Das erste Buch von Allen Carr, "Endlich Nichtraucher", hatte ich nur aus Zufall gelesen - es war bei einer Freundin rumgelegen. "Endlich Nichtraucher" hämmert einem auf 187 Seiten die These ein, dass es Spaß macht mit dem Rauchen aufzuhören und man nichts zu verlieren, aber sehr viel zu gewinnen hat. Netterweise fordert Carr einen dabei auf, während des Lesens nach Lust und Laune weiter zu rauchen.
Trotz seiner simplen Struktur hatte es bei mir auch ca. 3 Wochen funktioniert, dann ging's wieder los mit einer Zigarette, der immer neue folgten. Ich hatte es dann Jahre später mit einer zweiten Lektüre des Buchs versucht, doch beim zweiten Mal klappte es nicht: Dadurch, dass mein Hirn wusste, dass nichts Spannendes kommt, wollte es sich einfach nicht mehr darauf einlassen. Mittlerweile war aber meine Gesundheit schon etwas angeschlagen, ich wollte aufhören und schaffte es trotzdem nicht ohne Hilfe.
Für solche Fälle ist "Für immer Nichtraucher" die Rettung: Hier hat Allen Carr 10 Jahre nach Erscheinen von "Endlich Nichtraucher" seine These weiter ausgebaut und mit allerhand teils witzigen, teils tragischen Anekdoten und Fakten angereichert. Man erfährt vor allem, dass Allen Carr kein Moralapostel, sondern ein durchaus witziger, selbstironischer Ex-Raucher ist, der vollstes Verständnis für den Leser aufbringt: Schließlich hat er selber 30 Jahre Kette geraucht und unzählige Versuche hinter sich, weniger oder gar nicht mehr zu rauchen.
Während Carr bei "endlich Nichtraucher" als eine Art Lehrer auftritt, der seinem Schüler Schritt für Schritt das Nichtrauchen beibringt, wirkt er bei "für immer Nichtraucher" eher wie ein guter Freund, der sich ausgiebig und witzig mit einem unterhält, auf alle Ängste und Zweifel eingeht und den Leser erst am Schluss wohlmeinend resolut auffordert, jetzt die letzte Zigarette zu rauchen.
So unwahrscheinlich es klingt: Am Ende des Buches brannte ich geradezu darauf, genau das zu tun - und freue mich seither jeden Tag darüber, dass ich keine Kippen mehr (b)rauche. Danke, Mr. Carr!