Kurzbeschreibung
1. In einem Zimmer gefangen 2. Schälkchen auf meinen Lippen 3. Ich muß blaß sein 4. Sprache ohne Vernunft 5. Ein Gedicht mit den Reimen 6. Epigramme mit den Reimen Eine 7.Satire auf die Kraftmeierei 8.In solchem Zustand gibt 9.Gefastet 10.Satirisches Opus 11.Auf dürre Finger wird ein Tuch gespannt 12.Beim Anblick eines Baumes 13.Bin ich Gott? 14.Wahre Anekdoten 15.Der Mond 16.Handlung sei außerordentlich 17.Reduktion! 18.Die großen Tiere trauern am Tisch 19.Die Genesis als formale Bewegung ist das Wesentliche 20.Formbildung 21.Töne aus der Ferne 22.Romantische Attacken? Sven-Åke Johansson Stimme, Flüstertüte Alexander von Schlippenbach Celesta Aki Takase Klavier Werner Dafeldecker Kontrabass Paul Lovens Perkussion Axel Dörner Trompete Musikalisierung von Paul Klee-Gedichten für eine Sextett-Formation Kompositionen: Sven-Åke Johansson, Alexander von Schlippenbach, Aki Takase Dass Paul Klee nicht einer der großen Komponisten des 20. Jahrhunderts geworden ist, verdanken wir im wesentlichen einer pubertären Regung, dass er nämlich im Alter von 18 Jahren gegen den Wunsch der Eltern opponierte. Er studierte in München Grafik und Kunst und eben nicht Musik. Aber los wurde er sie dadurch nicht, die Musik. Im Gegenteil, sie blieb eine wichtige Anregung. Viele seiner Bilder lassen sich unmittelbar auf einen musikalischen Hintergrund oder einen Klangeindruck zurückführen. Wie steht es hingegen mit Klees Verhältnis zu Dichtung und Sprache. Es ist oft auf die geistreichen Titel hingewiesen worden, mit denen er seinen Bildern eine zusätzliche Bedeutungsebene verlieh. Aber Klee liebäugelte darüber hinaus mit der Dichtkunst, ja in Tagebucheintragungen um die Jahrhundertwende ist öfter von der Möglichkeit, Schriftsteller zu werden, die Rede. Klee hat fast sein gesamtes Leben über Gedichte verfasst, die Existenz dieser Texte aber geheim gehalten. Die Quellen seiner erst posthum durch den Sohn herausgegebenen Gedichte sind: diverse Tagebucheinträge sowie ein kleines blaues Schulheft mit lyrischen Fragmenten und ausgearbeiteten Gedichte, das erst nach seinem Tode 1940 gefunden wurde. Sven-Åke Johansson versteht das Launische und Sprunghafte der kleeschen Texte nicht als Makel, sondern als Qualität eigenen Rechts. Die dreizehn Vertonungen greifen genau diese Eigenschaften der Texte auf, ja man könnte sogar sagen, dass sich der Zusammenhang zwischen Wort und Musik in diesen Eigenschaften manifestiert. Johansson vertont Klees Gedichte nicht, er reichert sie an. Das gilt zunächst für den Vortrag, der auf einen zudringlichen Eingriff seitens des Musikers verzichtet. Sachlich, lakonisch und mit zurückhaltender Anspannung trägt Johansson diese Texte vor. Kein Drama, kein Pathos, keine humorvolle Übersteigerung, keine Wertung. Johanssons klare Diktion, seine deutliche, fast schon überzeichnete Aussprache verleiht Klees Texten etwas Lapidares, ohne ihnen das Persönliche und Intime zu nehmen. Die Musik verhält sich dazu, oder aber sie tut es nicht. Wollte man die Musik des gesamten Zyklus auf einen Begriff bringen, dann wäre der der Reflexion ein idealer Ausgangspunkt. Der aphoristische Charakter der Texte setzt eine musikalische Betrachtung frei, die sich in Farbspielen und Klangeffekten, in elaborierten Soli und kurzen Cha