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Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Gerhard Roth
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 17,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Ulrich Kühn empfiehlt Gerhard Roths Blick in das menschliche Gehirn als ein Lehrbuch der modernen Hirnforschung. Klar und verständlich geschrieben spanne es einen weiten Bogen über die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens. Kuhn würdigt Roths Forschungsergebnisse, hält aber die Folgerungen über ihre soziale Sprengkraft für übertrieben. Angesichts solcher Folgeschlüsse begrüßt es Kuhn, dass der Interpretationsteil insgesamt kurz ausfällt und sich der Autor stark auf empirische Tatsachen zurückzieht. Zudem kritisiert Kuhn, dass bei Roth Tatsachen nahtlos in Werturteile übergehen, wenn er etwa Begriffe wie 'Pseudoerklärung' oder 'Illusion' verwende als seien sie wissenschaftliche Tatsachen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Wissenschaft-Online

Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen, fasst in seinem neuesten populärwissenschaftlichen Buch das ehrgeizige Ziel ins Auge, mit der interdisziplinären Einbindung von Psychologie, Sozial- und Neurowissenschaften eine tiefgehende Abhandlung über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und damit die Beweggründe unseres Handelns abzuliefern. Im Zentrum der vielschichtigen Auseinandersetzung mit vielen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte aber auch Monate steht nicht zuletzt das Thema der Autonomie des Menschen und die Frage der Willensfreiheit. Die Reise durch unser Gehirn fängt mit den vier großen Schulen der Verhaltenssteuerung, nämlich dem Behaviorismus, der vergleichenden Verhaltensforschung von Lorenz, der Freudschen Psychoanalyse und der Soziobiologie an. Schnell wird klar, dass Roth von seinen Lesern ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer fordert - dies wird aber auch belohnt. In allen Details erklärt Roth wissenschaftliche Theorien sehr anschaulich, und an Beispielen mangelt es äußerst selten. Bewertungen nimmt er am Anfang nur sehr wenige oder teils gar keine vor, dies bleibt nach ausführlicher Diskussion anderer Themen späteren Kapiteln vorbehalten - ein äußerst konsequentes Vorgehen. Vor der wirklichen Diskussion liegt dann ein gerüttelt Maß an Anatomie - keine leichte Kost, eher ein halbes Lehrbuch. Daraufhin wird der Themenkomplex von Gedächtnis und Erinnerung sowie Denken, Intelligenz und Kreativität sehr detailliert abgehandelt. Vor allem in den Kapiteln über Gefühle und Gedankens- und Willensbildung fließen sehr viele neue Erkenntnisse ein, und es wird oft auf noch weiterführende Literatur hingewiesen. Aus den Schlussgedanken über die Willensfreiheit des Menschen wird klar, dass die meisten Philosophen diesem Buch wohl leider nicht allzu viel abgewinnen werden - nach Roth existiert die Willensfreiheit nämlich nur bis zu einem gewissen Grade. Schlussendlich formuliert er noch einige zusammenfassende und provokative Thesen zum Menschen und dessen Gehirn. Nach solch einer unglaublichen Tour de Force muss man sich zuerst eine Pause gönnen, um alles verdauen zu können. Dann bleibt noch Gedankenfutter für viele Stunden übrig, um sich mit den Wundern der Bewusstseinsbildung auseinander zu setzen. Das Buch von Gerhard Roth ist jedenfalls eines der ganz wenigen auf dem heutigen Sachbuchmarkt, das äußerst fundiert und umfassend aus erster Hand über ein Thema informiert. Dies bedingt natürlich, dass es meilenweit davon entfernt ist, eine leichte Bettlektüre zu sein. Wenn auch nach dem Lesen sicher noch sehr vieles offen bleiben muss und die Frage der Willensfreiheit wohl noch viele Generationen an Philosophen und Neurowissenschaftlern beschäftigen wird, so kann man dieses Buch doch wärmstens empfehlen. Das "Eröffnen eines interdisziplinären Diskurses" kann man ihm nur wünschen.

Rezensent: Markus Mathys -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Das Buch des Bremer Hirnforschers bietet Zündstoff genug, für 'tolerante' Gespräche ebenso wie für leidenschaftliche Diskussionen." (Die Zeit)

Kurzbeschreibung

Fühlen, Denken, Handeln ist eine Weiterführung des erfolgreichen Buches Das Gehirn und seine Wirklichkeit und befaßt sich aus Sicht der Hirnforschung mit der Frage, wer oder was in uns unser Verhalten bestimmt. Dargestellt wird, wie Gefühle im Gehirn entstehen und wie sie unser Denken, Erinnern und Handeln beeinflussen. Zugleich wird aufgezeigt, wie sich das Ich und die Persönlichkeit ausbilden und inwieweit Charakter und Persönlichkeit im Erwachsenenalter grundlegend veränderbar sind. Von besonderer Bedeutung ist die Frage, in welchem Maße unser Tun bewußt oder unbewußt gesteuert wird und wir Einsicht in die Antriebe unseres Handelns haben. Ist das Ich "Herr im Hause" und was haben Hirnforschung und experimentelle Psychologie zur Funktion des Willens und zur Willensfreiheit zu sagen?
Ziel des Buches ist es, die Umrisse eines neuro- und kognitionswissenschaftlich begründeten Menschenbildes zu präsentieren, das die Grundlage zu einem offenen und toleranten Gespräch mit den Sozial- und Geisteswissenschaften über das "Wesen des Menschen" bilden kann. Die für die Lektüre wichtigen neurobiologischen Zusammenhänge werden verständlich vermittelt, mit einem philosophie- und begriffsgeschichtlichen Hintergrund versehen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert.

Über den Autor

Gerhard Roth, geboren 1942 in Marburg, ist Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen und Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst. Er veröffentlichte rund 180 Publikationen auf dem Gebiet der experimentellen und theoretischen Neurobiologie und der Neurophilosophie, darunter vier Bücher (u.a. Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt/Main 1994). Sein besonderes Interesse gilt dem interdisziplinären Brückenschlag zwischen den Neurowissenschaften, der Psychologie und den Sozialwissenschaften.
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