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Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Gerhard Roth
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Aus Sicht des Gehirns (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Das Gehirn und seine Wirklichkeit: Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Ulrich Kühn empfiehlt Gerhard Roths Blick in das menschliche Gehirn als ein Lehrbuch der modernen Hirnforschung. Klar und verständlich geschrieben spanne es einen weiten Bogen über die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens. Kuhn würdigt Roths Forschungsergebnisse, hält aber die Folgerungen über ihre soziale Sprengkraft für übertrieben. Angesichts solcher Folgeschlüsse begrüßt es Kuhn, dass der Interpretationsteil insgesamt kurz ausfällt und sich der Autor stark auf empirische Tatsachen zurückzieht. Zudem kritisiert Kuhn, dass bei Roth Tatsachen nahtlos in Werturteile übergehen, wenn er etwa Begriffe wie 'Pseudoerklärung' oder 'Illusion' verwende als seien sie wissenschaftliche Tatsachen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Wissenschaft-Online

Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen, fasst in seinem neuesten populärwissenschaftlichen Buch das ehrgeizige Ziel ins Auge, mit der interdisziplinären Einbindung von Psychologie, Sozial- und Neurowissenschaften eine tiefgehende Abhandlung über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und damit die Beweggründe unseres Handelns abzuliefern. Im Zentrum der vielschichtigen Auseinandersetzung mit vielen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte aber auch Monate steht nicht zuletzt das Thema der Autonomie des Menschen und die Frage der Willensfreiheit. Die Reise durch unser Gehirn fängt mit den vier großen Schulen der Verhaltenssteuerung, nämlich dem Behaviorismus, der vergleichenden Verhaltensforschung von Lorenz, der Freudschen Psychoanalyse und der Soziobiologie an. Schnell wird klar, dass Roth von seinen Lesern ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer fordert - dies wird aber auch belohnt. In allen Details erklärt Roth wissenschaftliche Theorien sehr anschaulich, und an Beispielen mangelt es äußerst selten. Bewertungen nimmt er am Anfang nur sehr wenige oder teils gar keine vor, dies bleibt nach ausführlicher Diskussion anderer Themen späteren Kapiteln vorbehalten - ein äußerst konsequentes Vorgehen. Vor der wirklichen Diskussion liegt dann ein gerüttelt Maß an Anatomie - keine leichte Kost, eher ein halbes Lehrbuch. Daraufhin wird der Themenkomplex von Gedächtnis und Erinnerung sowie Denken, Intelligenz und Kreativität sehr detailliert abgehandelt. Vor allem in den Kapiteln über Gefühle und Gedankens- und Willensbildung fließen sehr viele neue Erkenntnisse ein, und es wird oft auf noch weiterführende Literatur hingewiesen. Aus den Schlussgedanken über die Willensfreiheit des Menschen wird klar, dass die meisten Philosophen diesem Buch wohl leider nicht allzu viel abgewinnen werden - nach Roth existiert die Willensfreiheit nämlich nur bis zu einem gewissen Grade. Schlussendlich formuliert er noch einige zusammenfassende und provokative Thesen zum Menschen und dessen Gehirn. Nach solch einer unglaublichen Tour de Force muss man sich zuerst eine Pause gönnen, um alles verdauen zu können. Dann bleibt noch Gedankenfutter für viele Stunden übrig, um sich mit den Wundern der Bewusstseinsbildung auseinander zu setzen. Das Buch von Gerhard Roth ist jedenfalls eines der ganz wenigen auf dem heutigen Sachbuchmarkt, das äußerst fundiert und umfassend aus erster Hand über ein Thema informiert. Dies bedingt natürlich, dass es meilenweit davon entfernt ist, eine leichte Bettlektüre zu sein. Wenn auch nach dem Lesen sicher noch sehr vieles offen bleiben muss und die Frage der Willensfreiheit wohl noch viele Generationen an Philosophen und Neurowissenschaftlern beschäftigen wird, so kann man dieses Buch doch wärmstens empfehlen. Das "Eröffnen eines interdisziplinären Diskurses" kann man ihm nur wünschen.

