Kurzbeschreibung
Neudruck nach der Originalausgabe aus dem Jahre 1568 (Franckfurt am Mayn: Sigmund Feyerabent) Die Welt des Hans Sachs (1494-1576) ist die Welt, wie sie sich in der schlichten Volksseele eines damaligen Bürgers spiegelte. Er beschreibt alle Stände mit ihren Torheiten und Narrheiten: Geistliche, Bauern, fahrende Schüler, Landsknechte, adlige Herren und Kaufleute, Ärzte, Knechte und Mägde. Auch lässt er es nicht an einem derben Humor fehlen. Jeder Schwank endet mit einer Nutzanwendung sowie mit einem Reim auf seinen Namen. Alle Reime auf die Stände sind in dieser Ausgabe in einzigartiger Weise zusammengefasst. Jeder Stand ist mit einem Holzschnitt von Jost Ammann illustriert.
Über den Autor
Hans Sachs, 5. 11. 1494 Nürnberg - 19. 1. 1576 ebd. Der Sohn eines Schneidermeisters erlernte nach dem Besuch der Lateinschule das Schuhmacherhandwerk, ging von 1511 bis 1516 auf die für Gesellen übliche Wanderschaft und ließ sich dann als Schuhmachermeister nieder. Er konnte dank seines Wohlstands nach 1550 das Handwerk aufgeben und ganz seinen literarischen Interessen leben. In einer 1567 verfassten 'Summa all meiner Gedicht' zog S. Bilanz seiner immensen Produktion von mehr als 6000 Titeln: etwa 4000 Meisterlieder (in 300 verschiedenen Tönen, darunter 13 eigenen), 128 Komödien und Tragödien, 85 Fastnachtsspiele, annähernd 2000 geistliche und weltliche Spruchgedichte (Fabeln, Historien, Schwänke, Gespräche, politische Sprüche usw.). Dazu kommen sechs Prosadialoge, darunter vier Reformationsdialoge aus dem Jahr 1524. Abgesehen von den Liedern und den Prosadialogen verwandte S. durchgehend den vierhebigen Reimpaarvers (Knittelvers). Mit seinen Meisterliedern prägte er den Nürnberger Meistersang, dem er neue Stoffe zuführte (u. a. indem er ihn in den Dienst der Reformation stellte, aber auch dadurch, dass er ihn in größerem Umfang als traditionell üblich weltlichen Themen öffnete).