Extremes Debütalbum von 1989 zeigt schon deutlich die Richtung, wohin die Reise einmal gehen wird. Und schon drei Jahre später spielen die Jungs auf dem Zenit ihrer Karriere die meisten Vorbands des "Freddie-Mercury-Tribute-Konzerts" an die Wand.
Das Album ist noch im üblichen Partyhardrock der Endachziger angesiedelt, trotzdem liefert Gitarrist Nuno Bettencourt schon die ersten tollen Groovewalzen (Little Girls, Kid Ego, Mutha). Auch beweisen Extreme bereits in dieser Frühphase, dass sie ein Händchen für großangelegte, epische Balladen haben - man höre und genieße "Rock A Bye Bye".
Lobend erwähnt sei auch die sehr gute Produktion von Reinhold Mack, der mitunter auch diverse Platten von Queen veredelte.
Bleiben noch die Texte: Man weiss nicht, ob man lachen oder heulen soll. Songtitel wie "Mutha (Don`t Want To Go To School Today)", "Little Girls" und "Teacher`s Pet" sollten damals wohl eher Mittelstufenschüler(innen) ansprechen, wirken auf mich mit über 30 Jahren aber natürlich eher albern und etwas peinlich. Besonders dann, wenn die Band ihre bekannt großartigen Backgroundgesänge mit diesem inhaltlichen Mumpitz ("Big Boys Don`t Cry") unterlegt.
Ansonsten haben Extreme bereits mit dieser Scheibe beinahe alles richtig gemacht. Dreieinhalb Sterne, aufgerundet zur 4. So schwach aber auch nur, weil die Nachfolgealben "Pornograffitti" und "3 Sides To Every Story" noch kompakter und geschlossener sind. Und deutlich bessere Texte aufweisen.
Ignorieren Sie also die Lyrics. Wenn Sie das geschafft haben, erwartet Sie eine beachtliche Hardrockscheibe, auf der es viel zu entdecken gibt.