Der Dalai Lama schreibt zusammen mit einem Unternehmensberater. Gemeinsame Kapitel. Jedoch jeder Abschnitt und Autor durch unterschiedliche Drucktypen identifizierbar. Wie rechte Anschauung, rechtes Handeln oder die Schulung des Geistes zu besserer Unternehmensführung führt. Soweit die Idee.
Der Dalai wird seiner Aufgabe gerecht. Er schildert die einfachen Grundlagen des Buddhismus, die das Ziel haben, Leid zu verringern oder zu verhindern. Dazu hätte man keinen hochausgebildeten Dalai Lama gebraucht -aber gut so, man will ein Thema treiben.
Das Bild des Unternehmensberaters van den Muyzenberg reduziert die Aufgabe der Führung auf das gute Miteinander. Seine Schwäche liegt darin, dass er den Dalai Lama nur verlängernd kommentiert und ein paar isolierte Unternehmensgeschichten beisteuert - er transformiert jedoch nicht. Nicht von Buddhismus in Unternehmenssteuerung, nicht von Buddhismus in Kommunikationssteuerung, nicht in konkrete Konfliktsteuerung bei Sanierung oder Skandalen. Er geht weder auf die tiefen Managementprobleme eines Unternehmers (hier empfehle ich Fredmund Malik, Management, 2007) noch die unternehmerische Wertediskussion ein (hier empfehle ich Ulrich Hemel, Wert und Werte, 2005).
Die Stärke des Buches liegt in einer allgemeinen Diskussion über das Miteinander zwischen Führung und Mitarbeitern oder Kunden. So gesehen versteht man manche überschwengliche Presserezension. Die Schwäche liegt in der mangelnden, tiefen Betrachtung, Reflexion und wohl auch dem Wissen des Unternehmensberaters in bezug auf das komplexe Führungs- und Tagesgeschäft einer Unternehmensleitung. Ansätze hätte es genug gegeben. Denn der Buddhismus denkt in etwas, was wir unternehmerisch "ethische Kybernetik" nennen könnten. Ich empfehle das Buch als grundsätzliche, philosophische Managerlektüre.