Seit etwa zehn Jahren spielt der Kinder- und Jugendfilm im deutschen Kino eine nicht unerhebliche Rolle und hat eine ganze Reihe von äußerst gelungenen (Neu)verfilmungen mit sich gebracht: Wilde Kerle, Wilde Hühner, Vorstadtkrokodile, Tiger-Team, drei Fragezeichen, Teufelskicker und viele andere Kinderbanden bevölkerten seit Jahren mit mehr oder minder großem Erfolg die Leinwände des Frühjahrskinos und es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die alte britische Kinderserie "Famous Five" ihren Weg auf die deutschen Leinwände finden würde...
Leider fällt das neueste Kinderabenteuer aus dem Hause Constantin gegenüber den oben genannten Vorläufern ziemlich ab. Es handelt sich um eine insgesamt routiniert heruntergespulte aber etwas uninspirierte Neuauflage der Pilotfolge der Serie, die mit ein paar Actionextras aufgepeppt wurde, dabei aber nicht wirklich so recht wusste, wohin die Reise geht. Das Hauptproblem des Filmes ist, dass er gleichzeitig zwei Dinge sein möchte: eine nostalgische Homage an die alte Serie mit Retroklamotten, alten Autos und heimeliger Kleinstadtatmosphäre aber auch eine modernisierte Neuaflage voller Handies, Laptops und Hightech.
Während etwa bei den "Vorstadtkrokodilen" der Spagat aus Nostalgie und coolem neuen Design voll und ganz gelungen ist, leiden die "Fünf Freunde" daran, dass sie gar nicht so recht wissen, was sie wollen. Das beginnt bereits bei den gewöhnungsbedürftigen Frisuren, über den diffusen Schauplatz (deutsche Insel mit deutschen Straßennamen, aber englischen Eigennamen!) und zieht sich durch die ganze etwas altbackene Geschichte. Auch die Dialoge, besonders die Kalauer der nur bedingt witzigen Erwachsenen, sind alles andere als oscarreif...
"Fünf Freunde" (2012) ist definitiv kein schlechter Film, aber von einem wirklich rundherum gelungenen und stimmigen Abenteuer kann leider keine Rede sein. Da war einfach mehr drin. Zu hoffen ist, dass die bislang bescheidenen Einspielergebnisse des Filmes dennoch eine Fortsetzung rechtfertigen werden, da die "Fünf Freunde" trotz aller Schwächen von Teil 1 eine zweite Chance verdient hätten...