Nachdem ich bereits seit der Veröffentlichung von Hard Candy von dem Konzept hinter "Autobahn"-Film begeistert bin, habe ich mir bislang alle Filme, die unter diesem Label erschienen zugelegt (mit Ausnahme eines, der offensichtlich überall vergriffen ist).
Und auch "Für den unbekannten Hund" hält die Qualität, die Filme dieses Labels bislang bieten. Ein Film, der ohne jeden Zweifel nicht für ein Mainstreampublikum gedreht wurde und reine Blockbusterfreunde überfordern oder langweilen dürfte.
Anhand der Geschichte des frisch aus Haft entlassenen Bastian, welcher zu einer Gruppe wandernder Handwerksgesellen flieht, als er von seinem Freund erpresst wird, entspinnt sich ein Einblick in eine Welt voller Traditionsbewußtsein, Ehrenkodex und Freundschaften, welche -obwohl in unserer existierend- für die meisten uneinsehbar bleibt und mit vielen Vorurteilen betrachtet wird.
Für den unbekannten Hund verströhmt für mich ein wenig den Flair eines dokumentarischen Kunstfilmes, was wohl zu einem großen Teil daran liegen dürfte, daß Dominik und Benjamin Reding für ihren Film auf unbekannte Schauspieler zurück gegriffen haben, und somit frische unverbrauchte Gesichter (aber nicht minder charakteristische) in ihrem Film präsentieren.
Eine besonders angenehme Überraschung war für mich, daß Ferris MC, welcher den meisten ja eher als Musiker bekannt sein dürfte, hier schauspielerisches Talent beweist und eventuelle Zweifel, die einen aufgrund seiner musikalischen Aktivitäten bewegen mögen, rasch im Keim erstickt.
Dieser Film ist kein Popcorn-Kino und sollte auf ein konzentriert dem Film folgendes Publikum treffen. Aber diesem offenbart sich dann auch ein funkelnder Rohdiamant deutscher Filmkunst.