Aus diesem Grund will die Frau von dem Mann, den sie im Zug nach Los Angeles getroffen hat, nichts Persönliches wie seinen Namen erfahren.
Die beiden Fremden fliehen beide vor ihrer Vergangenheit und die Frau beginnt ihm eine Geschichte zu erzählen, eine Geschichte von Hemy Lourdres zerstörter Kindheit voller Verlust und Schmerz, über die Entdeckung eines traurigen und schrecklichen Geheimnisses, das sie erst kurz vor ihrer Reise entdeckt hat.
Ob die Geschichte nun wahr ist oder nicht, muss der Mann am Ende selbst entscheiden, doch die fünf Tage, die er im Bann ihrer Geschichte steht, verändern sein Leben und lassen ihn seine eigene Vergangenheit mit anderen Augen sehen.
"Fünf Tage, fünf Nächte" ist ein zutiefst erschütterndes und trauriges Drama über eine Frau, die alles im Leben verloren hat, aber durch ihren Glauben und ihre Entschlossenheit den Lauf der Welt zu verändern, den Mut zum Leben nicht verliert!
Es ist sicherlich keine Geschichte die leicht zu verkraften ist und beim Lesen sind mir oft die Tränen über diese große Ungerechtigkeit, die der Frau widerfährt, in die Augen gestiegen.
Das Handeln von Hemy wird nie verurteilt und die letztendlich zu Tage kommende grauenhafte Vergangenheit hat mich sehr lange nicht mehr losgelassen.
Außerdem zeigt die Geschichte, dass die Gründe bestimmter Verhaltensweisen bei Menschen tief in deren Psyche verborgen sind und sie durch bestimmte Geschehnisse in unserer Kindheit ausgelöst werden, an die wir uns vielleicht gar nicht mehr erinnern können.
Das von einigen Rezensenten bemängelte Ende ist für mich keinesfalls ein Schwachpunkt! Wie hätte die Geschichte denn bitte anders ausgehen sollen ohne hoffnungslos schnulzig zu werden? Für mich wird das Buch gerade durch sein realistisches Ende lesenswert!
Von Anfang an hat mich "Fünf Tage, fünf Nächte" in seinen Bann gezogen, da ich unbedingt mehr über Hemys Vergangenheit erfahren wollte.
Doch andererseits muss ich auch gestehen, dass ich manchmal einige Seiten nur flüchtig überflogen habe, da die Geschichte an einigen Stellen zwar hoch spannend ist, an anderen dafür leider an Energie einbüßt, wodurch das Buch teils sehr zäh und langweilig wird.
Auch waren mir einige Ereignisse zu roh und unrealistisch z.B. als Hemy mit Gefangenen einer Todeszelle beginnt zu beten. Diese Szenen hätte die Autorin mit gutem Gewissen kürzen können, da sie für mich viel zu weit hergeholt wirken!
Des Weiteren werde ich es wahrscheinlich nicht noch einmal lesen, weil es sehr auf das Gemüt schlägt und an einigen Stellen einfach unglaublich traurig ist.
Fazit: Mich hat "Fünf Tage, fünf Nächte" auf jeden Fall sehr mitgenommen, aber nichts desto trotz kann ich nur jedem an Psychologie interessierten Leser raten es zu lesen, da es trotz einiger Schwächen insgesamt ein verständnisvolles, mitreißendes und wichtiges Buch ist, das trotz einer großen Tragik die Hoffnung und Freude am Leben übermittelt!