Sie ist da, die neue CD.
Schon wenn man das Cover öffnet, begrüßt den geneigten Zuhörer eine bunte Illustrierte mit 64 Seiten Klatsch, Tratsch, Werbung und allerlei mehr.
OK, ich hätte an diesem Fleck die CD erwartet, aber die steckt ausnahmsweise mal links.
Auf ihr befinden sich 14 brandneue Tracks -3 Bearbeitungen, 11 (!) Eigenkreationen.
Musikalisch geht es von A wie afrikanischen Gesängen über zum Beispiel B wie Bachs "Air" oder echten Bebop (sauschwer, aber auch saugut) und T wie Techno (kaum zu glauben, aber auch die Technobeats und schrägen "Instrumente" sind gesungen und dann am Computer entsprechend bearbeitet) bis Z wie Zulu- Einwürfe, wobei wir wieder bei den afrikanischen Gesängen wären und der Kreis sich schließt.
Dazwischen werden die unterschiedlichsten musikalischen, wie auch kulturellen Genres und Humorschienen bedient.
Es gibt auf dieser CD nahezu nichts, was es nicht gibt und das macht Maybebop einzigartig.
Warum nicht mal ein klassisches lyrisches Gedicht in Form eines TripHop vertonen?
Warum nicht mal schrullige Eigenarten zu einem tanzbaren Song umarbeiten, der problemlos in jedem angesagten Club gespielt werden kann?
Warum nicht mal ein Goldstück der Klassik in die Neuzeit und auf dem Weg gleich in die Welt des Jazz holen?
Warum nicht mal einen kleinen Hieb auf die Schlagerindustrie ausüben, der wiederum derart sympathisch rüberkommt, dass selbst eine real existierende Person, die sich hier karikiert fühlen könnte, das entsprechende Stück lieben muss?
Konventionen sprengen und mal was Neues ausprobieren.
Das und der authentische und richtig gute Humor ist es, was Maybebop ausmacht und die neue CD ist randvoll damit.
Es gibt viele, die mit dem Begriff "Acapella" nichts anfangen können, oder irgendwann schon mal gehört haben, dass da irgendwer was singt oder so, aber am Ende ist das sowieso voll lahm.
Diese CD wird auch den letzten Zweifler überzeugen, dass zum Einen Acapella richtig "fett" sein und zum Anderen alle Gefühlsebenen ansprechen kann -OHNE dass es peinlich wird.
Zugegeben, auf der Bühne sind viele der Arrangements etwas weniger oppulent, aber es wurde auch in einem Interview (bei Youtube zu sehen) darauf hingewiesen, dass bei einer CD nur der blanke Ton zur Verfügung steht und man da entsprechend das Beste raus holen müsse, während bei einer Liveshow noch optische Attribute den Gesamteindruck unterstreichen können.
Zwar hilft es natürlich, aber man muss wirklich kein Fan sein, um spätestens dann ein Fan zu werden, wenn man diese Platte einmal gehört hat :)