Ich habe bis auf Band 81 der FanPro Serie alle bisher auf deutsch erschienen Shadowrun-Romane gelesen, und dies ist einer der schlechtesten, wenn nicht der schlechteste. Der Autor hat durchaus einige clevere, unterhaltsame und leider sehr kurze Situationen in der Geschichte untergebracht, aber das ist schon das einzig Positive, dass sich über diesen Shadowrun-Roman sagen lässt.
Sprachlich bewegt sich das Buch auf unterem Niveau, manche Passagen sind richtig schlecht geschrieben, und das kann nicht einfach an der Übersetzung liegen. Viel zu oft bleibt man in der unbeteiligten Beobachter-Perspektive und taucht nicht in das Buch ein. Siehe Seite 1 : "Mute hockte ... und sah zu ... Sie wartete ... Die Schamanin neben ihr warf von Zeit zu Zeit ..." So sind weite Teile des Buches geschrieben, unbeteiligt, vage, oberflächlich. So ziemlich alle Charaktere, insbesondere die Hauptfiguren, bleiben zweidimensional und fremd, Identifikationsfiguren werden die meisten Leser vergeblich suchen.
Am schlimmsten aber ist die Handlung. Man kann richtig zuschauen, wie der Autor sich vergeblich müht, die Geschichte plausibel zu machen und den Handlungsstrang vor dem Auseinanderfallen zu bewahren, dem Leser ein ums andere mal eine beliebig unwahrscheinliche Situationsverkettung auftischt. Es ist nicht unglaublich sondern schlicht lächerlich, wie viele grobe handwerkliche Schnitzer sich die Figuren leisten, und wie widersprüchlich ihre Handlungen regelmäßig sind. Und so viele schwachsinnige Situationen und Zufälle kann es garnicht geben. Nachdem man ein Stück weit in dieses Buch hineingelesen hat, ist man schon überrascht, wenn fünf Seiten lang kein haarsträubender Unsinn passiert ist