Rezensent: Markus Mathys -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



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129 von 147 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Fahrlässiger Umgang mit "Fakten", 20. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Roths Buch ist über weite Strecken eine Zusammenfassung bekannter Befunde; allerdings geht es bei der Darstellung von Befunden auch um die korrekte Wiedergabe. Das ist allerdings bei Roth nicht immer der Fall. Vor allem sein Argument gegen die Willensfreiheit, welches er massgeblich auf die Befunde von Libet und Haggard und Eimer stützt, verdankt sich über weite Strecken einer verkürzten Darstellung der Daten und der eigentlichen Versuchsaufbauten.
Im Prinzip ist es legitim, Befunde "eingefärbt" darzustellen. Allerdings ist es nicht legitim, zu "vergessen", dass man eine sehr einseitige Darstellung der Befunde vorlegt. Eben dies tut Roth im entscheidenden Teil über die Willensfreiheit.
Auch die philosophische Diskussion ist eher dürftig, und zum Teil schlicht historisch falsch (vor allem, wenn Roth auf Kant Bezug nimmt).
Roth scheint grossen Wert darauf zu legen, seine Leser zu überzeugen, und es mag ihm auch bei denjenigen gelingen, die nicht die Ressourcen haben, seine Befunde mit den Originalquellen zu vergleichen. Aber bei wissenschaftlichen Kollegen ist Roths Buch weniger gut angekommen (zB Beckermann, Libet selbst, Heckhausen, Walters, usw.), und das mit gutem Grund.
Fazit: Das Buch ist verführerisch, aber nur deshalb, weil es mit Befunden und Daten sehr nachlässig und selbstdienend umgeht. Es geht nicht darum, viele Menschen zu überzeugen, sondern darum, seriöse Argumente vorzulegen. Das ist in diesem Buch allerdings nur teilweise der Fall, wie jeder selbst überprüfen kann, der sich den Originalquellen zuwendet.
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51 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, 17. März 2002
Der Autor Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bre-men, wird dem von ihm selbst vorgegebenen Anspruch gerecht zu erklären, „wie das Gehirn unser Verhalten steuert“. Auf 489 eng geschriebenen Seiten gibt er einen umfassenden Überblick über folgende Kapitel: Er erklärt die modernen Theorien der Verhaltenssteuerung, beschreibt ihre Geschichte und die gesellschaftlichen Zusam-menhänge, in der diese Theorien entstanden sind. Des weiteren gibt er einen Abriss über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit.
Relativ viel Raum nimmt die Beschreibung der biologischen und vor allem physiolo-gischen Vorgänge im Gehirn ein. Er beschreibt den Aufbau des Gehirns, die rele-vanten Vorgänge und Zusammenhänge, die unser Handeln steuern und ermögli-chen. Im besonderen sind dies die allgemeinen kognitiven und exekutiven Anteile, die Bereiche, die für die Motorik, die Sprache und die kognitiven Funktionen im enge-ren Sinne zuständig sind. In den Abschnitten, in denen die Gedächtnisleistungen des Menschen beschrieben werden und das Denken im allgemeinen erklärt wird, ver-sucht der Autor auch eine Beschreibung der Kreativität in Zusammenhang mit ihren neuronalen Grundlagen.
Ohne sich auf eine „Schule“ festzulegen wird das Bewusste und Unbewusste be-schrieben, beginnend mit den neurobiologischen Zusammenhängen bis hin zu „nicht-physikalischen“ Phänomenen.
Entsprechend dem Titel des Buches kann der Leser sich in das Kapitel Gefühle ver-tiefen, zuerst mit einer Beschreibung der Emotionen bis hin zu einem geschichtlichen und philosophischen Exkurs. Neben der quantitativen Beschreibung der Gefühle werden in einem gesonderten Kapitel „Starke Gefühle“ z.B. Stress und Angst be-schrieben und erklärt.
Im letzten Abschnitt des Buches wird auf das Handeln eingegangen, auch hier wie-der sehr breit die Vorgänge im Gehirn beschrieben, aber auch die Relevanz, die un-ser Handeln von dem der Tiere unterscheidet, nämlich die Willensfreiheit und Auto-nomie.

Hervorzuheben an dem vorliegenden Buch ist seine gute Lesbarkeit. Manche Ab-schnitte sind sogar richtig interessant und spannend beschrieben, andere hingegen für ein Buch, das nicht im engeren Sinne zu den medizinischen oder psychologi-schen Fachbüchern zählt, zu detailliert und damit auch etwas verwirrend. Trotz der inhaltlichen Tiefe bringt es der Autor fertig, in den Kapiteln, in denen es angebracht ist, auch die nötige Breite zu liefern. Er stellt verschiedene Theorien nebeneinander, ohne zu sehr zu werten, und geht auf die geschichtlichen, gesellschaftlichen und philosophischen Zusammenhänge ein.

Das vorliegende Buch ist gerade wegen seiner gelungenen Kombination aus Fach-kompetenz und guter Lesbarkeit nicht nur für Laien oder als Lehrbuch in Schulen geeignet, sondern auch für Fachleute zur Auffrischung ihres Wissens zu empfehlen.

Ronald Herb-Hassler

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59 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Günstiger und erst noch aktueller, 8. Dezember 2003
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fühlen, Denken, Handeln: Wie das Gehirn unser Verhalten steuert (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
Ein grosses Kompliment an Autor und Verlag. Die Taschenbuchausgabe von "Fühlen, Denken, Handeln" ist so vollständig überarbeitet und aktualisiert worden, dass ich auch allen interessierten Besitzern der 2001 erschienenen Hardcover-Ausgabe die Anschaffung empfehle. Die Wissenschaft vom Gehirn ist so im Fluss, dass uns ihre renommiertesten Vertreter fast täglich mit Neuigkeiten überraschen. Und wer wirklich auf dem neusten Stand sein will, kommt am Internet und seinen Newsgroups nicht vorbei. Von Standardwerken oder Bibeln zu sprechen verbietet sich bei diesem Thema. Aber die Publikationen der letzten Jahre haben zumindest gezeigt, welche Autoren etwas zu sagen haben und auch verstanden werden. Zu ihnen gehört zweifelsohne Gerhard Roth.
Die Grundstruktur der Version 2001 wurde zum Glück beibehalten. Es bestand angesichts des überraschenden Erfolges auch kein Handlungsbedarf für grosse Änderungen. Stark überarbeitet wurden aber die wichtigen Kapitel "Das Bewusste und das Unbewusste" und "Starke Gefühle". Die Erkenntnisse der Neurologen sind zum Teil so bahnbrechend, dass sie die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten umkrempeln werden. Damit wächst aber auch die Pflicht der Wissenschaftler, ihren Elfenbeinturm zu verlassen und Übersetzungsarbeit zu leisten. Gerhard Roth macht beides in beispielhafter Weise. Wer die Gelegenheit hat, ihn live zu hören, soll sie ergreifen. Wer sich lieber im Sofa von Neuem überraschen lassen will, soll dieses Taschenbuch kaufen.
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