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Machiavelli will klären, "was das oberste politischen Amt sei, wie viele Arten es davon gibt, wie und wann man es behält, und wie und wann man es verliert". Es geht ihm dabei um die Herrschaftsbildung und Herrschaftssicherung, um die Bewahrung des principato. Sämtliche Handlungen des Fürsten werden an ihrem politischen Zweck der Erhaltung der Herrschaft gemessen. Entscheidend für den Erfolg ist nicht der moralische Wert sondern allein die Wirkung des Verhaltens.
Dieser ausschließlich erfolgsorientierte amoralische Zweckrationalismus war es, der viel seiner Zeitgenossen zutiefs verstörte. Schon vor Jahrhunderten wurde "Machiavellismus" zu einem Synonym für Verschlagenheit und Hinterlist, für Amoral und Rücksichtslosigkeit in der Politik. Man hat sich angewöhnt, jede skrupellose Machtpolitik als "machiavellistisch" zu bezeichnen, jene berühmte oder vielmehr berüchtigte "Realpolitik", die sich auf Machiavellis "Il Principe" berufen zu können glaubt.
Jedes Jahrhundert hat Machiavellis Schrift anders ausgelegt. In jüngster Zeit wurde sie, wie viele andere Klassiker der Staats- und Kriegskunst auch, erfolgreich von der Managementlehre adaptiert. Ob unternehmerische Führungsstrategien oder persönliche Karriereplanung, an Machiavellis und Anti-Machiavellis herrscht auf dem Buchmarkt kein Mangel. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original, denn Der Fürst ist eine realistische, und in seiner Art zeitlose Diagnose der Politik, in der die Interessen des Staates stets Vorrang vor allen ethischen Überlegungen hatten. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
122 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchst relevant!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir dieses Buch gekauft, weil es ein Klassiker der Weltliteratur ist und man immer wieder Artikel oder Bücher liest, in denen Bezug auf Machiavelli genommen wird - man will ja schließlich mitreden können. Um so überraschter war ich, wie brandaktuell dieses Buch ist. Obwohl vor fast 500 Jahren geschrieben, ist es immer noch höchst relevant für alle, die in verantwortungsvollen Positionen sitzen. Machiavellis Ratschläge zur Regierung eines Landes oder zur Übernahme einer (Staats)Macht kann meiner Meinung nach direkt auf das Top-Management übertragen werden. Seine Argumente sind plausibel und fundiert, er analysiert jedes Problem, das auftauchen könnte, und denkt es zu Ende. Ich war zuerst skeptisch, weil Machiavelli oft in Zusammenhang mit brutaler Machtpolitik genannt wird. Das ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen, schließlich war Cesare Borgia das Vorbild für den "Fürsten". Natürlich wird heutzutage eleganter mit den Konkurrenten umgegangen als zu Machiavellis Zeiten, aber die Grundideen dürften, denke ich, immer noch gültig sein: Durch dieses Buch bekommt man einen Einblick in die Gedankenwelt der Mächtigen.
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57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Fürst, ein Buch besser als sein Ruf,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Der Inhalt von Niccolò Machiavelli berühmtesten Werk ist hoch interessant und sehr schlüssig. Wer „Der Fürst" liest, wird die Verteufelung dieses Mannes, dessen Name bis heute Synonym für das Verhalten skrupelloser, absolutistischer Herrscher ist, nicht mehr ganz verstehen können. Weder fordert er zu Brutalität und Grausamkeit auf, noch hebt er Alleinherrscher in den Stand von Heiligen oder Göttern. Im Gegenteil! Er stellt klar, dass niemand sich lang an der Spitze halten kann, der das Volk gegen sich hat. Er zeigt an Beispielen der Großen und Nicht - So - Großen der Geschichte (vornehmlich Roms, Italiens und Frankreichs) wie ein Herrscher Erfolg haben kann oder wie er auf schnellstem Wege seinen Thron verliert. Sicherlich kann man diese Regeln und dieses Verhalten nicht eins - zu - eins in unsere Zeit übertragen; zu viel hat sich in 500 Jahren verändert. Doch Machiavelli zeigt ein erstaunliches Feingefühl für das Denken und Handeln der Menschen. Aus seinen Schlüssen können wir heute noch etwas lernen. Außerdem erkennt man während dem lesen den Mann hinter dem Namen. Ein treuer Bürger von Florenz, der zu Unrecht verbannt wurde, und ein Italiener, der die Ausschlachtung Italiens durch fremde Mächte nicht mehr ertragen kann. „Der Fürst" ist nicht zuletzt ein Aufruf zur Befreiung Italiens. Es ist auch ein sehr gut zu lesendes Buch. Trotz seines Alters ist es frei von schwerverständlichen und altertümlichen Floskeln. Allein der Stil, in dem es geschrieben ist, macht es äußerst lesenswert. „Der Fürst" ist also auf keinen Fall ein Buch nur für Historiker und Machtbesessene; es ist ein Buch für alle, die versuchen, das Handeln der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart zu begreifen.
