch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Gesellschaft ändert sich nie
Dieses Buch hat mir erst klar gemacht, dass die Geselschaft zu Beginn der 30er Jahre mit ihren Trieben, Leidenschaften und Schwächen mit der heutigen identisch ist. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Mesut Öztürk veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt....
Kästner meinte einst zum Thema Moral: "Moral ist die beste Körperpflege, und indem ich die Unmoral schildere, stelle ich sie bloß. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. November 2010 von Heinz Ketchup
5.0 von 5 Sternen "Schuppern se mal Berliner Luft der 30er Jahre."
Kästner hat 1931 ein Buch mit 24 kritischen und teilweise satirischen Texten geschrieben. Aufgemacht ist jedes Kapitel mit drei Überschriften, die den Leser ein wenig an... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. August 2010 von Jürgens "Bücher"
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch
Ich wurde quasi gezwungen dieses Buch zu lesen und muss sagen es war richtig gut.
Am Anfang hat man einen falschen Eindruck, der sich dann aber wieder relativiert. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Mai 2010 von Let it Rock
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