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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2003
Rezensent Michael Lentz hat sich von dieser Anthologie eigentlich erhofft, sie werde "weiteres Licht in das unübersichtliche Feld" des Genres Lautpoesie werfen. Doch schon vom unglücklichen Untertitel des Bandes, der seiner Ansicht nach richtiger "Klänge und Geräusche der Lautpoesie" lauten müsse, zeigt er sich enttäuscht. Inhaltlich ist das Feld der Lautpoesie mit dieser Anthologie ohnehin unübersichtlich geblieben, findet der Rezensent, der einen "konzisen, abgrenzungstauglichen Zugriff auf das Material" vermisst. Zwar nimmt er zur Kenntnis, dass die Herausgeber sowenig Wissenschaftsjargon wie möglich verwendet haben. Doch "autorenpoetologische Kommentare als Ersatzformen einer ausformulierten Ästhetik" sehen für ihn stark nach Hilflosigkeit aus. Auch sieht der Rezensent wichtige europäische Lautpoeten fehlen. Manche Namen wiederum findet er zu Unrecht in der Sammlung wieder. Lentz vermisst außerdem eine Reflexion von wahrnehmungspsychologischen Gesichtspunkten der Rezeptionsgeschichte. Auch die "fortwährende Rede vom 'Sinnfreien'" und den "dahinter lauernde Kampfbegriff 'asemantisch'" mag er nicht teilen. Bei der beigegebenen CD mit achtzehn Stücken, (von denen, wie wir lesen sechzehn Originalbeiträge sind) vermisst Lentz die visuell komplementären Partituren.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensent Michael Lentz hat sich von dieser Anthologie eigentlich erhofft, sie werde "weiteres Licht in das unübersichtliche Feld" des Genres Lautpoesie werfen. Doch schon vom unglücklichen Untertitel des Bandes, der seiner Ansicht nach richtiger "Klänge und Geräusche der Lautpoesie" lauten müsse, zeigt er sich enttäuscht. Inhaltlich ist das Feld der Lautpoesie mit dieser Anthologie ohnehin unübersichtlich geblieben, findet der Rezensent, der einen "konzisen, abgrenzungstauglichen Zugriff auf das Material" vermisst. Zwar nimmt er zur Kenntnis, dass die Herausgeber sowenig Wissenschaftsjargon wie möglich verwendet haben. Doch "autorenpoetologische Kommentare als Ersatzformen einer ausformulierten Ästhetik" sehen für ihn stark nach Hilflosigkeit aus. Auch sieht der Rezensent wichtige europäische Lautpoeten fehlen. Manche Namen wiederum findet er zu Unrecht in der Sammlung wieder. Lentz vermisst außerdem eine Reflexion von wahrnehmungspsychologischen Gesichtspunkten der Rezeptionsgeschichte. Auch die "fortwährende Rede vom 'Sinnfreien'" und den "dahinter lauernde Kampfbegriff 'asemantisch'" mag er nicht teilen. Bei der beigegebenen CD mit achtzehn Stücken, (von denen, wie wir lesen sechzehn Originalbeiträge sind) vermisst Lentz die visuell komplementären Partituren.
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Lautpoesie: der Laut als Material der Poesie wird zu ihrem Inhalt. Wenn es sich bei der Lautpoesie aber nur gerade um sinnfreies Klingen drehen würde, wäre das allein wohl nicht weiter interessant. Nur klingen, ohne etwas zu sagen, ist denn auch nicht Sache dieses Buches, und das Versammeln der schönsten und interessantesten Lautgedichte von Velimir Chlebnikow, Hugo Ball und Kurt Schwitters bis zu Ernst Jandl, Gerhard Rühm, Carlfriedrich Claus und 100 weiterer Künstlern nicht sein einziges Ziel. Zu fast jedem der Lautgedichte ist ein weiterer Text - Manifeste, Briefe, Reflexionen, Anekdoten - gesellt, der seine Sinn- und Geistesart vermittelt und aspektiert. So entsteht ein differenziertes Bild der vielen Gründe, die Menschen dazu anstiften, Bedeutung jenseits von Semantik und Grammatik in Lautfolgen zu suchen und zu finden. Eine weitere Besonderheit dieser einmaligen Anthologie sind die zahlreichen Beispiele jenseits einer Lautpoesie als Programm der Moderne: Kinderverse, Geheimsprachen, Zaubersprüche, Glossolalien und Tiersprachen sind ebenso berücksichtigt wie Beispiele zum Sprachlaut in der Musik und in der bildenden Kunst. Und um die Sache in der Form einer CD nicht nur rund, sondern auch tönend zu machen, stellt dieses Buch die wichtigsten der zeitgenössischen neuen Lautpoeten mit eigens für diese Publikation geschaffenen Werken vor. Zu hören sind Jaap Blonk, Brenda Hutchinson, Fatima Miranda, Phil Minton, David Moss und 12 weitere Künstler.
Über den Autor
Prof. Dr. Christian Scholz ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes sowie Direktor des Europa-Instituts, Sektion Wirtschaftswissenschaft.