Aus der Amazon.de-Redaktion
Zeitgleich versucht der ehemalige CIA-Agent James Cameron den Tod seines Geschäftspartners aufzuklären. Dieser, genau wie Cameron inzwischen im Opiumhandel tätig, starb bei einem Anschlag in Peking.
Ein bedrohliches Bild der alle Staatsgrenzen überschreitenden organisierten Kriminalität zeichnet Giuseppe Genna in Fass nicht an die Haut des Drachen. Wenn gigantische Summen Geld im Spiel sind, ist es mit üblichen Moralbegriffen und Wunschvorstellungen so genannter Gutmenschen nicht weit her. Diese Tatsache an sich ist nicht unbedingt neu. Wie nüchtern aber Korruption auf der einen und Gnadenlosigkeit und Brutalität auf der anderen Seite in diesem Roman dargestellt wird, ist erschreckend.
Der Autor schafft mit den sprunghaften Wechseln zwischen China und diversen europäischen Städten als Schauplätze nicht nur ein hohes Maß an Tempo. Exzellent verknüpft er so auch die beiden Erzählstränge. -- Keine heitere Lektüre. Aber mehr als lesenswert für alle, die der Realität mal an die Haut fassen wollen. --Christian Koch
Pressestimmen
Genna zeigt sich in seinem zweiten Thriller schon als Meister seines Fachs.
Ein Thriller mit dem Rhythmus eines Actionfilms.
Der Erbe des großen Thrillers a la Carré heißt Genna.
Kurzbeschreibung
Bei seinen Ermittlungen stößt Lopez auf dubiose Geschäfte zwischen China und Italien und eine mysteriöse chinesische Ware mit der Bezeichnung »Frischfleisch«. Zur gleichen Zeit entgeht in Peking der ehemalige CIA-Agent und Opiumhändler James Cameron nur knapp einem Anschlag, bei dem seine Partner ums Leben kommen.
Da sowohl die CIA als auch der chinesische Geheimdienst den Drogenschmuggel deckten, muß hinter der Liquidation jemand anderes stecken. Auf dem PC eines ebenfalls ermordeten chinesischen Verbindungsmannes entdeckt Cameron eine verschlüsselte Datei: Seine Partner hatten hinter seinem Rücken höchst lukrative Geschäfte mit chinesischen Leichen betrieben.
Die Blutspur der Organmafia führt nach Monte Carlo … Dort treffen Lopez und der totgeglaubte Cameron auf Tai Ji, den Drahtzieher und Kopf eines mächtigen chinesischen Geheimbundes, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Weltherrschaft zu erringen.
Der Verlag über das Buch
»Genna zeigt sich in seinem zweiten Thriller schon als Meister seines Fachs.« La Sicilia
»Ein Thriller mit dem Rhythmus eines Actionfilms.« ANSA »Der Erbe des großen Thrillers a la Carré heißt Genna.« Der Spiegel
Über den Autor
Auszug aus Faß nicht an die Haut des Drachen. von Giuseppe Genna, Luis Ruby. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Avenue Ostende 16/A
6. Dezember 1999, 04:20
Die menschliche Fackel tappt durch das von ihr erleuchtete Dunkel.
Was da in den Flammen auf die Tür zustolpert und mit den Fäusten dagegen schlägt, war einmal ein Mensch und wird gerade zu einem verkohlten Torso. Es krümmt sich unter unmenschlichen Schreien und ist im Begriff zu sterben. Hoch lodern die Flammen, das Haar ist schon geschmolzen, die Haut hängt in Fetzen herunter. Die menschliche Fackel taumelt gegen die Wände. Das war einst einer der mächtigsten Männer der Welt; jetzt ist er eine brennende Puppe, wenn auch nicht mehr lange. Er schlägt mit den Fäusten gegen die einbruchsichere Tür. Man kann das Feuer hören. Die Wasserleitungen explodieren, aber das hilft nichts. Zwei Meter von dem Mann entfernt liegt die zusammengekrümmte, verkohlte Leiche seiner Krankenschwester. Die menschliche Fackel nimmt das nicht mehr wahr. Hilflos und blind rennt sie gegen die Wand, bäumt sich auf, das Feuer verzehrt ihr Fleisch.
