Produktinformation
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| 1. Burn |
| 2. No River to Take Me Home |
| 3. The Eye of Every Storm |
| 4. Left to Wander |
| 5. Shelter |
| 6. A Season in the Sky |
| 7. Bridges |
| 8. I Can See You |
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Nun, es klingt mal wieder anders und das ist auch gut so. War schon "A Sun That Never Sets" eine Abkehr von nihilistischen Doom-Core Attacken, so setzt "The Eye Of Every Storm" diesen Weg konsequent fort.
Neurosis vertonten früher die Apokalypse. Soundwände, ein Dschungel an Klängen, düstere Visionen und Aggressionen, die sich meist in überlangen Bergen von Songs entluden und zwischendurch mit wunderschönen Ambient-Fragmenten den Hörer zu verwirren wußten. Alles nahe an der Grenze der Verträglichkeit und natürlich auch nur deshalb so genial. Nun. Die meterhohen Soundwände sind, bis auf ein paar Ausnahmen verschwunden, Neurosis sind, was das Soundwriting betrifft, um einiges minimalistischer geworden. Die noisige Apokalypse dringt weniger oft ans Tageslicht. Dafür haben Neurosis an Schönheit gewonnen. Morbider Schönheit, um genau zu sein...
Langsam ... langsamer als jemals zuvor, düster, morbide und wunderschön. Vertonte Melancholie, die zwar immer hart und brutal ist, aber im Vergleich zu Klängen von "Enemy Of The Sun" oder eben der "Times Of Grace" schon fast "weich" wirkt. Der früher vollgestopfte Soundwall aus Doom und Noise, der den Hörer mit schier unglaublicher Intensität einfach erdrückte, ist einem fast schon cleanen Sound gewichen. Anders als früher, "lauert" der Schrecken nun in den Songs, den richtigen Moment abwartend, um den Hörer dann nur noch mehr zu schockieren. Bestes Beispiel dafür ist "Bridges". Baut sich der Song noch mit Klavier, Keyboardteppich, cleanem Gesang und einem dezent monotonen Schlagzeugspiel sehr träumerisch auf, wird ab Minute 5:19 das Konzept völlig abrupt umgeworfen. Man wird vom Refrain erschlagen, der nur mit Gesang und einem ultra-verzerrten Gitarrenriff auskommt. Gänsehaut garantiert!
Diese Momente gibt es zuhauf auf der Scheibe. Der Opener "Burn", beginnt melodisch heavy, ca. ab der Mitte gibts subtile, ruhigere Töne, nur um zum Ende hin nochmals richtig aufzudrehen und dem Titel auch gerecht zu werden. Besser als jemals zuvor wurde so eine Art Klimax in den Songs umgesetzt, allein darauf bedacht, kann man schon fast von einem Konzept Album sprechen. Sänger Steve VonTill verziert "No River To Take Me Home" mit cleanen Vocals, während sich der Song unter melodischer Gitarrenarbeit nach vorne schiebt, immer wieder unterbrochen von atmosphärischen Ruhepausen. Dann zum Finale, kurzzeitige Stille und auf einmal beginnt ein völlig neues, fast schon freundliches, psychedelisches Riffmuster. Wunderschön. Das absolute Highlight ist aber eindeutig der Titeltrack; ein fast zwölfminütig, schwer verdaulicher Brocken, der an immensem Abwechslungsreichtum und druckvoller Intensität zu platzen droht. Immer wieder schieben sich merkwürdige Riffs, himmlische Chöre, atmosphärische Moogs, ein Space Bass und andere Andersartigkeiten in den Song um zu verwirren, gleichzeitig aber auch mitzureißen. Zwischenzeitlich holt er dann praktisch Luft, nur um sich schlußendlich in einem fulminanten Gitarrendonner zu entladen.
"The Eye Of Every Storm" ist das beeindruckenste Metal-Erzeugnis des Jahres 2004.
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