Heute Nachmittag stand endlich der Postbote vor meiner Tür und ich durfte mein ASUS F201e entgegennehmen.
***Der erste Eindruck***
Das Gerät kommt in einem schlichten und schönen braunen Karton, welche mit einer Tragetasche aus Plastik versehen ist. Beim Öffnen des Kartons offenbart sich gleich das in Folie eingepackte Notebook. Nimmt man dieses heraus, liegen ein paar Anleitungen darunter und an der Seite steckt das Netzteil. Das war's auch schon.
Bereits beim Aufklappen und beim ersten Start hat man das Gefühl, etwas Wertvolles und Wertiges in der Hand zu halten. Die Scharniere des Bildschirms sind stabil und klappern nicht, das Netzteil passt wunderbar in den Stecker.
Nach einem Druck auf den ON-Knopf bootet das Notebook nun also Ubuntu - der erste Start dauert natürlich etwas, da alle Einstellungen vorgenommen werden. Nach ca. 2 Minuten wird man dann durch einen Wizard geleitet, der die Systemsprache und -uhrzeit feststellt.
***Der erste richtige Gebrauch***
Das Arbeiten mit dem Notebook macht auf Anhieb Spaß, wenngleich man sich erst ca. eine Stunde an die kleinere Tastatur gewöhnen muss - ich bin einen 17 Zoller gewohnt. Das Touchpad ist seeeeehr groß, weshalb eine Navigation mit diesem auch kein Problem darstellt. Es werden sogar von Werk aus ein paar Multitouch-Gesten erkannt. So kann man mit drei Fingern das aktuelle Fenster umherschieben, mit einem vier-Finger-Klick lässt sich der Dash öffnen. Alle Funktionstasten (FN + Taste) werden nativ erkannt und es werden alle Funktionen korrekt ausgeführt. Meine Sorge, dass die Pfeiltasten recht klein ausgefallen sind, bestätigt sich nicht. Sie sind in der Tat klein, jedoch kann man problemlos mit ihnen navigieren. Allgemein haben alle Tasten einen angenehmen Druckpunkt. Das Touchpad lässt sich ebenfalls per Druck auslösen (so wie bei einem MacBook), was das Arbeiten nochmal erleichtert. Einziges Manko hier: Je weiter man Richtung Tastatur kommt, desto schwerer muss man drücken. Wirklich merken tut man dies allerdings nur, wenn man am oberen Rand drücken möchte - das geht da nämlich gar nicht mehr. Diese "nicht drückbare Zone" am oberen Rand des Touchpads hat ungefähr die Breite des kleinen Fingers. Für mich ist das kein Problem, wenn man es weiß, drückt man halt nicht ;)
Besonders erstaunlich finde ich das sehr schnelle Aufwachen des aus dem Standby. Klappt man das Notebook zu, geht es automatisch in den Standby, klappt man es wieder auf, ist es innerhalb von 2-3 Sekunden wieder da, ohne dass man eine Taste drücken muss.
Bis jetzt bin ich von diesem tollen Teil hellauf begeistert - für mich als Informatikstudent ein wirklich gutes Notebook für Vorlesungen oder die Programmierung.
***Langzeittests***
Auch hier kann das Notebook bei mir persönlich punkten. Die 5 Stunden Akkulaufzeit werden stets wirklich erreicht und sind nicht nur ein theoretischer Wert. Auf einer fünfstündigen Bahnfahrt hielt das Notebook wirklich durch und als ich ausstieg, zeigte es noch 0:38 Minuten an. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass in dieser Zeit das WLAN deaktiviert (nur mal zwischendurch für Tethering aktiviert) und die Displayhelligkeit auf niedrigste Stufe eingstellt war. Auch auf der Rückfahrt ergab' sich ein ähnliches Bild. Leider musste ich im Zug feststellen, dass der Mauszeiger zu zittern begann, sobald ich das Notebook an den Strom anschloss und meinen Finger auf das Touchpad legte. Zu Hause konnte ich dieses Problem nicht reproduzieren, weshalb ich davon ausgehe, dass es am unsauberen Strom in den Zügen liegt. Vielleicht hat ja jemand mehr Ahnung davon als ich und kann mich im Kommentar darüber belehren :)
Wieder daheim hielt das F201E bis jetzt jeden Unialltag durch, wobei dieses Notebook meines Erachtens nie wirklich weit entfernt von einer Steckdose betrieben werden sollte. In der Uni mit WLAN komme ich auch noch auf gute 4:30 Stunden (auch hier wieder niedrigste Helligkeit), jedoch ist danach auch Sense. Diese Stresstests versuche ich jedoch in Zukunft zu vermeiden, da Litium-basierte Akkus tiefe Entladungen nicht so gut wegstecken. Da in der Uni viele Steckdosen sind, werde ich das Notebook in Zukunft bei ~40% wieder laden.
