Das Buch unternimmt mit Hilfe von Beiträgen verschiedenster Autoren den interessanten – und nicht häufig anzutreffenden – Versuch ,Erkenntnisse, die sich aus der Beschäftigung mit Trainings- und Motivationslehren im Bereich des Spitzensport ergeben, für die Ausbildung von Führungspersonal zu gewinnen.
Auf den ersten Blick wirkt der Ansatz weit hergeholt. Was sollen die Erbringung einer physischen Leistung im Sport und das Erreichen geschäftspolitischer Ziele schon gemeinsam haben? Doch zeigt sich schnell, dass es eben in beiden Bereichen darum geht, die Motivation der Mitarbeiter (oder der zu trainierenden Sportler) zu fördern und auch wenn dem Spitzensportler unterstellt werden kann, dass er oder sie schon eine gehörige Portion Motivation mitbringt, muss diese doch auch hier immer wieder neu geweckt werden. Welche andere Quintessenz lässt sich aus dem gerade angelaufenen Film "Deutschland – Ein Sommermärchen" über die Fußball-WM ziehen?
Naturgemäß wird jeder Leser seinen eigenen Lieblingsaufsatz haben. Mir hat der Artikel des Bundestrainers der Frauenmannschaft des Deutschen Hockey-Bundes, Markus Weise, am besten gefallen. In anschaulichen Worten schildert er den Weg dieser Mannschaft zum Titel bei den Olympischen Spielen und verrät so nebenher auch viel über die Motivation auch und gerade in nicht so guten Zeiten.
Damit wird auch das zugrunde liegende Konzept des Buches deutlich: Mit anschaulichen Beispielen aus einem Bereich, den der Leser zumindest aus den Medien kennt oder noch gut in Erinnerung hat, werden ansonsten häufig trockene Management-Lehren anschaulich erläutert.
Zugleich wird auch eine weitere grundlegende Idee des Buches deutlich: Es kann nicht darum gehen, die Konzepte des Spitzensports eins zu eins zu übertragen. Aber äußerst wertvolle Anregungen lassen sich jederzeit gewinnen.
Bei allem Lob bleibt doch ein wenig Kritik. Gerade die Beschäftigung mit dem Spitzen-Mannschaftssport bietet noch weitere mögliche Bereiche, deren Erkenntnisse sich für die Führung in einem Unternehmen nutzen lassen: Wie gelingt eigentlich die Heranführung junger Talente, also jener, die (noch) nicht zum Team gehören? Wie lassen sich die unterschiedlichen Talente und mehr oder weniger ausgeprägten Fähigkeiten der Team-Mitglieder so sinnvoll kombinieren, dass ein erfolgreiches Handeln möglich ist? So wie der Trainer im Fußball die unterschiedlichen Fähigkeiten seiner Spieler sinnvoll kombinieren muss und eben bestimmte Spieler nur auf bestimmen Positionen spielen lassen kann, während andere vielleicht verschiedene Position ausfüllen können, so muss dies auch eine Führungskraft in einem Unternehmen tun.
Fragen also, die sich vielleicht in einem weiteren Band beantworten ließen