Kurzbeschreibung
Bei diesem Buch handelt es sich um eine historisch-systematische Untersuchung von Theorien und Praxen sowie den Entwurf eigener Modelle und einer Konzeption des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik.
Die Arbeit ist in drei große Teile gegliedert. Teil I ist eine historisch-systematische Untersuchung von Grundlagen und Begründungen, pädagogischen und didaktischen Aspekten des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik. Dabei werden auch die gegenwärtige Praxis in Reformschulen sowie neuere Lehrpläne und Richtlinien für das Fach Musik berücksichtigt.
Der zweite Teil ist eine Bestandsaufnahme des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik in der Schulpraxis. Ausgewertet werden zunächst alle in der Literaturdatenbank FIS Bildung erfassten Veröffentlichungen zum fächerübergreifenden Unterricht aus den Jahren 1980 bis 2001. Sodann erfolgt eine Analyse von 87 ausgewählten Veröffentlichungen zum fächerübergreifenden Unterricht mit Musik, um bevorzugte Themen, Absichten, Organisationsformen, Veränderungen der Lehrerrolle und Probleme dieser Unterrichtsform zu systematisieren.
Im dritten Teil stellt die Autorin ausführlich vier Unterrichtsmodelle vor, die sie selbst in der Orientierungsstufe und den Sekundarstufen I und II eines Gymnasiums durchgeführt hat. Deren Analyse mündet in eine Konzeption des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik, die ein Planungsmodell für die Praxis enthält. Diese Konzeption wird integriert in ein zukunftsfähiges Konzept von Musikunterricht in der Schule des Lebens und Lernens.
Die Arbeit wird ergänzt durch eine umfassende Bibliographie zum fächerübergreifenden Unterricht mit Musik. Diese Zusammenstellung von theoretischen Texten, Unterrichtsbeispielen und Materialien stellt für die weitere Entwicklung des fächerübergreifenden Unterrichts im Rahmen von Schulreform und Lehrerausbildung sowie Lehrerfort- und -weiterbildung eine notwendige Hilfe dar.
Klappentext
Fächerübergreifender Unterricht hat seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung gewonnen. Aber er ist im fachlich geprägten Schulsystem eigentlich nicht vorgesehen. Das Fach Musik ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich im Fächerkanon der allgemeinbildenden Schule verankert. Eine Legitimation aufgrund der traditionellen fachlichen Inhalte erscheint zunehmend fragwürdig. Die Autorin formuliert daher ihre Ausgangsfrage so: Wie kann das Fach Musik durch die Zusammenarbeit mit anderen Fächern Identität erfahren und gleichzeitig reformpädagogischen Ansprüchen genügen?
Dass das Fach Musik seine Identität nicht in der Beschränkung auf das Fachliche im herkömmlichen Sinne erfährt, sondern gerade in der Weitung der inhaltlichen Perspektive über die künstlichen und historisch zufälligen Fachgrenzen hinaus, und dass fächerübergreifender Unterricht wesentlich mehr ist als eine Form der Unterrichtsorganisation, sondern dass seine Idee vielfältige Motive einer kommunikativen, schülerorientierten und lebensweltbezogenen Pädagogik enthält dies sind die Überzeugungen der Autorin, die sie mit ihrer Untersuchung zu untermauern sucht. Es bleibt aber nicht beim theoretischen Aufweis dieser Grundannahmen. Vielmehr findet auch die Frage nach dem Wie eine Antwort in der Darstellung tatsächlichen Unterrichts mit all seinen Problemen praktischer Realisierung, und in der abschließenden Konstruktion eines Planungsmodells.
Aus den Merkmalen einer Konzeption des fächerübergreifenden Unterrichts mit Musik ergibt sich ein innovatives Konzept für den Musikunterricht in der Schule der Zukunft. Fächerübergreifender Unterricht als Element der Schul- und Unterrichtsreform trägt dazu bei, dass das Fach Musik im Zusammenspiel der Fächer Identität erfährt und somit in der Schule der Zukunft weiterhin Bestand haben wird.