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TOP 1000 REZENSENTam 11. September 2013
Angesicht der sehr geteilten Rezensionen hier, habe ich meine Begeisterung bei der Lektüre des Romans erst einmal ein paar Tage abebben lassen. Doch auch nach diesen Tagen bin ich noch immer sehr verwundert über die doch herben Urteile (konstruiert, blutleer, wenig durchdacht, banal, lauwarm).

F ist für mich gute Literatur im besten Sinne. Nicht mehr und nicht weniger. Es hat alles, was ich von einem lesenswerten Roman erwarte: bleibende Szenen im Kopf, gut skizzierte Figuren, die ich mir weiter ausmalen kann, erzählerische Spannung und geistreiche Anspielungen. Es menschelt zudem sehr vielfältig und dreht sich viel um die Frage, wie sehr wir Herr über unser Schicksal sind.

Viele Süchte unserer modernen Gesellschaft werden behandelt. Zum einen unsere unstillbaren Begierden nach individueller Bedeutung, Attraktivität, gesellschaftlicher Anerkennung, nach Macht und Einfluss. Und zum anderen jene Süchte, die oftmals aus der Nichterfüllung der erstgenannten entstehen: Fresssucht, Spielsucht, Sexsucht.

Der Spannungsbogen der Erzählung entwickelt sich auch aus den zwar schicksalhaft beeinflussten doch überwiegend selbstgewählten Lebenswegen aller Protagonisten. Alle sind überdurchschnittlich begabt und von Kindheit an bestens ausgestattet, um ein erfüllendes Leben zu leben. Doch alle sind zugleich auch unersättlich und maßlos in ihren Ansprüchen an das Leben. Besonders die Brüder sind eine schöne Allegorie auf unsere herrschenden Ansprüche an Selbstverwirklichung. Sie illustriert unser gesellschaftliches „Leiden auf hohem Niveau“, das aus unserer individuellen Selbstüberschätzung resultiert. Die Fähigkeit, persönliches Mittelmaß zu akzeptieren und dennoch zufrieden mit dem zu sein, was man erreichen kann, ist uns offenbar mehr und mehr abhanden gekommen.

Unerträglich wird es für viele mit der Erkenntnis zu leben, dass unsere Existenz letztlich für den Gang der Dinge bedeutungslos ist – gleichgültig was wir tun. Der Vater der Brüder vertritt diesen Individual-Nihilismus. Nachdem er sich dazu bekennt, lebt er fortan ganz gut damit. Doch auf sein moralisches Konto gehen zwei verlassene Frauen, drei verlassene Söhne und einige verzweifelte Seelen, die sich nach der Lektüre seines Erfolgsromans das Leben nehmen. Das macht ihn in einer bigotten Wertegesellschaft zur Persona non grata.

Ich fand also vieles in F was mich berührt, mich beschäftigt, mich nachdenklich macht. Und ich wurde bestens unterhalten.

Nachtrag: An F wird mir einmal mehr deutlich gemacht, dass sich die Kultur der Rezensenten bei Amazon offenbar wandelt. Einerseits steigt offensichtlich das Bedürfnis, Bücher zu verreißen. Das ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, doch die relative Zunahme verwundert mich. Ich selbst komme nur in sehr seltenen Fällen dazu, ein enttäuschendes Buch auch noch zu rezensieren. Doch weit mehr - sicher auch, weil ich betroffen war - nimmt offenbar das Bedürfnis zu, Bewertungen und Rezensionen, die der persönlichen Einschätzung entgegen stehen, aktiv mit nicht hilfreich negativ zu bewerten. Dies kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und finde ich eine bedenkliche Entwicklung. Das ist doch nicht der Sinn der "nein"-Funktion. Zumindest käme ich nie auf die Idee, eine Rezension als nicht hilfreich zu bewerten, nur weil sie das Buch anders bewertet als ich. Das ist für mich nur dann legitim, wenn jemand die Rezensionsfunktion bewusst missbraucht. Aber vielleicht habe ich da was falsch verstanden. Mir macht es auf jeden Fall immer weniger Vergnügen, Rezensionen zu veröffentlichen.
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am 3. September 2013
Der Roman besteht im Wesentlichen aus drei Hauptkapiteln plus Rahmen. Die drei Hauptkapitel erzählen Ereignisse ein- und desselben Tages im Leben der drei Halbbrüder Martin, Erik und Iwan. Martin ist katholischer Priester, der seinen Glauben nicht verloren hat – er hatte ihn nie. Erik verwaltet die Finanzen der ganz Reichen und hat deren Geld verzockt. Nur der Credit Crunch rettet ihn, denn er bietet ihm die Möglichkeit, die Verluste als Ergebnis der globalen Krise zu kaschieren. Iwan, Eriks Zwillingsbruder, ist gescheiterter Maler und macht damit Karriere, Bilder zu fälschen und als die seines Lebensgefährten auszugeben. Nach dessen Tod lässt er immer weitere Bilder auftauchen, die er zu horrenden Preisen verkauft. Die drei Kapitel werden auf mehrfache Weise miteinander verbunden, nicht zuletzt durch ein Gewaltverbrechen, dem Iwan zum Opfer fällt. Thematisch deckt der Autor mit den drei Brüdern die Bereichte Religion, Wirtschaft und Kunst ab. In allen regiert die Fälschung, der Fake, die Fiktion des Vorspiegelns falscher Tatsachen. In dieser Lebenshaltung sind sich die Brüder bei aller Unterschiedlichkeit einig.

