Grundsätzlich ist Reign eine Aufbausimulation mit Stratgie&Rollenspielelementen bei der man die Rolle einer Fraktion Osteuropas/Rußlands vor dem Hintergrund der Kampagnenzeiträume 1350-1450, 1450-1550, 1550-1650 oder 1350-1650 übernimmt. Reign macht aufgrund der vielfältigen Ausbaumöglichkeiten und den Variationen der Chrakterentwicklung/nutzung tatsächlich eine Menge Spaß...dh. nachdem man den ersten schlechten Eindruck überwunden, sich mit den Ungenauigkeiten&Fehlern betr. der historischen Lage abgefunden und sich an die ebenfalls "historisch" wirkende Graphik gewöhnt hat oder hinnehmen kann, daß die Schwerpunkte des Spiels anders liegen als angepriesen.
Einen Teil der Herstellerangaben, welcher zu sehr geschönt war, hat Amazon scheinbar schon aus eigenem Antrieb entfernt :), da sie jedoch auch auf der Verpackung abgedruckt sind kann man beim ersten Spielstart die Überraschung im vollen Umfang genießen...auch wenn sie zumeist eher amüsanter Natur sind
-Simulation des mittelalterlichen Europa
Scheinbar hat sich in Punkto Geographie einiges geändert seit ich die Schule abgeschlossen habe :) denn mir war
neu, daß die westlichste Stadt Europas Stettin ist,Norwegen nicht mehr zu Europa gehört, Europa aber dafür
größere Gebiete Rußlands umfaßt.
-26 historische Nationen/historische Ausgangsbasis
Hier hat sich der Hersteller die "nie zuvor gesehene spielerische Freiheit" scheinbar auch selbst gegönnt...
So ist zb. auch für die 1350-Kampagne(95 Thesen Luthers war 1517) schon die protestantische Glaubensrichtung
"implementiert", in der großen freien Kampagne von 1350-1650 wird dem deutschen Orden Preußen entwendet um als
weltliches Herzogtum(erfolgte 1525) spielbar zu sein, Schweden wird in Schweden&Kalmarer Union(die formell nie
zustande gekommene Union hätte Dänemark, Schweden und Norwegen umfaßt) geteilt, etc...
-hunderte spielbare Charaktere wie Priester,Kommandanten,...
Tatsächlich stehen den Helden/Anführeren 6 Berufezur Auswahl, da aber für jeden angeworbenen Helden natürlich
vom System ein neuer Name generiert wird kann man bei großzüiger Auslegung sicher von hunderten Charakteren
sprechen...irgendwann.
-komplett auf deutsch
Das Spiel ist tatsächlich auf deutsch..wenn auch die Übersetzungen scheinbar teilweise durch ein Programm mit
mäßiger Qualität vorgenommen wurden. Das deutsche Handbuch ist nur eine Kurzversion für
Installation&Schnellstart, das eigentlich Handbuch ist in englischer Sprache abgefaßt auf der DVD zu finden.
Wenn sie sich weder an den aufgeführten Ungereimtheiten, noch an der altertümlichen Graphik stören könnte Reign ihnen viele Stunden Spaß bringen und sie sollten weiterlesen...
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Detailbeschreibung
Nachdem man eine neue Partie gestartet hat wählt man einen der bereits genannten Kampagnenzeiträume,tätigt einige Einstellungen und wählt dann die Fraktion welche man spielen will. Die vom Rezensenten Montana angeführten zahllosen, festzulegenden Details habe ich übrigens vergeblich gesucht...man wählt einen von drei Schwierigkeitsgraden, aktiviert/deaktiviert das Tutorial,Historische Ereignisse, Zufallsereignisse und die Autosavefunktion.
Nun landet man direkt auf einer Übersichtskarte auf welcher auf ein Großteil des Spielgeschehens seinen Lauf nimmt. Die Graphik ist nach heutigen Maßstäben altertümlich aber relativ detailiert, große Animation sucht man allerdings vergeben...drehende Windmühlenflügel gehören da schon zu den Besonderheiten.
Es gibt eine Zoomfunktion welche allerdings stark eingeschränkt ist, auf maximaler Zoomstufe können wir ca. 6 Provinzen mit ihren Städten&Dörfern&Armeen überblicken...leider ist auf dieser Zoomstufe die Hilfsanzeigen(Städtenamen, Charkternamen, etc,...) schon deaktiviert,so daß es nicht nutzen kann um schnell Informationen zu sammeln. Auf höchster "Detailstufe" überblickt man noch 1-2 Provinzen und man ist nah genug bei Helden von Einheiten oder Spezialisten unterscheiden zu können.
