Eigentlich war nach den Nabelschauen der Achtzigernostalgiker endlich eine Reflexion der im Internethype ausgepowerten, erschöpften und allmählich wieder zur Besinnung kommenden Director-Manager-CxO-Garde fällig.
Dobellis Alter-Ego Gehrer ist immerhin ehrlich. Aber ich hätte mehr Erkenntnisse und tiefere Geständnisse erwartet. Mehr Abgekämpft sein, mehr Erkenntnis, dass der Job -und sei es als Vorstand- nicht alles ist. Dass "Surgery" nicht "the fountain of youth" ist.
Stattdessen zwar etwas Müdigkeit, Dankbarkeit für die wirklich Wichtigen - aber merkwürdig oberflächliche Reflexionen über das Alter 35, wo man aus seiner Sicht fast alle alltäglichen Situationen (Schlußmachen mit dem Partner, körperliche Verletzungen,..) erlebt hat. Und immer wieder: Erinnerungen an Indien. Ist das alles?
Aus dem Entschluß, das Harvard Seminar hinzuschmeißen, weil man der theoretischen Ergüsse dieser eigensüchtigen Pseudoelite überdrüssig ist, hätte man mehr Power holen können. Wie geht Gehrer mit seinen Zweifeln um? Welche Konsequenzen zieht er? Zieht er überhaupt welche? Alles bleibt vage...
Schade um die vergebene Chance.