Der Verlag preist Kehlmanns neuen Roman als ‚vielschichtig, geheimnisvoll und kühn’ an. Ich denke, das Buch ist nichts von alledem.

Zunächst der Stil: Kehlmann schreibt in einer biegsamen und glatten Journalistenprosa, die jegliche literarische Vertiefung der Sprache vermissen lässt. Man bleibt an keiner Formulierung hängen, keine Metapher weitet die Perspektive. Gerade das Motiv der Täuschung böte reichlich Anlässe, Gesten und Situationen durch die Sprache auszuloten. Kehlmann verzichtet darauf. Um nicht falsch verstanden zu werden: Kehlmann schreibt nicht schlecht. Aber kunstvoll ist diese Sprache keineswegs. Bloß handwerklich ganz ordentlich gemacht.

Das führt mich zum zweiten Punkt: In einigen Rezensionen wird die kunstvolle Konstruktion des Romans gelobt. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die drei Hauptkapitel und die Rahmenhandlung sind durch eine Reihe von Bezügen und Motiven miteinander verbunden. Die meisten davon sind so offensichtlich, dass sie einen regelrecht anspringen – etwas die Äußerlichkeiten der Jugendgang, die Iwan überfallen, ihre Kleidung, die Piercings. Diese Vordergründigkeit ermüdet. Man hört als Leser das Handwerk so deutlich klappern, dass einem jegliche Entdeckerfreude abhanden kommt. Auch hier also: eher Kunsthandwerk als Kunst.

Am schwersten wiegt jedoch die Unglaubwürdigkeit und Blutleere der Figuren. Der Priester und der Finanzhai wirken wie schlechte Abziehbildchen billiger Klischees. Als hätte sich jemand hingesetzt und alle Schlagworte gesammelt, die zu einem ungläubigen Priester (der aus Frust dauernd futtert) oder zu einem gewissenlosen Finanzspekulanten gehörten. An diesen Figuren lebt nichts, sie stehen da nur so auf dem Papier, weil der Autor sie so haben wollte. Man wird den Eindruck nicht los, dass Kehlmann hier über Milieus schreibt, die er weder kennt noch versteht. Daher entwickelt sich die Handlung auch nicht nachvollziehbar aus den Charakteren und ihren Voraussetzungen, sondern wirkt konstruiert und bizarr. Einzig Iwan und seine Gedanken über Echtheit und Fälschung in der Kunst wirken ein wenig glaubwürdiger. Hier kam dem Autor wahrscheinlich seine Erfahrung aus früheren Arbeiten (Ich und Kaminski) zugute.

Insgesamt also ein eher enttäuschender Roman, der keinesfalls hält, was die Werbung verspricht.
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am 15. Dezember 2013
"F" ist unterhaltsam, lesenswert. Den Leser erwartet darin durchaus etwas Anspruch, nicht jedoch eine dicht erzählte Geschichte. Vielmehr besteht das Buch aus drei größeren Fragmenten, die sich zwar berühren, überschneiden, miteinander korrespondieren, aber trotzdem jede sehr stark für sich selbst stehen und im Zusammenspiel viele kleinere, aber keine größere Aussage ergeben.

Das Kluge, Philosophische und was so mancher Rezensent auch noch darin sieht, ist durchaus enthalten, wirkt aber mehr wie eine Fingerübung des Autors, wie ein bloßes Spiel, nicht hingegen als Fundament für das Buch oder als Element, das eine irgendwie geartete Erkenntnis schaffen könnte - weder inhaltlich noch stilistisch. Und das ist das Problem: Daniel Kehlmann ist toll, wenn er Dinge akribisch beobachtet und beschreibt. Eine wirkliche schöpferische Kraft bringt er weniger zum Ausdruck. Daniel Kehlmann wagt nicht den Schritt in die Tiefe. Sein Buch bleibt oberflächlich, es wirkt einfach nur gewollt verspielt und somit auch ein wenig belanglos.

