Pressestimmen
»Durchaus brillant sind die wechselseitigen Spiegelungen, denen er die verschiedenen Bereiche der ›Argentinität‹ unterzieht. Nie dient ihm dabei der Fußball als bloßer Zusatzbeleg für allgemeine, übergeordnete Entwicklungen, andererseits bleiben Politik, Wirtschaft oder Kunst davor verschont, auf bloße Bedingungsfaktoren für das Spiel selbst reduziert zu werden. Alabarces ist, kurz gesagt, ein Könner der kultursoziologisch verbindenden Rück-, Quer- und Steilpässe.«
(Jochen Hieber
Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»Alabarces' Ansatz wird vor allem dort interessant, wo er kontrastierend das mythologische Potenzial des Fussballs in Bezug auf die Gegenwart - also auf unser postideologisches Zeitalter - hin befragt.«
(Thomasz Kurianowicz
Neue Zürcher Zeitung )
»Noch selten ist es einem Autoren gelungen, so Vieles so dicht, aber doch plastisch und reflektiert zugleich über ein Land qua Fußball auszubreiten.«
(Stefan Erhardt
Der tödliche Pass. Fußball-Magazin )
Kurzbeschreibung
Nationen, so Benedict Anderson in Imagined Communities, sind nichts Natürliches, sie müssen imaginiert und konstruiert werden. Was für die Deutschen oder Italiener gilt, gilt erst recht für Einwanderungsländer wie die Vereinigten Staaten oder Argentinien. Eine entscheidende Rolle bei der Erfindung der argentinischen Nation, so Pablo Alabarces, hat dabei im Land Diego Armando Maradonas der Fußball gespielt. Alabarces’ Zeitreise durch die (Fußball-)Geschichte Argentiniens beginnt am Anfang des 20. Jahrhunderts, als »argentinische« Mannschaften versuchten, sich vom Spielstil englischer Schulen zu emanzipieren (seither sind die Engländer, nicht die Brasilianer, die Erzrivalen der Albiceleste); er berichtet über die Goldenen Jahre des argentinischen Vereinsfußballs, als die Estudiantes de la Plata gegen Manchester United den Weltpokal gewannen; analysiert die von der Diktatur instrumentalisierte WM 1978 und die Ära des »Maradonismo«. Sein Bericht endet in der globalen Fußballkultur der Gegenwart, in der die Argentinier in Lionel Messi paradoxerweise einen jungen Mann als Nationalhelden verehren, der mit 14 sein Land verlassen mußte, weil sein Verein ihm eine dringend benötigte medizinische Behandlung nicht finanzieren konnte