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So ist er gerade aus dem vierten Internat geflogen, weil seine schulischen Leistungen in fast allen Fächern ungenügend waren. Zurück in New York steigt er zunächst in einem zwielichtigen Hotel ab, da er sich nicht gleich bei seinen Eltern sehen lassen will. Die nun folgenden Begegnungen und Gespräche mit den verschiedensten Leuten machen seine Sensibilität und seine Gefühlsverwirrung deutlich, die er hinter einer coolen Fassade nur sehr unzureichend zu verstecken vermag und gipfelt schließlich in dem berühmt gewordenen Satz "Ein Pferd ist doch wenigstens menschlich".
Holden träumt von einer einsam gelegenen Blockhütte irgendwo im sonnigen Westen, in der er seine Kinder vor den Erwachsenen verstecken möchte. Doch im Gespräch mit seiner kleinen Schwester Phoebe wird deutlich, daß er nicht weiß, was er mit sich und seinem Leben tatsächlich anfangen soll. Und genau das ist es, was Salingers Roman auch fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen noch so aktuell sein läßt -- denn diesem Problem müssen sich die Heranwachsenden jeder Generation aufs Neue stellen. --Elisabeth Lang -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
117 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Neu übersetzt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
"The Catcher in the Rye" aus dem Jahr 1951 ist ein absolutes Kultbuch. Das hat nicht nur mit dem Buch selbst zu tun, sondern auch mit J. D. Salinger, der um seine Person ein grosses Geheimnis macht und folglich ein grosser Unbekannter ist. Auch ist sein Werk äusserst schmal. Der Fänger im Roggen war lange in der Übersetzung von Muelon/Böll (1954/62) bekannt, die auf einer entschärften englischen Fassung beruhte. Die Neuübersetzung von Eike Schönfeld beruht nun auf der rekonstruierten Originalfassung, die 1995 erschienen ist. Die beiden deutschen Übersetzungen unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Die erste Übersetzung entschärfte das Original völlig und kommt in einem gepflegten Deutsch daher. Die Neuübersetzung ist viel authentischer, da der Text wortwörtlicher übersetzt ist und nicht der Versuch unternommen wird, die Umgangssprache in eine gehobene Schriftsprache zu übertragen. Zudem ist der Wortschatz viel moderner und deftige Worte werden nicht abgeschwächt, sondern behalten ihre Direktheit und Prägnanz. Durch die Neuübersetzung ist mir erst bewusst geworden, dass Holden Caulfield eigentlich ein nerviger Schwätzer ist. In der englischen Fassung kommt ständig die Füllfloskel "and all" vor, die Schönfeld mit "und so" übersetzt, während dessen Muelon/Böll diesen Begriff durchgehend gestrichen haben.Der Ich-Erzähler Holden Caulfield, 17, ist gerade wieder mal von einer edlen Privatschule geflogen, da er dort absolut nichts gemacht hat, ausser aus jugendlichem Trotz zu rebellieren. Er verlässt das Internat schon ein paar Tage früher und hängt dann in New York herum, da seine Eltern nicht frühzeitig von seinem Abflug erfahren sollen. Er irrt ziellos herum und Einsamkeit breitet sich aus. Dabei trifft auf er verschiedenste uninteressante Menschen, die ihn nur nerven. Eigentlich will er nur seine Ruhe, um nachdenken zu können, auf der Suche nach dem ganz eigenen Ich. Dabei ist es unendlich schwierig, seine Rolle in dieser komplizierten Erwachsenenwelt zu definieren. Die Frage nach dem Sinn des Lebens drückt sich auch in der schönen Metapher aus, als Holden einen Taxifahrer fragt, wo die Enten im Central Park eigentlich überwintern, wenn der See zugefroren ist. Der Taxifahrer weiss auf diese "blöde" Frage keine Antwort. Schliesslich muss jeder selbst die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten. Aber da hat Holden ein Problem, so dass er schliesslich auf die Hilfe seiner kleinen und von ihm vergötterten Schwester Phoebe angewiesen ist, die ihn engelhaft auf den richtigen Pfad zurück bringt. Salingers Buch hatte im Übrigen auch einen grossen Einfluss auf spätere Autoren. Christian Krachts "Faserland" ist eigentlich eine Variante des Fängers im Roggen. Auch Silvio Huonders "Übungsheft der Liebe" geht in eine ähnliche Richtung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