Wer jetzt über mich schimpfen mag wegen dieser Rezension, möge hier weiterlesen und es vielleicht selbst ausprobieren: Kurz vor diesem Buch las ich "Milchmusik" von Thomas Strittmatter, ebenso eine Sammlung an zusammengehörigen Fragmenten, ebenso aus der Sicht sich gescheitert fühlender Segelnder durch die Wirren einer sich immer stärker verändernden Welt. Strittmatters Buch ist jedoch von literarisch und erzählerisch enormer Stärke. Stellenweise fühlte ich mich in "F" an einzelne Passagen erinnert, besonders im Finale der Geschichte um Iwan, der für mich besten Stelle im Buch. Irgendwie zeigt Daniel Kehlmann in solchen Momenten, was er drauf hat. Ich frage mich nur, warum er dann an anderen Stellen so viel erzählerisches Potenzial ungenutzt lässt. Weil er sich nicht so weit hinauswagen möchte? Oder aus Gründen der besseren Vermarktung seiner Bücher? Immer dieser Humor und dieses Augenzwinkern, das wirkt auf Dauer etwas fad und kraftlos. So verstehe ich ihn nicht richtig. Er scheint, literarisch viel zu wollen und sich dann mit weniger zufrieden zu geben.

Diese Rezension ist mit Verlaub verfasst und mit Respekt für die Leistung des Autors. Wie zu Beginn bereits gesagt, halte ich dieses Buch für sehr lesenswert, aber bin aber leider trotzdem enttäuscht, vielleicht ob meiner zu hohen Erwartungen.
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"F" ist ein gesellschaftskritischer Roman, dabei spielt es keine Rolle, ob "F" Fatum (Schicksal), Fälschung oder Friedland bedeutet, es steht sicherlich nicht für Firlefanz, wie in "Spiegel Online" kreiert. Das würde dem Roman, der gescheiterte Existenzen in verschiedenen Facetten thematisiert, nicht gerecht werden.

Daniel Kehlmann beschreibt am Beispiel der Familie Friedland zerrüttete Beziehungen und die Verlogenheit und Leere der modernen Gesellschaft. Die Zwillinge Eric und Iwan und ihr Halbbruder Martin repräsentieren die Krisen in den gesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Bereichen Kirche, Kunst und Kapital. Ihr Vater Arthur steht für Verantwortungslosigkeit und nihilistische Leere. Er verlässt die Kinder, um sich als Schriftsteller selbst zu verwirklichen. Seine Arbeit besteht darin, Bücher zu schreiben, die Menschen in den Suizid treiben. Das ist Zynismus pur.

Die Protagonisten haben nicht nur mit sich selbst Probleme (Pfarrer, der nicht glaubt; Finanzberater, der Geld seiner Kunden verzockt; Kunstkenner, der Bilder fälscht), sondern auch mit ihren Familien und mit ihrem weiteren Umfeld. Eine positive Orientierungsfigur ist nicht erkennbar. Das schwarze Cover des Buches symbolisiert den Inhalt. Autor Kehlmann baut in "F", wie schon in "Ruhm", zahlreiche Verflechtungen zwischen Personen und Ereignissen ein.

Kehlmann verwendet eine verständliche Sprache, wenngleich sein Roman nicht massenkompatibel ist. Er hat den Mut zu experimentieren. Wie langweilig sind doch manche (Erfolgs-)autoren, die ihr gleiches Schema "F" ständig wiederholen.

Der Roman wirkt kopflastig und wenig emotional. Um die Querverbindungen zu erkennen, muss manchmal zurückgeblättert werden, aber das ist man von "Ruhm" gewohnt. "F" ist ein Roman über menschliche Abgründe ohne Hoffnungsschimmer. Damit wird im Hinblick auf seine früheren Bücher deutlich, dass Kehlmann thematisch umschalten kann. Sein Roman lässt sich interpretieren als eine düstere Persiflage auf die heutige Zeit.
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Drei unterschiedliche Brüder, drei Hochstapler. Ein Vater, der seinen eigenen egoistischen Weg geht. Ein Hypnotiseur, der ihm den Weg dahin weist. Eine Familie, die nicht aus ihrer Haut kann - vorleben, weiterreichen. Das sind die Themen von "F" - dem neuen Roman von Daniel Kehlmann.

