Es gibt zwei Kinoversionen
Zu diesen beiden Western „Für eine handvoll Dollar“ und „Für ein par Dollar mehr“ gibt es zwei Kinoversionen mit zwei verschiedenen Synchronisationen.
Zuerst merkte ich es auch nicht, bezieht sich auf die zweite Synchronisation, die auch auf der VHS Fassung genommen wurde, da Clint Eastwood von ein und derselben Stimme (Klaus Kindler gestorben 2001) gesprochen wurde. Dann fielen mir mehrer Sätze auf, an die ich mich überhaupt nicht erinnern konnte. Irgendwie war auch der Biß hin. Die beiden Filme wirkten irgendwie vollkommen anders. Dann las ich in einer Kinofachzeitschrift, daß sich Rainer Brandt der neuen Synchronisationen angenommen hatte. Nichts gegen Rainer Brandt, er ist mit Sicherheit eine Ikone auf seinem Gebiet und hat so manch lahmer TV Serie mit seiner unwiederbringlichen Art auf die Sprünge geholfen, aber bei diesen beiden Meisterwerken hat er meines Erachtens vollkommen daneben gelegen.
Der ganze Charme der ersten sehr guten Synchronisation war dahin und man hörte dieselben Sprüche wie bei „Al Mundi“ oder „Jason King“. Damit wurde die Ernsthaftigkeit der beiden Filme in Frage gestellt. Sie verloren total. Später kamen sie in derselben Form auf Video heraus. Das die Filme bei der Zweitaufführung auch noch erheblich gekürzt wurden brauch ich sicher nicht extra zu betonen.
Die DVD hat nun aber wieder die alte werkgetreue Synchronisation bei beiden Dollar Filmen. Was mich allerdings bei der Veröffentlichung auf DVD verwunderte, ist die Tatsache daß man am Schluß von „Für ein paar Dollar mehr“ die Stimme von Lee van Cleef, gesprochen von Heinz Engelmann (verstorben in den 90ern) ersetzt hat, obwohl in der Kinofassung, bis auf den ganz kurzen Schlußdialog, der jetzt zugefügt wurde alles gesprochen hat.
Mich wundert zwar, daß hier einige Fans die zweite Fassung lieber hören würden, aber technisch wäre es ja kein Problem gewesen, die zweite Synchronisation auch noch draufzupacken.
Daß es auch anders geht zeigt uns immer wieder die Firma „ANOLIS“ die bemühen sich dem Zuschauer die ursprüngliche Synchronisation zukommen zu lassen und machen manchmal sogar noch die TV Synchro als Bonus dazu. So kann der Kunde selbst entscheiden, was er hören will.
Ich denke in dem Zusammenhang an die deutsche Erstveröffentlichung mit neuer Synchronisation von „Frankensteins Höllenmonster“ wo man extra um den Zeitgeist des Films einzufangen Friedrich Schönfelder engagierte um Peter Cushing zu sprechen. Das nenne ich Dienst am Kunden.
Die beiden „Dollar Filme“ hätten mindestens 10 Sterne verdient. Ich bin mit der Fassung, so wie sie ist sehr zufrieden und vermisse die andere Synchronfassung in keiner Weise.