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Für die RAF war er das System, für mich der Vater: Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus
 
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Für die RAF war er das System, für mich der Vater: Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus [Taschenbuch]

Anne Ameri-Siemens
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: Erweiterte Taschenbuchausgabe. (September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349225263X
  • ISBN-13: 978-3492252638
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 79.322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Für die RAF war er das System, für mich der Vater beleuchtet Anne Siemens die, wie es im Untertitel heißt, "andere Geschichte des deutschen Terrorismus" -- die Geschichte des Leids nämlich, das die ihrem Selbstverständnis nach für eine gute Sache mordenden "Revolutionäre" der "Rote Armee Fraktion" über die Familien der Opfer gebracht haben. Auch wenn in den Medien selbst immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass die Opfer bei der Beschäftigung mit den Ursachen und Wirkungen des Links-Terrorismus der siebziger und achtziger Jahre bislang zu kurz gekommen seien, mangelt es bis heute immer noch an Büchern, die die Geschichte des "deutschen Herbsts" dezidiert aus deren Perspektive rekapitulieren.

Siemens lässt die Opfer, zu denen eben auch die Hinterbliebenen zu zählen sind, in ihrem lesenswerten Buch ausführlich zu Wort kommen: Ehefrauen, Töchter und Söhne erinnern sich an ihre ermordeten Ehemänner und Väter, die als Repräsentanten des verhassten "Systems" gezielt "liquidiert" wurden. Auch mit Passagieren des entführten Lufthansa-Flugzeugs "Landshut" hat die Autorin gesprochen. Sie schildern die traumatisierenden Erlebnisse an Bord der gekaperten Maschine, die in einer spektakulären und für die Geiseln äußerst riskanten Aktion von einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes in Mogadischu befreit wurde. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt erläutert in dem den Band beschließenden Interview noch einmal die Beweggründe für die harte Haltung der Bundesregierung gegenüber zum Beispiel den Entführern von Hanns Martin Schleyer, denen man habe klar machen müssen, dass sich die Bundesregierung nicht mehr würde erpressen lassen. "Daß damit auch die Versehrtheit von unschuldigen Menschen in Kauf genommen wurde, war furchtbar, aber unausweichlich." Hätte man den Forderungen der Terroristen nachgegeben, und im Austausch gegen die Geisel inhaftierte RAF-Mitglieder freigelassen, "wäre man an anderer Stelle Verursacher des Todes von Menschen geworden" -- die Geiselnahme von Stockholm sei der Beweis dafür gewesen, "daß die Terroristen ihre mörderischen Aktivitäten zur Freipressung weiterer Inhaftierter fortsetzten -- und weiter fortsetzen würden".

Für die RAF war er das System, für mich der Vater ist ein Buch von dem der Rezensent sich wünschen würde, dass sich dazu einmal einer der damaligen Täter öffentlich äußern würde. Vielleicht in einer Leserrezension auf dieser Seite. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Man kann den Mut und die Klarsicht der hier zu Wort kommenden Personen nur bewundern.«  Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Empfehlenswert!! 25. April 2009
Von anonym
Format:Taschenbuch
Ich bin über dieses Buch in einer Buchhandlung gestolpert und habe es aufgrund des interessanten Titels gekauft- es hat mehr gehalten als der Titel versprach!!
Nicht allein die nüchternen Daten des jahrzehntelangen Terrorismus, die Beschreibung der Anwendung von Gewalt und die Interviews mit den Tätern ergeben das Gesamtbild der RAF und eines Teils der deutschen Geschichte, sondern erst die Darstellungen der Angehörigen, wie sie die Taten erlebten, runden dieses Kapitel ab. Neben den vielen Büchern, die über die RAF informieren wollen, ist dies ein Buch, welches berührt, weil Menschen statt Fakten im Vordergrund stehen- Menschen, die ihr Schicksal nicht gewählt haben, zwar nicht getötet oder körperlich verletzt und doch unverschuldet Opfer wurden.
Das Buch ist aus meiner Sicht für jeden, der sich für die RAF interessiert, unverzichtbar.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Den Opfern eine Stimme geben 16. November 2008
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Anne Siemens hat Angehörige der Opfer der RAF befragt und wollte ihnen eine Stimme geben. Die Ehefrau Pontos, der Sohn Schleyers, die Stewardess aus der entführten Lufthansa Maschine, die Kinder der in Stockholm erschossenen Geiseln.

Das gelingt ihr zum Teil, aber auch nur zum Teil.

Der Sohn Schleyers schildert, dass gerade die Auseinandersetzung mit dessen Rolle im dritten Reich ihm den Vater näherbrachte, der vorher, wie die meisten seiner Generation, den Kindern nicht nahe war. Und offenbar hat er sich privat durchaus der Auseinandersetzung gestellt, zum Beispiel dazu, dass er versucht hat, jüdische Bundesbrüder aus seiner Burschenschaft auszuschließen, ein Ansinnen, das - erstaunlicherweise - auf Widerstand der alten Herren stieß. Dieser Beitrag ist einer der besten im Buch, gerade, weil sich die RAF aus der fehlende Auseinandersetzung mit dem dritten Reich legitimieren wollte. Schade, dass dieser Artikel nicht länger war, schade auch, dass Schleyer diese Auseinandersetzung vor seinem Tode nicht auch öffentlich geführt hat.