Iwan ist Maler, offen schwul und Fälscher von Bildern, mit denen sein inzwischen verstorbener Geliebter berühmt geworden ist. Doch genau dieses Geheimnis - und ein Rest von Zivilcourage - lassen ihn Opfer eines Gewaltverbrechens werden und einsam in seinem Atelier umkommen.

Sein Zwillingsbruder Eric ist Finanzjongleur und hat das Geld seiner Anleger verzockt, bis ihn die Finanzkrise erlöst und seine Verluste als Teil dieser Krise erscheinen lassen. Somit ist er zwar pleite und muss bei seinem Halbbruder Martin einziehen. Aber wenigstens entgeht er einer Strafverfolgung, da keiner der Geschädigten ihn anzeigt. Er muss keine Verantwortung übernehmen. Dennoch leidet er unter Art Verfolgungswahn, ist psychisch krank und kommt ohne Tabletten nicht mehr aus. Sein Leben geht den Bach runter als auch noch seine Frau mit der gemeinsamen Tochter ihn verlässt.

Halbbruder Martin ist Pfarrer ohne Glauben, fett und weiß nichts mit seinem Leben anzufangen. Die Ereignisse aller drei Brüder greifen ineinander. Und über allem schwebt die Aura der Abwesenheit des gemeinsamen Vaters, der nach einer Vorstellung bei einem Hypnotiseur auch seine zweite Frau und die Zwillinge verlässt. Während der Vater seinen Frieden mit sich selbst macht, sind die Kinder verloren. Kein Halt finden sie in dieser Gesellschaft. Jeder will mehr sein, als er wirklich ist. Mit einer Mittelmäßigkeit will sich keiner der drei zufrieden geben. Das ist das Vermächtnis ihres Vaters.

In der Mitte des Buches wird dieser Lauf der Dinge - die Familie und der Einfluss auf die folgenden Generationen - noch einmal sehr plakativ und langatmig in einem schriftstellerischen Erguss des Vaters zitiert. Das ist für mich der schwächste Teil des Buches. Ich konnte wenig damit anfangen, denn auch so hätte sich das Thema dem Leser gut erschlossen.

Denn Kehlmann erzählt in einer schnörkellosen Sprache - flüssig und gut lesbar. Keiner der Charaktere ist wirklich sympathisch, aber alle kann man irgendwie in ihrem Tun verstehen. Das Buch ist unterhaltsam und sozialkritisch zugleich ohne den Zeigefinger zu erheben. Am Ende fügt sich alles und man empfindet sich selbst nur als unausweichlichen Extrakt einer Familie und der Gesellschaft. Das ist nicht neu, aber nüchtern und klug auserzählt.

Mit kleinen Abzügen für mich ein wirklich gutes Buch, welches mir Lust auf mehr von Kehlmann macht.
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am 10. Juni 2016
Gerede von Kehlmann hatte ich mir mehr erwartet. Ganz ok, aber bestimmt nicht eines der Top 100 Bücher, die ich gelesen habe.
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am 18. Juni 2014
Aus der Sicht der drei Brüder wird ein entscheidender Tag in ihrem Leben dreimal wieder erzählt. Das ist eine Form, die die Außen- und Innenwahrnehmung thematisiert und eine teils gelungene Komik erzeugt.
Sprachlich wird das Buch oft als eine ,Formulierungskunst' beschrieben jedoch finde ich, dass das Buch ehr aus einer Aneinanderreihung, nichtssagender, inhaltsloser Handlungsstränge besteht, wodurch keine Spannung aufgebaut wird. Das Buch liest sich sehr schwer und wird nach einigen Seiten langweilig.
Des Weiteren wirkt die Doppelbödigkeit zwischen Realität und unerklärlichen Phänomenen konstruiert und flach. Vorurteile werden sehr bedient, wie zum Beispiel die Telepathie der Zwillinge.
Im Großen und Ganzen finde ich ist es Kehlmann bei langem nicht gelungen sein Werk ,Vermessung der Welt' zu übertreffen.
,F' ist langweilig, relativ inhaltslos und nicht empfehlenswert!!!!
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am 24. Februar 2016
Unbedingt lesen, man wird von der ersten Sekunde an, an das Buch gefesselt und will es gar nicht mehr weg legen.
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am 16. Juni 2016
Mit diesem Buch bin ich nicht warm geworden. Ich habe mich ständig gefragt, was mir der Autor mit diesem Buch sagen will, was es darstellen soll. Die Täuschungen der Hauptfiguren sind sehr klischeehaft konstruiert und mit einigen Figuren konnte ich rein gar nichts anfangen, weil alles in bedeutungsschwangeren Worthülsen blieb.
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am 7. Januar 2016
"F" ist Daniel Kehlmanns bisher letzter, im September 2013 erschienener, Roman und behandelt das Schicksal dreier Brüder, die - von ihrem Vater Arthur früh verlassen - alle ein eigentümliches unechtes Scheinleben führen. Da der Roman bereits inhaltlich sehr gut dargestellt wurde, konzentriere ich mich auf einige Punkte des Romans, die für den interessierten Leser möglicherweise nicht so offensichtlich sind:

