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Fünfzig erotische Gedichte
 
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Fünfzig erotische Gedichte [Taschenbuch]

Harry Fröhlich
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 117 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (September 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150180708
  • ISBN-13: 978-3150180709
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 9,8 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 432.136 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 07.12.2000
Franz Schuh denkt zunächst darüber nach, wieso sich Verliebt so häufig lyrisch ausdrücken. Die Antwort gebe vielleicht Musil, der behauptet hat, die "Liebe sei das am meisten geschwätzige Gefühl, ja, sie bestünde überhaupt nur aus diesem Geschwätz". Daraus folgert Schuh, dass die Liebe eigentlich kein Gefühl sei, sondern ein "Kommunikationscode" mit klaren Regeln, etwa den lyrischen. Diese Erkenntnis sieht Schuh im vorliegenden Band sowohl bestätigt, wie auch "relativiert". So habe Heinrich Heine den Frauenkörper gar mit einem Gedicht gleichgesetzt: `Des Weibes Leib ist ein Gedicht`, war seine Devise. Doch Kommunikationscode hin oder her: Der Leser dieses Bandes gerät in ein "erotisches Nachsinnen", befindet Schuh. Man könne durchaus den Eindruck erhalten, "es gibt sie, die Erotik". Und so empfiehlt der dieses Buch gerne als Geschenk, insbesondere für jemanden, von dem man weiß, dass er "etwas will".

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Der 'Kommunikationscode' der Lyrik sorgt dafür, dass man am Ende wirklich glaubt, es gibt sie, die Erotik. Auf jeden Fall gibt es dieses Reclam-Heft, das ich empfehle, weil es von allen anderen fünfzig Gedichten sicherlich eine gute Wahl ist - ideal als Geschenk für jemanden, vom dem man, wie es im Talkshowjargon heißt, 'etwas will'. "Franz Schuh in" -- Die Zeit


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"Des Weibes Leib ist ein Gedicht, / Das Gott der Herr geschrieben" - mit diesen Worten beginnt Heinrich Heines DAS HOHELIED, ein romantisches Gedicht, zu finden unter vielen anderen im kleinen Reclam-Bändchen "Fünfzig erotische Gedichte". Wenn Frauenkörper Gedichte sind, lässt sich im Umkehrschluss wohl annehmen, dass viele Gedichte Frauenkörper sind. Und eine stattliche Anzahl solcher Frauenkörper - vielleicht sind auch einige Mannsbilder darunter - finden sich in Harry Fröhlichs (Hrsg.) Auswahl.

Da mir die Gedichte fast alle gefallen, zum Beispiel ÜBERREDUNGSKUNST von Günter Kunert, "Morgen soll uns nichts betrüben / wenn wir heute Beischlaf üben ..." (Köstlich!), bin ich wohl auch ein Relikt der "Scheu-Scham-Zeit", wie Bernd Heimberger, Literaturwissenschaftler aus dem Brandenburgischen, in einer Kritik zum vorliegenden Bändchen die Zeiten unserer Großen "von gestern, vorgestern und vorvorgestern" (Heimberger) an anderer Stelle meinte abfällig bezeichnen zu müssen.

Von gestern, vorgestern und vorvorgestern. - Genau! Und wie toll sie sind, die Anspielungen, Formulierungen und Beschreibungen von vorvorgestern: "frouwe, daz will ich iu gippen gappen / herre, daz sult ir iu hippen happen" von Neidhart (13. Jh.) [also ich hab's verstanden], oder "er gap ir schiere in ir wizen hentel / einez, heizet man den gimpel gempel". Oder von einem meiner Lieblinge, Oswald von Wolkenstein (um 1376-1445), dem spätmittelalterlichen Südtiroler, der schreibt "Frölich, zärtlich, lieplich und klärlich, lustlich, stille, leise / in senfter, süsser, keuscher, sainer weise / wach, du minnikliches, schönes weib / reck, streck, preis dein zarten, stolzen leib!" Oder, gegen Ende desselben Gedichts, "mit so wunniklichem, lieben, rainen lust? / mund mündlin gekusst, / zung an zünglin, brüstlin an brust, / bauch an beuchlin, rauch an reuchlin / snel zu fleiss / allzeit frisch getusst."

Wunderschön ist auch "Die äpffel / so auff deinen brüsten prangen", das Gedicht an und über Albanie, von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616-1679), ALBANIE GEBRAUCHE DEINER ZEIT, wo wir unter anderen die Strophe finden, "Albanie / soll denn dein warmer schooß / So öd und wüst / und unbebauet liegen? / Im paradieß da gieng man nackt und bloß / Und durffte frey die liebes-äcker pflügen / Welch menschen-satz macht uns diß neue weh? / Albanie."

Wir finden in dem Büchlein "Das Rosenband" von Klopstock, den "Ganymed" von v. Goethe, die "Liebesnacht im Haine" von Brentano, "Der Kuss im Träume" von v. Günderrode, die "Maschinka" von Mörike, oder auch Storms "Rote Rosen". Was ist an denen alles verkehrt? Ein jedes ist ein Kleinod an die Liebe und an die Liebe, die Liebe in Worte zu fassen. - Wenn sogar Bertold Brecht "Über die Verführung von Engeln" schreibt!?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Was haben Mörike, Goethe und Storm gemeinsam? Sie haben allesamt irgendwann in ihrem Leben auch erotische Gedichte geschrieben. Man lernt die Klassiker von einer ganz anderen Seite kennen, wenn man diese kleine Anthologie liest. So trocken und spröde ging es also die meiste Zeit der Geschichte doch nicht zu.
Die Sammlung beginnt mit dem mittelalterlichen Dichter Neidhart und endet im 20. Jahrhundert.
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