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für die Politik eines vereinten Europa,
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (Broschiert)
Dies ist die dritte Ausgabe des kleinen Büchleins von Machiavelli, die ich gelesen habe, und es ist für mich unbestritten die beste.Machiavelli wendet seine Ratschläge an den Herrscher seiner Zeit zu Zeiten, in denen er in Ungnade fiel. Dementsprechend vorsichtig drückt er sich aus, zeigt aber auch großen Mut, indem er einen analytischen Realismus an den Tag legt, den man sich auch heute nur wünschen kann. Von den Jesuiten verdammt, von seinem Fürsten verlassen, sinniert Machiavelli darüber, welches die Tugenden und welches die Untugenden eines Herrschers zu sein haben. Was zunächst unzeitgemäß wirkt, immerhin hat die Schrift ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel, entwickelt sich unter der führenden Hand von Patrick Horvath und der präzisen und modernen Übersetzung von Ralf Löffler zu etwas, das man einen "empirischen modernen Klassiker der Menschenkenntnis" nennen möchte. Horvath erkennt die Notwendigkeit des Machiavellistischen Realismus für die moderne Zeit und zeigt auf, welche Punkte und welche Zusammenhänge im Leben Machiavellis dazu geführt haben, dass seine Machtpolitik (die eben eine absolut realistische ist und auch sein muss) für rücksichtsloses Herrschertum missinterpretiert wurde und wie sich dies über die Jahrhunderte hielt. Machiavellis Aufruf zu einem vereinten Italien und die Qualitäten, die er von denen verlangt, die nun einmal herrschen (mag einem das Wort schmecken oder nicht), hat heute nichts an Bedeutsamkeit verloren - vor allem mit Hinblick auf das vereinte Europa. Machiavelli verlangt von seinem Fürsten nichts anderes, als sich jeder gute Bürger von denen erhofft, die er gewählt hat: Stärke, Tugendhaftigkeit, Charakterstärke, Mut, Integrität und die absolute Fähigkeit, Menschen richtig einschätzen zu können. Insbesondere Letztere ist eine Fähigkeit, die Machiavelli weit über die Maßen besitzt, und vielleicht ist es genau diese Fähigkeit, die ihm einen so schlechten Ruf eintrug. Machiavelli kann den schlechten Charakter eines Menschen erkennen und besitzt trotzdem die seltene und großartige Fähigkeit, dessen Stärken dennoch anzuerkennen und diese in Tipps für andere zu verwandeln. Umgekehrt kann er einen guten Charakter sehen und bemerken, wie sich der Entsprechende Schwächen leistet (indem er sich zum Beispiel mit den falschen Ratgebern umgibt oder zu freigebig ist), die ihn am Ende um seine Regierung bringen. Er beschreibt die Schmeichler und ihre Tücken, was einen echten Freund ausmacht und was nicht und wie man lernt, sich ein gutes Urteil zu bilden. Dieses kleine Büchlein ist genau das, was der Machiavellismus-Streit braucht. Der kleine Preis und das äußerst ansprechende und kunstvolle Titelbild tragen ein Übriges dazu bei, dass ich hierfür fünf Sterne gebe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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