Aus „Führer Ex" hätte eigentlich eine sehr gelungene Kritik der DDR werden können, hätte sich der Regisseur nicht in den Kopf gesetzt, einen Skinheadfilm zu machen....
Der große Vorzug des Films besteht in seiner Abrechnung mit den Seiten der Deutschen Demokratischen Republik, die wir in „Good Bye Lenin!" nicht zu sehen bekamen, inklusive Einzelhaft, Dunkelzellen und Schlafentzug; alle Bürger leben in ärmlicher Tristesse und in den Jugendlichen schwelt ein ununterbrochener Hass.
Im politischen Gefängnis, in dem zwei Freunde nach einem gescheiterten Republikfluchtversuch inhaftiert sind, werden sie schnell mit der brutalen Hackordnung konfrontiert, nach der sich nur die Stärksten behaupten können. Schnell geraten sie mit einer gut organisierten Gruppe von Rechtsradikalen in Berührung, da diese sich als einzige gegen das verhasste System der DDR stellen.
Beide Freunde gehen unterschiedlich mit der rassistischen Ideologie um, aber als sie sich nach ihrer Entlassung aus den Augen verlieren, nimmt das Unglück seinen Lauf.
Allerdings fällt der Film nach der Entlassung aus der Haft sehr schnell auf das übliche Schema des deutschen Problemfilms zurück: hölzerne Darsteller, bierernste Dialoge und ein unbefriedigendes, vorhersehbares Ende.
Mittlerweile gibt es schon zuviele Filme, die Rechtsradikalismus thematisieren, als dass eine Produktion wie „Führer Ex" lange im Gedächtnis des Zuschauers haften bleiben würde, denn er bietet schlicht und einfach nichts neues. Alle gezeigten Neonazis sind farblose, eindimensionale Figuren, die nur auftreten um dem Klischee von Primitivität und Dummheit zu entsprechen. Würde der Film einen „nachvollziehbaren" Grund für Rechtsradikalismus präsentieren, wäre dass einmal eine Innovation, aber der Zuschauer wird hier weder gefordert, noch zum Nachdenken angeregt.
Wer schon „American History X" und „Romper Stomper" gesehen hat braucht „Führer Ex" nun wirklich nicht; für Neulinge vielleicht noch in Ordnung, aber jeder, der auch nur ein kleines bisschen Vorkenntnis über die Darstellung von Rechtsradikalen in Filmen hat, wird in „Führer Ex" keine Bereicherung finden