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Seine Thesen sind ungewöhnlich. Leistungsverantwortung wird von oben an kundennahe Teams übertragen. Entscheidungen werden immer auf der niedrigstmöglichen Ebene getroffen. Denn dort ist die Kompetenz am größten und die Bereitschaft vorhanden, Selbstverantwortung für sein Tun zu übernehmen. Jeder Mitarbeiter wird zum Selbstunternehmer in einem Aktionsfeld, das Teil eines größeren kollegialen Netzwerkes ist. Jeder ist leistungsbereit, seinem Team gegenüber loyal, kümmert sich um seine Kunden, beschränkt sich mit den Ressourcen, die er zur Verfügung hat, hinterfragt seine Kosten und stellt gängige Annahmen permanent in Frage.
Pfläging beschreibt ausführlich zwölf Beyond Budgeting-Fallbeispiele aus aller Welt. Vom brasilianischen Technologiekonzern Semco, in dem es überhaupt keine Führungskräfte mehr gibt, bis zur schwedischen Universalbank Svenska Handelsbanken, wo alle Budgets abgeschafft und die Entscheidungsgewalt der Filialen mittlerweile größer als die der Stockholmer Zentrale ist. Auch zwei deutsche Firmen haben es in den erlauchten Firmenkreis geschafft. Die Drogeriemarktkette dm und der Discountriese Aldi. Letzterer, weil er auf einfache Informationssysteme, wenig Bürokratie und keine jährliche Planung setzt. Verzichtet wird außerdem auf die Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern und auf externe Marktforschung.
Das Credo jeder guten Personalpolitik kann deshalb nur lauten: Es lohnt sich, Menschen wie Menschen zu behandeln. --Bettina Heimich
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
An den entscheidenden Stellen oberflächlich und einseitig,
Rezension bezieht sich auf: Führen mit flexiblen Zielen: Beyond Budgeting in der Praxis (Gebundene Ausgabe)
Hier liegt das bisher bei weitem "massentauglichste" Beyond Budgeting Buch vor, welches es im Moment gibt. Dadurch soll wohl die Verbreitung des Konzepts gefördert werden. Diese 'Massentauglichkeit' entpuppt sich aber als die Schwachstelle des Buchs. Viele Schilderungen sind schlichtweg oberflächlich und geben ein unzureichendes Bild über die kontroverse Beyond Budgeting Diskussion. Tatsächlich hat das Konzept nämlich weit mehr Kritiker als Befürworter, was in diesem Buch nicht einmal erwähnt wird.Die eigentliche Enttäuschung stellen aber die 12 Fallstudien dar, welche ja die eigentliche Stärke sein sollten (was man bei "Beyond Budgeting in der Praxis" als Untertitel zumindest vermuten darf). Svenska Handelsbanken ist (mal wieder) das einzige Beispiel, bei dem tatsächlich dokumentiert wäre, dass alle 12 Beyond Budgeting Prinzipien umgesetzt sind. Bei den anderen 11 Fällen nervt die Oberflächlichkeit mit der sie vorgetragen werden. Ein Fall nimmt im Schnitt 5-6 Seiten ein, davon widmen sich aber lediglich 1-3 Seiten tatsächlich dem Einsatz von Beyond Budgeting bzw. vereinzelter Beyond Budgeting Prinzipien im jeweiligen Unternehmen. Die restlichen Seiten werden damit "verschwendet", die Erfolgsgeschichten der jeweiligen Unternehmen zu "beweihräuchern". Daher ist das Buch für Einstieger in die Thematik nicht zu empfehlen, da man genau trennen muss, was in den Fällstudien eigentlich Beyond Budgeting ist und was darüber hinaus geht oder damit praktisch nichts zu tun hat. An entscheidenden Stellen verlieren sich die Fälle in Oberflächlichkeit. Womöglich betreiben einige der genannten Firmen gar kein echtes Beyond Budgeting, deren Steuerungsmodelle sehen nur oberflächlich, abstrahiert dargestellt so ähnlich aus?! Mich persönlich hätten detaillierte Infos über die Beyond Budgeting Bestandteile '"Interne Märkte"' und '"Benchmarking"' interessiert, insbesondere wie diese implementiert wurden und auf welche Schwierigkeiten und Vorteile die Firmen dabei stießen. Außerdem hätte mich interessiert, was aus dem einstigen Beyond Budgeting Musterbeispiel Borealis geworden ist. Dort hat man das '"revolutionäre"' Beyond Budgeting ja längst wieder abgeschafft. Außerdem wird umfassend auf die Einschränkungen von Shareholder Value und Balanced Scorecard eingegangen. Hier ist nicht immer klar in welchem Kontext dies eigentlich zum Beyond Budgeting steht. In den Originalveröffentlichungen von Hope und Fraser kommt dies übrigens anders raus. Es wird leider gänzlich darauf verzichtet, die Kritikpunkte