Am Ende des Buches wird der Autor von seiner Frau gefragt,ob denn die deutsche Angst vertrieben werden könnte? Er sieht in der Angst eine Herausforderung, an der man wachsen könne oder daran zerbrechen.
Angst loswerden ist ein allgemein geäusserstes Bedürfnis und es gibt nicht wenige, die davon Ahnung haben und verneinen, nein,man könne die Angst nicht loswerden, allenfalls auf eine andere damit leben ( Fabian).
Liest man die Archetypen der Angst von Hasselmann wird ein System der Ängste entwickelt, sehr unterschiedliche Ängste aufgezeigt und die These aufgestellt, mit diesen Ängsten würden Erfahrungen verbunden werden, die die Seele machen wolle.
Ein ganz anderer Ansatz. Welchen Sinn hat diese Angst in meine Leben? Was kann daran gelernt werden ?
Sicher ist Glaube,Hoffnung und vor allem die Liebe ( schon der Titel des Buches weist in diese Richtung) ein wichtiges Instrument, die Ängste zu domestizieren.
Seine Angst kennen zu lernen ist dafür eine notwendige Basis, die Angst nicht bekämpfen, nicht weglaufen ( die Angst läuft garantiert schneller!).
Die Interviews streifen diesen Aspekt eher, sie vertiefen ihn zu wenig. Der Untertitel des Buches weist in die falsche Richtung.Angst kann man nicht vertreiben, eher verwandeln durch Liebe.
Trotz dieser Einwände habe ich das Buch gerne gelesen und war erstaunt, wie sehr sich Menschen bei diesem Thnema öffnen, auch wenn manchmal dafür Anonymität notwendig ist ( Banker).