Dieser Mann ist der Multimilliardär Edmond Jaffa. Hier wird gerade ein Mord verübt. Wo bleibt die Polizei? Wo ist die Feuerwehr? Wo sind seine Leibwächter?
Noch im Juni hatte das Magazin »Forbes« die Liste der reichsten Männer der Welt veröffentlicht. Edmond Jaffa befand sich auf Platz 28. Der Spekulant George Soros zählt zu seinen Freunden. Der Avvocato Gianni Agnelli hat ihm seine Immobilie in der Nähe des Fürstentums verkauft. Der Prinz von England, Philip Mountbatten, ist ein persönlicher Freund. Viermal hat man ihn eingeladen, mit darüber zu entscheiden, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden soll. Seine Privatbank, die Elite Private Bank, bestimmt das Schicksal dreier Kontinente. Seine Frau Liza ist eine reiche Erbin, schlau und rücksichtslos, die ihn nicht liebt, aber gewähren läßt. Seine Geschwister besitzen Unternehmensbeteiligungen überall auf der Welt. Der Nobelpreisträger Elie Levi hat ihn vor Gericht einen Ehrenmann genannt. Shimon Peres gehört zu seinen Förderern, und er fördert seinerseits Shimon Peres.
Dieser Mann ist nicht einfach nur mächtig. Er ist die Macht selbst.
Und jetzt verbrennt er im Badezimmer seiner Wohnung in Monte Carlo. Es ist eine Winternacht, das einbruchsichere Bad mißt sechzig Quadratmeter, auf dem Boden liegt die Leiche seiner Krankenschwester, und vor der Stahltür wartet das Killerkommando, das ihn liquidieren soll.
Sein Mobiltelefon liegt unversehrt auf dem Rand der Badewanne. Wie durch ein Wunder haben die Flammen dem Gerät nichts anhaben können. Es klingelt, doch das kann die menschliche Fackel nicht hören, denn Ohren gibt es nicht mehr. Es
ist seine Frau Liza. Sechsmal haben sie telefoniert. Auch die Krankenschwester hatte ihr Handy mitgenommen, sie rief eine Freundin an, bat sie, die monegassische Polizei zu rufen. Der letzte Anruf seiner Frau Liza: Komm raus, draußen ist die Polizei, sie bekommt die gepanzerte Tür nicht auf. Er hat das Badezimmer nicht verlassen. Wenn die Polizei wirklich da wäre, wäre auch schon die Feuerwehr gekommen, das Feuer müßte gelöscht sein. Er hat sich zwei Stunden lang im Bad verbarrikadiert, dann drangen die Flammen durch die Sprinkleranlage: Sie hatten von draußen den Feuerschutz deaktiviert.
Liza bat ihn herauszukommen, doch er hörte nicht auf sie. Er mißtraute ihr. Dann war keine Zeit mehr für Mißtrauen. Die Flammen hatten ihn erreicht.
Die Krankenschwester wurde von dem Gas ohnmächtig. Komischerweise hat sie stumm das Bewußtsein verloren, kein Schrei drang aus ihrer Kehle. Er hatte sich in die Badewanne geflüchtet, wo ihn das eiskalte Wasser vor den Flammen beschützte, doch dann zerbarst die Leitung, und das Wasser löschte das Feuer nicht, es verdampfte. Unfaßbar, wie schnell das Wasser verdampft ist. Er wollte aus der Wanne steigen. Das Parkett stand in Flammen. Dann kam die Stichflamme. Das Gas aus den Leitungen im Fußboden hatte sich entzündet. Er blieb bei Bewußtsein. Er konnte einfach nicht fassen, was da gerade geschah. Es war ein Albtraum. Er lief zur einbruchsicheren Tür und schlug mit den Fäusten dagegen. Der elektrische Türöffner reagierte nicht, die Sicherung war durchgebrannt.
Dann haben sich die Flammen ans Werk gemacht. Sie haben ihn verschlungen.
Dieser unmenschliche Schrei.
Die Zeit ist abgelaufen.