Um es gleich vorweg zu nehmen. Es handelt sich nicht um einen Nickelback Klone wie Thornley, Default, TOADM und Co.. Aber wer sich für diese Musik begeistern kann, liegt bei Hinder dennoch genau richtig. Es ist definitiv äußerst radiotauglicher Alternativrock, bei dem für Chartplatzierung, wie eben für eine Rockband üblich, die Schmusebaladen herhalten müssen. Die haben aber wunderbare Melodien und gehen richtig ins Ohr. Ich hatte das Vergnügen die Gruppe live am Rock im Park Festival mit meiner Tochter zu genießen. Leider war Hinder die erste Band am Centerstage am ersten Tag weshalb die Gruppe noch das Versuchskaninchen für dem finalen Soundcheck war. Das hat der durchgehend guten Musik keinen Abbruch getan, war aber Schade, da die nachfolgenden Bands bessere Soundvoraussetzungen hatten und man zwangsläufig bedauert, dass so was nicht schon bei Hinder geklappt hat. Verdient hätten es die Jungs allemal. Speziell live auf der Bühne kann die Gruppe im Vergleich zum gutproduzierten Album, vor allem bei den rockigen Songs wie Room 21 (Da beschreibt Mr. Austin Winkler seine Erlebnisse mit einem One Night Stand!) so richtig Gas geben. Das klingt dann rauer als auf dem Album, eignet sich aber besser für den Liveauftritt.
Das Album hat insgesamt keinen Ausfall. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir die Balladen wie Lips of an Angel, By the way, Better then me oder der Midtemposong Get Stoned nicht am besten gefallen. Aber auch die anderen Songs haben ihren Reiz, womit das Album für jeden Fan gepflegter melodischer Rockmusik ein Pflichtkauf sein sollte. Vom Sound würde ich die Gruppe eher 3Doors Down, Staind, Fuel, Velvet Revolver oder eben Aerosmith zuordnen, weshalb mich das Auftreten des Sängers auch etwas an Steven Tyler erinnert. Die Musik ist aber eigenständig genug, weshalb die Band wahrlich keine Kopie der genannten Beispiele ist. Ähnlichkeiten mit der "World Greatest Hairbrush Band" Motley Crüe liegen zum Glück nicht vor.