17 Jahre brauchte das Buch von Antti Tuuri bis es seinen Weg in die deutschen Buchhandlungen fand. Wenn man sich für Finnland und seine mitunter recht eigentümlichen Einwohner interessiert, jedoch das Martyrium des Finnisch-Lernens scheut, freut man sich über jedes finnische Buch, das ins Deutsche übersetzt wird. Besonders wenn der Umschlagtext verspricht: „Finnland meets Germany - ein Kulturaustausch der besonderen Art.".
Leider hält „Fünfzehn Meter nach links" nicht ganz was versprochen wird. Man begleitet den Ich-Erzähler auf seiner Reise durch Deutschland, während der er versucht 3000 Exemplare des Buches eines bekannten finnischen Autors unters Volk zu bringen. Das Vorhaben gestaltet sich schwierig. Zum einen ist das Interesse der Deutschen an finnischer Literatur eher zurückhaltend, zum anderen hat der Ich-Erzähler zwar Erfahrung im Verkaufen von Stahlrohren, das Literatur-Business ist ihm jedoch völlig fremd. So bereist er die Bundesrepublik mit einem klapprigen VW-Bus und jeder Menge Naivität an Bord.
Wenn man sich Einblicke in die Ansichten eines Finnen über Deutschland und die Deutschen erhofft wird man bei der Lektüre schnell enttäuscht sein. Zu sehr werden übliche Klischees bedient. Der Finne säuft, der Deutsche ist pedantisch und schlägt seine Frau. Möchte man sich jedoch von einem literarischen Roadmovie, in eher simpler Sprache dargebracht, unterhalten lassen, so ist man mit Tuuris Roman bestens bedient.