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Produktinformation
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Am Zürichsee sitzend beginnt er nun eine Art langes Selbstgespräch zu führen. Die Themen: Beruf, Karriere, Partnerschaft, Kinder ja oder nein, Umwelt, Globalisierung, Sinn des Lebens im Speziellen und im Allgemeinen. Seine Gedanken schweifen in viele Richtungen, manchmal sind funkelnde Sequenzen zu erahnen, manchmal handelt es sich auch nur um allzu Banales, mal erinnert er sich an Vergangenes, mal prescht er gedanklich in die Zukunft, mal dreht er sich im Kreis.
Insgesamt alles Gedanken und Erkenntnisse, die jeder Mittdreißiger selbst schon mal im Kopf hatte, nicht weniger, aber auch keinen Deut mehr, leider. Fazit: lieber mal wieder selber denken. Oder das Buch zum Anlass nehmen, um mal wieder bei einem Glas Wein mit guten Freunden zu reden -- der Rezensentin käme eine solchermaßen investierte Zeit ertragreicher vor... --Kathrin Rüstig -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Aus dem Entschluß, das Harvard Seminar hinzuschmeißen, weil man der theoretischen Ergüsse dieser eigensüchtigen Pseudoelite überdrüssig ist, hätte man mehr Power holen können. Wie geht Gehrer mit seinen Zweifeln um? Welche Konsequenzen zieht er? Zieht er überhaupt welche? Alles bleibt vage...
Schade um die vergebene Chance.
Die mehrfach erwähnte Nähe (Anlehnung? Imitierung?) von Max Frischs Stil ist mir sehr stark aufgefallen. Satzbau, Satzstellung, die Verkürzung aufs Lakonische, treffend Zugespitzte - all das will Frisch sein, erreicht aber dessen Flughöhe bei weitem nicht. Leider! Denn die Gehrer-Story hätte viel hergegeben. Doch dazu müsste sie eben zu einer Geschichte werden, zu einer Erzählung, die einen Anfang aufweist und auch ein Ende.
Und damit sind wir beim Inhalt. Die Gehrersche Krise wird in aller Ausführlichkeit geschildert - Punkt. Wie bitte? War da noch eine Handlung? Die Szenen einer Business-Ehe werden selbst bei Martin Suter detaillierter (und glaubwürdiger) geschildert. Die amorphe Gehrer-Gestalt beblickt und belächelt sich selbst vom Olymp herab. Sympathie- und Identifikationspotenzial: Gering.
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