am Beyond Budgeting bzw. die Einschränkungen unter denen es denn einsetzbar ist zu diskutieren. Es soll hier wohl der Eindruck erweckt werden, dass mit Beyond Budgeting ein "Allheilmittel" entwickelt wurde. Hier stellt sich genau wie bei Total Quality Mgmt., Balanced Scorecard & Co. die Frage ob es ein solches Allheilmittel in der Praxis überhaupt geben kann. Schließlich sind verschiedene Unternehmen unterschiedlichen internen und exernen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Außerdem soll das Buch das Thema wohl auch ein wenig als "Beratungsprodukt" pushen. Weiterhin beeindruckt mich mal wieder die Leichtigkeit, mit welcher populäre Paradigmen in der BWL doch austauschbar sind. Ist in den ersten Originalveröffentlichungen von Hope und Fraser Ende der 90. Jahre noch von Beyond Budgeting als einem Managementmodell für das Informationszeitalter die Rede, so wird es hier als '"posttaylorristisches Managementmodell für das 21. Jahrhundert'" präsentiert. Insofern sind Leser, die sich anhand der vertretenen Thesen an die Zeit der New Economy erinnert fühlen genau auf der richtigen Fährte. Fazit: Es sind erstens umfassende Quellenkenntnisse nötig um das Buch kritisch einordnen zu können. Zweitens werden die entscheidenden Fragen über Beyond Budgeting nicht umfassend beleuchtet und somit die sicherlich wertvolle Beyond Budgeting Diskussion nicht entscheidend vorangetrieben. Alles in allem ein eher schwaches Buch, insbesondere wenn man bedenkt, dass es durchaus im hochpreisigen Sachbuch-Segment angesiedelt ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gutes Wirtschaftsbuch - preisverdächtig!,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Führen mit flexiblen Zielen: Beyond Budgeting in der Praxis (Gebundene Ausgabe)
Niels Pfläging zeigt in seinem Buch auf überzeugende Weise, wie sich traditionelle Unternehmen, die noch nach den Prinzipien von Frederick Taylor aus dem 19. Jahrhundert aufgebaut sind, von den neuen, post-tayloristisch geführten Firmen unterscheiden, die das gesamte Potenzial ihrer Mitarbeiter freisetzen. Das alte Modell hat in unseren modernen, dynamischen Märkten ausgedient - und das neue hat sich glücklicherweise bereits bewährt, es wird von Unternehmen wie Toyota, Aldi oder Dell erfolgreich praktiziert. Diese und andere Beispiele aus der Praxis sind klar das Salz in der Suppe, die der Autor dem Leser serviert. Der von Pfläging propagierte Unternehmenstyp beruht auf einem Menschenbild, das den Einzelnen in seiner Mündigkeit und seinem Potenzial anerkennt. Nicht alles in diesem Buch ist bahnbrechend neu; der Autor greift sowohl auf eigene Arbeiten zum Beyond Budgeting als auch auf Vordenker wie Mintzberg, Peters und Sprenger zurück. Seis drum: Wir legen dieses Buch allen Verantwortlichen in denjenigen Unternehmen ans Herz, die erkannt haben, dass die traditionellen Managementmethoden in unserer komplexen Wissensökonomie an ihre Grenzen stoßen, und die nach besseren Wegen für ein Wirtschaften im 21. Jahrhundert suchen.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es geht um Menschlichkeit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Führen mit flexiblen Zielen: Beyond Budgeting in der Praxis (Gebundene Ausgabe)
Ich bin Unternehmerin und führe eine Agentur mit 12 Mitarbeiterinnen in Düsseldorf. Als Autodidaktin in der Betriebswirtschaftslehre habe ich mich jahrelang mit unverständlicher Literatur über Unternehmensführung herum geschlagen - und viele Versuche in der Unternehmensführung gestartet, die fast alle fehlschlugen. Das Unternehmen wuchs trotzdem - irgendwas hatte ich wohl richtig gemacht. Vor drei Monaten hatte ich durch Zufall über einen Leserbrief Kontakt mit Nils Pfläging. Er empfahl mir sein Buch. Nach jahrelanger Enthaltsamkeit wagte ich mich erneut an ein sogenanntes "Managementbuch" - und war begeistert. Der Titel ist leider etwas trocken. Das Buch ist in großen Teilen sehr viel spannender. Es geht nämlich nicht um das Erstetzen bisheriger Führungsinstrumente - es geht um ganz anderes Denken. Es geht um ein humanistisches Menschenbild, das endlich auch in Unternehmen seinen Platz findet. Die Beispiele sind beeindruckend. Ein ermutigendes und richtig spannendes Buch. Sehr empfehlenswert!!!
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