- Der Titel des Buches - "F" - hat mehrere Bedeutungen. Es steht für den Familiennamen und den Vater der drei Brüder "Friedland", es steht für "Fatum" (Schicksal) und es steht für "falsch". Und in der Tat sind besonders die Themen "Fatum" und "falsch" für den Roman von zentraler Bedeutung. Alle drei Brüder - ein betrügerischer Investmentbanker (Eric) , ein ungläubiger Priester (Martin) und ein betrügerischer, malender Kunstnachlassverwalter (Iwan) führen ein "falsches", dem Schein verpflichtetes Leben, dessen scheinbare Willkür aber letzlich dennoch von einem beunruhigendem Schicksal (Fatum) durchdrungen wird.

- "F" ist ein Roman, der eine förmlich dämonisch aufgeladene Unruhe ausstrahlt. Kehlmann schafft es gekonnt diese Atmosphäre über das gesamte Buch hinweg zu halten bzw. kontinuierlich zu steigern (inhaltlich also auch stilistisch). So spielt die entscheidende Handlung an einem höllisch heissen Sommertag. Es ist windstill, sämtliche Protagonisten begegnen einander in einer seltsam isolierten Orientierungslosigkeit und warten auf...ja was eigentlich..In der Phantasie, in den Träumen, in den von Medikamenten induzierten Halluzinationen taucht immer wieder ein seltsamer, dünner Mann auf, der eindeutig an den Teufel erinnnert. So erinnert mich die gesamte Szenarie des Buches - sehr subtil - an eine moderne Schilderung der Hölle. Auch glaube ich in "F" einige Anlehnungen an andere Weltromane entdeckt zu haben:

So erinnerte mich der "Iwan" auf F an Dostojewkis "Iwan" aus "Die Brüder Karamasow". Dies wird besonders deutlich wird in Iwans letztem "Selbstgespräch", das bei Dostojewski ein innerer Monolog mit dem Teufel ist.

Die Atmosphäre in "F" weckte bei mir unweigerlich Assoziationen zu Paul Satres "Hinter verschlossener Tür" - ein Theaterstück, das eine moderne Form der Hölle schildert. Dennoch ist Kehlmann zumindest am Ende des Buches versönlich. Das Buch endet 4 Jahre nach den entscheidenden Ereignissen, wobei die Hitze nun dem "sanft fallenden, leisen Schnee" einer Totenmesse gewichen ist - ein wunderschönes Stilmittel, das - obwohl das Ereignis selbst tragisch ist - auf seltsame Art und Weise Trost ausstrahlt.

Thomas'Manns Novelle "Mario und der Zauberer" und Max Frischs "Mein Name sei Gantenbein" waren wahrscheinlich weitere literarische Vorbilder füf "F".

- Kehlmann bedient in "F" erneut einiger Elemente der "Meta-Literatur" und der phantastischen Literatur. So haben sowohl sein Kunstkritiker "Sebastian Zöllner" aus "Ich und Kaminiski" als auch der Maler Kaminiski selbst einen Gastauftritt in "F". Der Hellseher/Hypnotiseur, der zu Beginn des Buches das Fundament für das Familienschicksal der Friedlands legt, erweist sich am Ende des Buches als blinder Schwindler. Scheinbar übersinnliche Phänomene mischen sich in die Geschichte dieses im Grunde sehr realistischen Romans und schaffen die für Kehlmann so typische Atmosphäre von Ambivalenz, "magischen Realismus" und Mehrdeutigkeit.

Ein fantastisches, nachdenklich stimmendes Buch - 5 Sterne!

PS: Nachdem ich nun alle Bücher Kehlmanns zweimal gelesen haben, kann ich den interessierten Leser nur ermutigen auch andere Romane von ihm zu lesen.Sehr rasch wird man Motive und Romanfiguren in anderen Romanen wiederfinden und so erschließt sich nach und nach eine Art "Kehlmann'sche Welt". Auch bin ich dank Kehlmann auf einige grandiose Autoren aufmerksam geworden, die ich zuvor noch nicht gelesen hatte. Diese sind Leo Perutz, Borges und Nabokov.
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