Diverse Menüs und Statistiken sind über eine Menüleiste am oberen Bildschirmrand zugänglich und verschaffen uns einen Überblick über unser kleines Reich und erlauben gleichzeitig die Steuerung der globalen Angelegenheit wie Forschung/Dynastieverwaltung,... über die Menüliste am unteren Bildschirmrand erfolgt dann die Detailsteuerung der ausgewählten Einheite/Stadt/... wer sich einen Moment mit den vorhanden Optionen beschäftigt wird durch dutzende Ausbaumöglichkeiten und Optionen wieder etwas mit dem Spiel versöhnt.
Der Ausbau&die Verwaltung der Städte und Dörfer macht ca. 35% des Spiels aus und ist neben der Verwaltung der Helden die Zentrale Aufgabe im Spiel.
Neben unserer Hauptstadt stehen unsere Starthelden und warten auf unsere Befehle, Helden können zwischen 6 Berufen wählen und bis zu 3 davon ausüben, jeder Beruf verfügt über 9 Spezialisierungen/Sonderfähigkeiten von denen ein Held bis zu 6 erlernen kann. Hier steigt man jetzt in den 2 Hauptbereich des Spiels ein..die Charakterverwaltung...das kombinierte maximallevel eines Helden ist 21...dh...ich könnte zb. einen General LEV. 21 heranziehen und hätte einen mächtigen Feldherrn mit 6 zusätzlichen militärischen Sonderaktionen..oder einen Allroundverwalter Priester/Monarch/Gouverneur Stufe 7 der alle grundlegenden Verwaltungsfähigkeiten abdeckt...
Da die Chrakterfertigkeiten und Sonderaktionen schön in alle regionalen&globalen Belange eingebunden sind ergeben sich hier zahllose Möglichkeiten..für den Einsatz und die Entwicklung der Helden...insgesamt liegt der Spielanteil auch bei ca. 35%.
Der verbleibende Spielanteil fällt zu gleichen Teilen auf die Diplomatie und die Schlachten/Belagerungen.
Das Diplomatiesystem ist solide und bietet neben den Standardverträgen(Krieg/Frieden/Handel/Bündnis)einige positive Feinheiten während das Kampfsystem zunächst gewöhnungsbedürftig ist...
Treffen wir auf einen Feind öffnet sich zunächst ein einfaches Menüfenster mit Wappenanzeige der kämpfenden Parteien&evtl. Bild des Helden, in welchem wir recht simple Schlachtoptionen(schwächste Einheit zuerst angreifen, stärkste Einheit zuerst angreifen, freier Angriff; kein Rückzug, Rückzug bei drohender Niederlage, Zuschlagen und wieder zurückziehen) festlegen. Sind die Optionen festgelegt haben wie die Wahl das Ergebnis berechnen zu lassen oder zu kämpfen.
Wählt man hier den Kampf...erfolgt eine erneute Überraschung/Entäuschung...die Wappenanzeige der Fraktion wird jeweils durch die Armeeanzeige ersetzt, dort sind einfach die Einheiten in bis 6 Reihen und 5 Spalten nacheinander als kleine quadratische Symbole gezeigt, es wird eine Reihenfolge bestimmt (Zufall+initiative der Einheit) und die Einheiten kommen der Reihe nach zum Zug...die agierende Einheite blinkt blau...die angegriffene blinkt rot...Schadenzahlen werden kurz über dem Einheitensymbal angezeigt...ergibt sich eine Einheit wird sie ausgegraut und mit einer Raute versehen, wurde eine Einheit vernichtet wird sie ausgegraut und mit einem Totenkopf versehen. Nun verläuft die Schlacht automatisch bis eine Seite vernichtet wurde oder sich aufgrund der vorher eingestellten Optionen zurückzieht.
Hat man sich an der Kampfsystem gewöhnt, beschränkt man sich schnell auf die Zusammenstellung&den Aufbau einer guten Armee+General und läßt die eigentlich Schlachten berechnen :)...da man ohnehin keinerlei Einlfuß mehr auf die Schlacht hat und die Präsentation nur unwesentlich ansehnlicher ist als eine Tabellenkalkulation.
Fazit
Trotz seiner Fehler ist Reign nicht schlecht und hat das Potential für viele Stunden Spaß.
Da es aber nicht bietet was es primär anpreist werden viele Spieler wahrscheinlich entäuscht und verärgert sein, den "das Strategiespektakel" mit Schwerpunkt auf Taktik&Politk ist es sicher nicht.