61 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Balsam für junge Seelen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Es ist ein Buch für Heranwachsende, daran führt kein Weg vorbei. Man sollte es lesen, solange man sich in der Pubertät befindet, sonst ist es nur noch halb so schön. Zweifellos gehört es zur Weltliteratur und ist zeitlos. Den wirklichen Reiz, das Geniale des Romans versteht der Leser wahrscheinlich am besten, wenn er das Buch als junger Mensch liest, ähnlich wie bei Goethes Werther. Als Erwachsenem ist einem manches peinlich und unangenehm, was man als Jugendlicher dachte und fühlte. Holden Caulfield ist DER Jugendliche schlechthin. Nie zuvor und bislang kein zweites Mal hat es ein Buch geschafft, mich vollständig in den Kopf einer fiktiven Figur hineinzuversetzen. Es ist gerade so, als ob man selbst die Hauptfigur wäre. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, daß jeder Jugendliche ähnliches erlebt, gefühlt und gedacht hat, wie Holden Caulfield. Das erinnert den Leser zum einen daran, daß alle Menschen einerseits sehr ähnlich sind, was wohl eher ernüchternd ist, weil es uns bewußt macht, das wir austauschbar sind und nicht das Zentrum der Welt. Viel stärker wirkt aber das Gefühl der Liebe! Die Liebe für Holden Caulfield und die Menschen, die er auf seiner, eigentlich belanglosen Reise durch New York City trifft und letztlich die Liebe zu uns selbst und den Menschen um uns herum. Das mag nach Geschwafel klingen, verstehen kann man es wohl nur, wenn man das Buch selbst gelesen hat.Am besten liest man es als Jugendlicher, ohne zu viel Hintergrundwissen und auf Englisch! Für alle Leser, deren Leben sich durch den Fänger im Roggen positiv verändert hat und die nun hungrig auf mehr von J.D. Salinger sind, empfehle ich keine weitere Werke des Autors anzurühren. Zum einen sind es nicht viele und deren Qualität ist leider bei weitem nicht so phänomenal wie dieser Klassiker. Das mag bedauerlich sein, aber dieser eine Roman ist mehr wert, als die Tausenden Seiten, die manch anderer Schriftsteller in seinem Leben produziert hat! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Innenwelt eines Schülers im deftigen Stil,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Fänger im Roggen (Taschenbuch)
Warum gehört dieses Buch schon seit ewigen zeiten zur Pflichlektüre des gymnasialen Englischunterrichts? Vor allem aus zwei Gründen: zunächst die umgangssprachliche Einfachheit des Textes, der in der Fremdsprache sicher einfacher zu lesen sein wird als Shakespeare oder James - dann die Story, denn das ganze Buch beschreibt eigentlich nichts anderes als die Innenwelt und die Erlebnisse von Holden Cauwfield, einem pubertierenden Schülers, der einige Tage vor Weihnachten von der Schule geflogen ist und sich nun nicht recht heimtraut und seine Zeit mit Rumhängen, Rendevouz und Saufen vertrödelt. Der alterstypische Lebensüberdruss, der schnelle Wechsel von Euphorie und Depression, die Beliebigkeit der Urteile und die Bekanntschaft mit der rätselhaften Spezies der jungen Mädchen - das ganze emotionale Inventar des Frühadoleszenten bildet dabei das Unterfutter für die durch und durch witzigen Dialoge, der immerhin eines Gott sei Dank völlig abgeht, was die Entwicklungsliteratur sonst oft so schwer erträglich macht: Larmoyanz und Wehleidigkeit. Alles in allem eine Schullektüre, eine Trainingseinheit zur Vorbereitung auf die wirklichen Lektüren und Lektionen des Lebens. Das ist doch auch schon etwas.
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