Die Stewardess und der Copilot der Landshut, die 1977 nach Mogadischu entführt wurden, schildert die Situation an Bord der Maschine, die Unsicherheit, dass kein Land - nicht mal der damals kommunistische Südjemen - der Maschine eine Landeerlaubnis geben wollte, die Angst an Bord, den Terro durch die vier Palästinenser.

Doch viele Opfer werden so gar nicht lebendig. Dass der Vater Verständniss für das Aufbegehren der Jugend Ende der Sechziger Jahre hatte, aber keines für das Abrutschen in die Gewaltätigkeit taucht in vielen Artikeln auf, bleibt aber, weil es sich so oft wiederholt, blass. Verständlich, wer will schon alle Einzelheiten der Vaterbeziehung in der Öffentlichkeit bekanntgeben. Schlimm genug, dass durch Anschläge das eigene Leben plötzlich öffentlich wurde.

Leider führt das aber auch dazu, dass in vielen Fällen die Opfer blass bleiben und die Morde selbst (und damit die Mörder) weiter im Vordergrund stehen.

Viele der Angehörigen wollten, auch das verständlich, auch gar nicht reden, vor allem natürlich die, die als Polizisten und Leibwächter auch bisher "nur" in Nebensätzen vorkamen.

So ist dieses Buch ein notwendiges über die RAF und zeigt gleichzeitig, wie schwer es ist, den Opfern eine Stimme zu verschaffen. Wie schnell das Interesse sich selbst hier wieder den Tätern zuwendet. Der Mörder, das war schon immer so, interessiert mehr als das Opfer.

(c) Hans Peter Roentgen
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch bietet eine außergewöhnliche Perspektive auf einen Teil deutscher Zeitgeschichte, der unsere Republik bis heute geprägt hat. Mit Erstaunen liest man wie die Angehörigen der RAF Opfer mit ihrem Schicksal allein gelassen wurden und welchen Umgang sie mit ihrer gesellschaftlichen Sonderstellung gefunden haben. Aus heutiger Sicht ist kaum nachzuvollziehen mit wieviel Naivität sich sowohl Polizei als auch Bundesregierung an die Aufklärung der Verbrechen gemacht haben. Ein wirklich bewegendes Buch, das weit über die aktuelle Begnadigungsdebatte hinausgeht.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Sicht der opfer
Guter, interesanter Lesestoff. Ein ander Schilderung der Ereignisse, sehr detailgetreu und anschaulich geschrieben. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Kunde33 veröffentlicht
Kritischer Blick auf die oft romantisierte RAF
Die Geschichte der RAF hat mich schon länger interessiert; nicht zuletzt durch den noch recht aktuellen Kinofilm und den Klassiker zu diesem Thema von Stefan Aust. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von C. Schmidt veröffentlicht
Viel erwartet-wenig erhalten.
Als ich mir dieses Buch gekauft habe dachte ich "klingt sehr vielversprechend und nach einem interessanten und vor allem neue ansichten aufdeckendem buch". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. April 2009 von Thomas Johannes Möller
Mehr erwartet, trotzdem im Ansatz gut
Nach der Lektüre vieler Bücher über die RAF, deren Mitglieder und Taten erschien endlich ein Buch, in dem die Angehörigen der Opfer eine Stimme kriegen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. März 2009 von bieninger
Anne Siemens: Fur die RAF war er das System, für mich der Vater
Es wurde Zeit, dass auch die Opfer gehört wurden. nein Buch, dass für jeden, auch für jemanden, der den Terrorismus der RAF nur aus Erzählungen kennt, eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. März 2009 von bueni
Absolut lesenswerter Perspektivwechsel auf einen wichtigen Teil der...
Zu Beginn war ich skeptisch, da die Autorin "nur" Recherchen und Interviews für ihr Buch genutzt hat und nicht selbst zu den Betroffenen gehört. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Oktober 2008 von M. Gucinski
Wichtiges Buch
Wir Deutschen waren nie besonders gut in der Aufarbeitung von Unrecht und Gewalt. So fokusiert sich auch die Aufarbeitung des Terrorismus auf die Täter und vieles wird... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Januar 2008 von TKr
unverzichtbares Werk über ein dunkles Kapitel der BRD-Geschichte
dieses Buch ist garantiert keine leichte Lektüre.. trotzdem - oder gerade deswegen - kann ich es absolut uneingeschränkt empfehlen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2007 von Poursuivant
Interessant und wichtig - aber es hätte auch mehr sein...
Die hiesigen Rezensionen haben mich dazu angeregt, mir das Buch zu beschaffen. Ich habe es sehr gerne gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2007 von Peter Wimmer
Warum sind auch heute noch, immer nur die Täter im...
... und nicht die Opfer. Ich finde dieses Buch wirklich gut geschrieben. Es macht nachdenklich und man fragt sich wieder, warum wird so viele Jahre später immer noch nur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. September 2007 von S. Fein
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