Frühling, Sommer und dahinter
Gleich der Herbst und dann der Winter
- Ach, verehrteste Mamsell,
Mit dem Leben geht es schnell. ( Wilhelm Busch )
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*Ich schaukelte schläfrig in der wettergegerbten Hängematte am Höhenleitwerk und ließ den lieben Gott einen guten Mann und das klaffende Ozonloch über mir einen bösen Traum sein. Bloß nicht bewegen. Bewegung schadet meiner Figur und meinem Image. Vorne aus dem Flugzeugrumpf drangen schwach ein paar halbherzige Schlafzimmergeräusche an mein Ohr - ansonsten schwieg der Menschen laute Lust.
Ich bin Narziss und Phlegmatiker. Genau in dieser Reihenfolge. Bisweilen bewundere ich die Trägheit und das dicke Fell, mit dem ich vermutlich schon auf die Welt gekommen bin. Meine Eltern wurden nie müde, mir zu predigen, dass ich es mit dieser Kombination nicht weit bringen würde. Andererseits gibt es in meinem Mutterland eine Kaste, die es auf diese Art sehr weit gebracht hat: Bis zur Spitze getrieben haben es diese Zeitgenossen, sind Spezialisten in Sachen Aussitzen und Ämterhäufung, treiben überwiegend in Parlamenten, Aufsichtsräten und Vorständen ihr Unwesen - aber die meisten, die mich kennen, würden meiner Mama recht geben. Zu meinem Glück gibt es auch solche, die mich nicht kennen ...*
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Zum Inhalt: Mark Rytter, überzeugter und bekennender Phlegmatiker, fühlt sich in seiner Hängematte auf dem ausrangierten Flugboot in der Flensburger Förde eigentlich am wohlsten. Doch dann verschwindet ein Kind, dessen Familie er als Gästeführer betreut. Seltsamerweise wollen die Eltern gar nicht so wirklich Hilfe bei der Suche nach dem anscheinend entführten Jungen.
Ein großzügiges Trinkgeld macht Rytter erst so richtig neugierig und er beginnt auf eigene Faust zu suchen - er mutiert zum Detektiv. Die Spur führt zu einer Agentur, die außer Adoptivkindern auch Leihmütter und Drogen vermittelt. Mark Rytter, frisch verliebt in seine Mitbewohnerin Malee Löwenkind, muss sich unverhofft mit biologischer und sozialer Elternschaft auseinandersetzen.
Und dann hängt am Fahnenmast der Do X eines Morgens ein Frauenarm ...
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Fazit: Ein wirklich liebenswerter Roman - sehr lebensnah gezeichnete Charaktere, ein sehr guter Spannungsaufbau, den Humor nicht aus den Augen verlierend, ein guter Plot. Stark ist die Darstellung unschuldiger Menschen, die durch finstere Machenschaften und andere Umstände in Teufels Küche geraten.
Leserherz was willst du mehr? Meine differenzierte Wertung: 4,5 Sterne!
Es grüßt -- Reinhard Busse