Aggrypnie sind eine Einmannband, die vom Hauptsänger, Thorsten, der Mainzer Prog- Black- Metal- Formation Nocte Obducta, die in diesem Jahr leider ihre Trennung bekannt gab, gebildet wird. Die Texte auf dem Album stammen vom Mastermind dieser Band, da der Agrpynieprotagonist sich eher als Musiker und weniger als Texter sieht. Das Konzept stammt allerdings von ihm, was man der Ausrichtung der Lyrics deutlich anmerkt, denn im Gegensatz zu den stark romantisch geprägten Texten von Nocte herrscht hier eher eine düstere, hyperrealistische Atmosphäre vor, die einen auf ein Reise durch klinisch erleuchtete Krankenhausgänge, tote Nachbarschaften und blinde Spiegelsäle schickt. Es sei angemerkt, dass die Zeilen der Texte leider hie und da ein wenig holprig wirken, was aber beim Vortrag nicht auffällt. Musikalisch wurzeln Agrypnie zwar im Black Metal, sie haben diesen jedoch aufgebohrt. Der Sound ist betont klinisch und harsch gehalten, so dass die Rhythmusgitarren tatsächlich ein wenig nach Rammstein klingen. Dagegen laufen aber dissonant- melodische Linien, wie man sie etwa vom Nocte Obducta Track "Vorbei" kennt. Allerdings ist das Album musikalisch ansonsten doch ziemlich weit von der der ehemaligen Hauptband entfernt. Das schwelgende, verspielte Element fehlt. Die Stimmung wird dadurch noch deutlicher ins Hoffnungslose gezogen. Man könnte die Gruppe fast unter "Depressive Black Metal" einordnen, wenn der Gesang nicht herrlich brutal wäre und der Drumcomputer, dessen eintönig hämmerndes Spiel hervorragend zum Sound der Band passt, nicht gelegentlich in hämmernde Blasts verfallen würde. Durch die Tempowechsel ist die CD ausreichend abwechslungsreich, Passagen wie die Einleitun gzum zehnminütigen "Cogito Ergo Sum" lockern zusätzlich aus.
Überhaupt, der Drumcomputer. Vielfach war zu lesen, dass dieser eine Schwäche des Albums darstelle. Man kann über den Computersound in der Tat geteilter Meinung sein, aber es gibt definitiv Bands, die ohne Drumcomputer schlechter klingen würden, wie etwa Limbonic Art, Aborym (früher) oder Anaal Nathrakh. Und Agrypnie gehören auch dazu. Definitiv eine CD für die eher dunkeln Stunden, aber mit einem ganz hervorragenden Gesamteindruck. Nach dem vielversprechenden Demo aus dem Vorjahr kann ich es nicht erwarten, noch mehr von dieser konzeptionell eher unkonventionellen und musikalisch eigenständigen Band zu hören. Hier hat jemand nachgedacht, chapeau.