Nach längerem Lesen der verschiedenen Kritiken zu unterschiedlichen Fallbüchern für Strafrecht BT, entschloss ich mich für dieses Buch. Jedoch bereute ich die Entscheidung umgehend.
Zuerst aber zu den positiven Punkten:
- der Aufbau ist übersichtlich
- anfangs ist eine ausführliche Einleitung zum Arbeiten mit dem Buch und mit Tipps zum Schreiben von Klausuren und Hausarbeiten, welche durchaus hilfreich sind
- die Fälle sind kurz und übersichtlich
nun zu den negativen Punkten:
Hier muss ich etwas weiter ausholen.
Nach dem man den Fall durchgelesen hat, kommt eine erste Lösungsskizze. Diese ist superkurz, es wird immer nur mit (+) und (-) angegeben, ob das jeweilige Merkmal vorliegt oder nicht. Bei dem jeweils problematischen Merkmal werden maximal 3 Zeilen dazu geschrieben, warum es problematisch ist und wie es zu Lösen ist. Etwaige Definitionen muss man suchen. Der Subsumtionsstil wird dabei nicht benutzt. Anschließend folgt eine "ausführlichere" Problembehandlung. Diese empfand ich persönlich als viel zu kurz. Probleme werden nur angerissen, die verschiedenen Meinungen, die es im Strafrecht zum Beispiel beim Betrug ja massenhaft gibt, werden kaum erwähnt, geschweige denn werden irgendwelche Argumente genannt, welche für oder gegen die Meinungen sprechen würden. Wiederum wird an keiner Stelle der Subsumtionsstil beachtet, sondern es wird einfach die Meinung der Autoren hingeschrieben. Dabei dachte ich, dass das Buch näher auf die Probleme eingehen will, das heißt, sie auch erklärt und sich mit ihnen auseinandersetzt! Davon war jedoch keine Spur zu merken. Wirklich tiefe Einblicke konnte man somit in die Problemfelder nicht gewinnen, was ich als äußerst bedauerlich empfinde, weil das ja eigentlich das Hauptanliegen des Buches sein sollte!
Ein weiterer Punkt, der mir persönlich negativ auffiel, aber bestimmt bei einigen anderen Lesern auf Zustimmung treffen würde, ist der Schreibstil. Das ganze Buch ist so geschrieben, als ob ich mich in der Mensa mit Kommilitonen austausche. Dies empfinde ich jedoch für ein solches Buch absolut nicht angemessen. Dieser Schreibstil ließ mich gleich an der Qualität und Vertrauenswürdigkeit des Buches zweifeln. Anderen mag dieser Ton gefallen, ich lehne ihn jedoch ab.
Zum Schluss:
Ich würde das Buch absolut nicht weiterempfehlen. Ich habe es somit auch sofort zurückgeschickt und mir lieber das 40 Probleme Buch von Hillenkamp gekauft. Da stehen alle wesentlichen Meinungen drinne und zwar mit Argumenten und den entsprechenden Vertretern. Zum Üben der Fälle habe ich mir nun noch ein Fallbuch aus der Bibliothek ausgeliehen, um wenigstens ein bisschen in die Subsumtion hineinschauen und Üben zu können.