Im Grunde handelt es sich bei "Extreme Rage" (OT: A Man Apart) um einen konventionellen und routinierten Rachefilm, jedoch ist er recht stark umgesetzt, wenn er auch nicht annähernd an vergleichbare Streifen wie "Man on Fire", "Kill Bill", "Revenge" oder "Oldboy" heranreicht, die einfach weit mehr Dimensionen und filmische Genialität aufweisen.
Doch wer Gefallen an solchen Filmen findet, wird mit Sicherheit auch von F. Gary Gray kompromisslosem Actioner begeistert sein. "Extreme Rage" erzählt geradlinig die Geschichte von Sean Vetter (Vin Diesel), einem knallharten, von der Straße stammenden DEA-Drogencop, der gemeinsam mit seinem Freund und Partner Demetrius Hicks (Larenz Tate) den enorm einflussreichen mexikanischen Drogenbaron Memo Lucero hochgehen lässt. Dies hat zur Folge, dass ein neuer unbekannter Baron, der nur als "Diablo" bekannt ist, prompt das weitgefächerte Netzwerk übernimmt und die Tötung von Vetter veranlässt. Dies gelingt nicht, jedoch stirbt bei einem nächtlichen Angriff Vetters Frau. Nicht überraschend geht Vetter nun seinen eigenen Weg, lebt schließlich nach seinem eigenen Gesetz und macht Jagd auf die Mörder seiner Frau.
Die Story ist im Prinzip so konventionell wie nur möglich, es wird ein Klischee nach dem anderen abgearbeitet und die Logik bleibt auch oft auf der Strecke. Dem Zuschauer bleibt zudem nicht viel Zeit in die Beziehung zwischen Vetter und seiner Frau zu investieren. Jedoch ist es der starken Regie von Musikvideoveteran F. Gary Gray (Friday, Set It Off, Verhandlungssache) zu verdanken, dass "Extreme Rage" ein richtig guter Film ist. Der Streifen nimmt stetig mehr und mehr Fahrt auf, ist packend und visuell sehr ansprechend umgesetzt und profitiert vom unbestreitbaren Charisma von Vin Diesel, der hier vielleicht seine beste Leistung ablieferte. Bei diesem Film kommt absolut keine Langeweile auf.
Highlight des Films ist ein brilliant inszenierter Shooutout etwa zur Hälfte der Laufzeit, der wirklich atemberaubend ist und ein wahres Fest für Action-Fans darstellt. Diese überbordende Eskalation der Gewalt kommt zudem sehr überraschend und trifft den Zuschauer wie ein Kanonenschlag. Gray gelingt es hier, die Energie und Anspannung konsequent innerhalb der Szene zu steigen, sodass dem Zuschauer wirklich der Atem stockt und der Puls erhöht wird.
Timothy Olyphant (Stirb langsam 4.0, Scream 2, Go) macht darüber hinaus noch viel Spaß in einer charismatischen Performance als Hollywood-Jack. Er löst ein wenig die Spannung und Ernsthaftigkeit des Films und sorgt für ein paar Lacher, hat jedoch auch eine bedrohliche Seite.
"Extreme Rage" ist somit ein zu empfehlender Vertreter des Rache-Thriller-Genres und Action-Fans absolut ans Herz zu legen.