Wer heute in der Investment-Banking Szene den grossen Coup landet, wird von den Medien umschwaermt wie ein Starlet. Was Ende der 90'er die IT-Fondmanager and Merger-Spezialisten waren Mitte der '80er die "Raketenwissenschaftler", die sich mit Derivativen auseinandersetzten. Der Mhythos, der sich um diese "Goetter in Schwarz" rankt, kennt keine Grenzen, doch genau diese von ihrem Olymp zu stuerzen, schickt sich Partnoy in seinem Buch "F.I.A.S.C.O." an. Selbst lange im Handel von Derivativen taetig, beschreibt er eine Welt von narzistischen, skrupellosen Gangstern, die durch immer durchtriebenere Produkte nichts anderes im Sinn haben, als den arglosen Kunden Provisionen aus den Taschen zu ziehen, und sie nebenher in den Ruin zu treiben. Den wahren Kern, der hinter der "Wild West"-Einstellung dieser Zeit liegt, moechte sicher niemand aus der Branche verneinen, trotzdem beschleicht einen nur zu schnell das Gefuehl, dass einige der Stories zum Verkauf des Buches etwas "aufgepaeppelt" wurden. Die Pleite von Orange-County, die Barings-Bank und viele andere legendaere Crashs werden von Partnoy angefuehrt, und wenn man mit einigen Kenntnissen der Investment-Szene ausgestattet ist, wird man das ganze Buch belustigt lesen, aber sobald man es geschlossen hat, zum Alltag uebergehen. Fazit: Zum Ausspannen sehr zu empfehlen, Partnoy hat die Psyche in solch gnadenloser Weise auseinandergenommen, dass ich mehrmals bruellend vor Lachen am Boden lag. Das er selber in dem ganzen Spiel nicht gerade die Rolle eines Engels gespielt hat, macht seine Geschichten umso amuesanter...