Und damit sind wir auch schon bei einem negativen Punkt: Das Laden des Akkus dauert Ewigkeiten, wenn man das Notebook gleichzeitg nutzt. Ubuntu bringt von Werk aus eine Anzeige mit geschätzter Restaufladezeit mit. Lade ich das Notebook bei 40%, zeigt sie 2:00 Stunden an, wenn ich nichts tue. Surfe ich jedoch gleichzeitig, steigt der Wert gleich mal auf das Doppelte, unter Volllast habe ich auch schonmal Anzeigen von 8:00 - 10:00 Stunden gesehen. Natürlich sind die letzten Zeiten nicht repräsentativ - es sei denn man lastet das Gerät wirklich dauerhaft aus. Trotzdem stellt sich bei solchen Anzeigen ein gewisser Missmut ein.
***Die Akkulaufzeit***
Bei wirklich sparsamem Gebrauch erreicht man 5 Stunden und noch ein wenig mehr - allerdings ohne WLAN, ohne hohe Last und mit niedrigster Helligkeit.
Mit WLAN und niedrigster Helligkeit erhält man noch immer ungefähr 4 1/2 Stunden Laufzeit. Dieser Wert ist für mich repräsentativ, da ich das Notebook wirklich so nutze.
Bei maximaler Helligkeit ohne WLAN sinkt die Anzeige direkt auf 2:30 Stunden, mit WLAN sogar auf 2:00 Stunden. Gleiche Werte treten bei niedriger Helligkeit und sehr starker Auslastung (Installationen, Kompilierung, Videostreaming) auf.
***Fazit***
Dass dieses Notebook kein Dauerläufer ist, war bei einer angegebenen Akkulaufzeit von 5 Stunden zu erwarten. Für Studenten, die öfters in der Fakultät rumhängen und programmieren oder auf langen Zugfahrten zur Freundin arbeiten wollen, ist dieses Gerät meines Erachtens sein Geld vollkommen wert - allerdings nur, wenn in erreichbarer Nähe eine Steckdose ist oder man nicht länger als 4 Stunden ohne Strom sein muss. Die 5 Stunden werden i.d.R. erreicht, danach ist aber halt Feierabend.
Überrascht hat mich die hochwertige Verarbeitung des Geräts - bei 300€ habe ich schon ganz andere Sachen gesehen.
Ebenfalls positiv überrascht bin ich von der leichten Austauschbarkeit des Festplatte bzw. davon, dass man die Unterseite ohne Garantieverlust vorsichtig(!!) öffnen kann.
Das Aufwecken des Notebooks aus dem Standby geschieht innerhalb von 2-3 Sekunden, weshalb man sich ernsthaft überlegen sollte, ob hier wirklich noch eine SSD eingebaut werden muss.
Ich kann hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen - für mich bleibt es das perfekte Studentennotebook!
****UPDATE (28.01.13)****
Ich habe nun doch eine SSD eingebaut (Samsung 830 mit 128 GB) und bin höchst erfreut darüber, dass das Notebook nun locker 5 Stunden durchhält. Dabei ist das Display dann auch nicht mehr ganz dunkel, sondern 2 Stufen höher als Minimum eingestellt. Mit minimaler Helligkeit schafft es sogar 5:40 Stunden. Mir war klar, dass SSDs den Stromverbrauch direkt und indirekt reduzieren, aber dass es so viel ausmacht, hätte ich nicht gedacht! Ich würde einen sechsten Stern vergeben, wenn ich könnte! Aufwachen aus dem Standby ist nun quasi nicht mehr spürbar!
Für Interessierte habe ich ein Tutorial zum Festplattenwechsel auf iFixIt hochgeladen.
Beste Grüße!