Schön, dass dieses Buch zu einem Zeitpunkt erscheint, in dem es wirtschaftlich wenig zu lachen gibt und abzockende Manager uns zum Weinen bringen. Der Autor ist dipl. Psychologe, Seminartrainer, Führungscoach sowie Redner und Workshopleiter bei Humorkongressen. Seine langjährige Erfahrung veranlasst ihn zur Warnung, Humor auf keinen Fall einkaufen zu wollen. Der Komiker an der obligaten Betriebsfeier könnte die Gegensätze zum betrieblichen Alltag eher noch verstärken, wenn danach Garstiges aus den Vorstandsetagen den Mitarbeitern das Blut in den Adern wieder gefrieren lässt. Nein, kaufen lässt sich eine von Humor getragene Unternehmenskultur nicht. Das ist bedauerlich und schön zugleich. Wer also nicht verändern will, soll sich die Zeit für die Lektüre sparen und griesgrämig weiterwursteln wie bisher. Humor ist eine Erfolgsstrategie, die auch deshalb so selten angewendet wird, weil Humor bei vielen Beratern ebenfalls nur ins Reich der Bierzelte gehört. Und doch weiss jeder, dass Humor die Kommunikation erleichtert, Stress reduziert und bei Konfliktlösungen hilft. Das Buch ist keine Witzesammlung, obschon der Autor wunderschöne Beispiele zitiert oder erfindet. Thomas Holtbernd untermauert seine Thesen mit wissenschaftlichen Untersuchungen, Anekdoten und eigenen Recherchen. Er zeigt auf, wann und wo Frechheit siegt, wie man ins Schwarze trifft, ohne zynisch zu werden, und er ruft die Personalabteilungen auf, die Dienste von Hofnarren und Querdenkern in Anspruch zu nehmen. Eine überragende Servicekultur ist ohne Humor ohnehin nicht denkbar. Bevor Holtbernd den Vorhang fallen lässt, zieht er noch präzise Grenzen der Lachlandschaft und konkretisiert Humorarbeit. Die kommentierte Literaturliste ist eine Fundgrube für all jene, die der Autor angesteckt hat und sich nun freiwillig zur Weiterbildung melden. Sicher eines der Bücher, die langweiligen Akten den Platz auf den grossen Tischplatten frech den Platz streitig machen sollten. Super.