Fritz Stern, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, wurde am 2.02.1926 in Breslau als Sohn von zum Protestantismus konvertierter deutscher Juden geboren. 1938 hat er mit seinen Eltern Deutschland verlassen und ist in die USA emigriert. Er ist in den USA und in Deutschland als Historiker bekannt und angesehen und gilt als der bedeutendste US- amerikanischer Historiker deutscher Geschichte.
Seit fünf Jahrzehnten sind seine Forschungsschwerpunkte, an der angesehenen New Yorker Columbia University, Geschichte und Geschichtsschreibung Europas und insbesondere Deutschlands im 19. und 20. Jahrhunderts. In seinen Memoiren verwebt er nun persönliche Erinnerungen, intelligente und hellsichtige politische Analysen, beeindruckende persönliche Begegnungen und prägende Begebenheiten seiner Lebensgeschichte zu einem beeindruckenden Mosaikbild der fünf Deutschland, die er selber kennen gelernt und von nah oder fern miterlebt hat. Die Weimarer Republik, die Nazizeit und das Dritte Reich, den Neuanfang der Bundesrepublik, die Gründung der DDR und das wiedervereinigte Deutschland nach 1989.
Der Autor durchleuchtet die deutsche Frage facettenartig, beschäftigt sich intensiv mit dem Entstehen und dem Aufstieg des Nationalsozialismus, mit dem Kulturpessimismus als politischer Gefahr, dem deutschen Misstrauen gegenüber der Denkrichtung und Lebensform, die die Prinzipien der freien Entfaltung der Persönlichkeit , der Autonomie und Verantwortung zum Inhalt hat. Daneben fließen in diese großartige Autobiografie viele Geschichte und eindrucksvolle Erlebnisse seiner Kindheit im Umfeld seines Patentonkels, des Chemikers und Nobelpreisträgers Fritz Haber.
Dieses sehr kluge Buch, mit seinen geistreichen Betrachtungen und endlosen lehrreichen Reflektionsebenen, ein großartiges Stück Zeitgeschichte, sollte man sich nicht entgehen lassen.