"Der Fluch der Osterinsel" ist der direkte Nachfolger zu "Die Krone des Midas" und spielt einige Zeit nach den Ereignissen im Museum: Stephan und Jessica haben sich wieder getrennt, werden aber vom Direktor zusammen auf die Suche nach einer Schrifttafel geschickt, die einen wissenschaftlichen Durchbruch bedeuten würde. Doch die beiden merken schnell, dass auch eine weitere Partei an der Tafel interessiert ist. Sie müssen unbedingt verhindern, dass das Artefakt in falsche Hände fällt, denn nach einer alten Prophezeiung könnte das den Untergang der Welt bedeuten...
"Der Fluch der Osterinsel" ist, wie sein Vorgänger, ein Point'n'Click-Adventure und spielt sich genauso: Man steuert Stephan und teilweise auch Jessica durch die Gegend und löst Rätsel, indem man Gegenstände sinnvoll miteinander benutzt. Diesmal geht es zu einem verfallenen Haus, einer Kirche und anderen Plätzen in der ganzen Welt, so dass mehr Abwechslung geboten wird als im Museum.
Wie auch im ersten Teil sind Rätsel überwiegend logisch, so dass man gut vorankommt und sich der Frust in Grenzen hält. Wer wirklich festhängt, kann in der integrierten Lösungshilfe nachschauen, die im Vergleich zum ersten Teil stark verbessert wurde. Jetzt bekommt man zuerst zwei Hinweise, bevor eine ausführliche Lösung angezeigt wird. Ein weiterer Kritikpunkt (siehe meine Rezension zu "Die Krone des Midas") war die Kameraführung, die aber ebenfalls merklich verbessert wurde. Pixelgenaues Klicken auf die richtige Stelle ist jetzt nicht mehr nötig, es erfolgt ein intelligenter Perspektivenwechsel.
Die volle Punktzahl gibt es aus folgende Gründen aber nicht:
1. Die Rätsel sind überwiegend logisch, ein paar haben sich aber wieder eingeschlichen, bei denen Logik nicht weiterhilft. Außerdem ist es störend, dass man bestimmte Dinge erst finden kann, wenn man einen Hinweis auf sie bekommen hat (z.B. das Kartenstück in der Plattenhülle).
2. Man kann sich wieder alle Stellen anzeigen lassen, mit denen man interagieren kann. Leider werden auch diesmal wieder nicht alle Stellen angezeigt. Zudem wäre es von von Vorteil, in diesem Modus mehrere Farben zu verwenden, um dicht nebeneinanderliegende Objekte voneinander abzugrenzen.
3. Die Grafik ist eher zweckmäßig als schön. Erkennen kann man trotzdem alles.
4. Die Spielzeit ist verhältnismäßig kurz, sogar noch kürzer als beim ohnehin schon nicht langen Vorgänger.
5. Der Abspann ist enttäuschend.
Alles in allem ist die Spiel geingfügig schwächer als sein Vorgänger (DKdM: gute vier Sterne, DFdO: knappe vier Sterne). Wem schon "Die Krone des Midas" gefallen hat oder wer generell Spaß an Adventures hat, wird den Kauf aber nicht bereuen. Durch die gelungenen Rätsel und die integrierte Lösungshilfe eignet sich das Spiel auch für Einsteiger, die mal in das Genre hineinschnuppern wollen. Kenntnisse des ersten Teil sind hilfreich, aber nicht erforderlich, da die wichtigsten Informationen in einer Kurzbiographie der Charaktere angezeigt werden.