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Natürlich können Frederic von Tatzmannsdorf und seine Anne-Sophie am Ende wieder gemeinsam Cello und Klavier spielen. Was bis dahin passiert, breitet Bestsellerautorin Hera Lind genüsslich aus in ihrem Fürstenroman. Da wird die ganze Fürstensülze der Groschenromane durch den Kakao gezogen und jedes Klischee oberflächlicher, arroganter, dummer oder schwuler Adelszunft oder die Ideale der schwülstigen Bergromantik bedient: Halt volle Möhre das Försterklischee. Den Spaß, den Lind beim Schreiben hatte, merkt man ihrem Roman auf jeder Seite an. Ob die Autorin dabei eine satirisch-ironische Absicht verfolgt, wird nicht ganz klar, ist aber auch eigentlich egal. Denn Fürstenroman liest sich durchaus witzig und vergnüglich. Auch wenn Lind das fulminante Tempo des Anfangs, der zwei zufällig in eine Adelsfeier geratene Damen aus dem Ruhrpott auf einer Toilette mit der Crème de la Crème der Gesellschaft des Salzkammerguts konfrontiert, nicht durchhalten kann und ihr Buch die ein oder andere Länge hat: die Lektüre lohnt sich allemal. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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