Extinction - The G.M.O. Chronicles
Am Ende der Menschheit... werden nur die Toten überleben.
So lautet der vollständige Titel des Films auf dem Cover. Klingt recht blöd, doch der Film ist durchaus brauchbar.
Ich habe "Extinction" aus der Videothek geliehen. Dass es sich hier um einen deutschen Film handelt, sah ich erst daheim auf meinem Fernseher. Und von da an war ich irgendwie gespannt, was Deutschland nach
Rammbock diesmal im Zombiegenre zu bieten hat. Und ich wurde größtenteils auch nicht enttäuscht. Mal ein kleiner Vergleich...
PRO:
- Szenen aus Köln und der Eifel, Autokennzeichen aus Aachen - das gibt mir Heimatfeeling
- Bild kommt düster und meist farbarm daher - gut für die Atmosphäre
- "teils" gutes Zombiedesign
- Schauspieler meist gut (am deutschen Verhältnis gemessen)
- FSK:18 berechtigt, aber nicht überbrutal
- durchaus spannend
- durchaus innovative Ideen vorhanden, fernab des Zombieklischees (mehr dazu gleich)
- recht lang für einen Zombiefilm (110min)
- keine Dialektsprache wie bei Rammbock (Berlin)
CONTRA:
- diese Länge wird aber teilweise zum Verhängnis
- die innovativen Ideen werden nicht konsequent weitergeführt
- vllt. schon etwas zu viele Ideen, die der Regisseur eingebaut haben wollte
- es gibt einige Längen, die zuviel Spannung aus dem Film nehmen
- "teils" schlechtes Zombiedesign
- zum Ende hin verliert sich der Film leider zunehmend etwas
So und nun nochmal ausführlich:
----ACHTUNG SPOILERGEFAHR!!!----
"Extinction" hat gute Ansätze, um aus den ewigen Zombieklischees auszubrechen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zombiestreifen gibt es hier sowohl langsame als auch schnelle Zombies. Diese spucken eine gelbliche Flüssigkeit/Wolke mit den Erregern der Krankheit. Sie lassen sich auch ohne die obligatorische Gehirnzerstörung töten und stecken die Menschen nicht gleich mit einem Biss an. Wer immun ist, ist immun!
Später kommen dann weitere Zombieversionen hinzu. Hierbei hat es die Filmcrew meiner Meinung nach aber zu gut gemeint. Der "Schreizombie" gefällt mir da noch am besten. Er (bzw. sie) hat keine Augen und erzeugt mit seinem Aussehen und dem Geschrei Spannung. Leider taucht diese Version nur einmal auf und gerät dann wieder in Vergessenheit.
Dann wären da noch die "sehr flinken" Zombies, die auch über Hindernisse springen können und zur größten Gefahr für die Überlebenden werden. Sie in den Film einzubauen ist meines Erachtens nach ja noch gelungen, aber die Masken (sie haben schwarze Gesichter) fand ich dann schon nicht mehr so toll. Dieses Problem übernimmt auch die letzte Variante, der - nennen wir ihn mal - Bosszombie. Der hat ein blaues Gesicht (sieht lächerlich aus) und boxt statt zu beissen - lächerlich!
Hier merkt man, dass weniger doch mehr gewesen wäre. Zu viele Ideen, die nicht konsequent ausgearbeitet und weitergestrickt wurden. So wird der Film zum Ende hin immer schwacher. Es beginnt sich zu ziehen und man bekommt das Gefühl, dass der Film nicht mehr so recht weiß, wo er hin will. Deshalb hat "Extinction" eigentlich nur 3 (1/2) Sterne verdient. Den vollen 4. gibt es von mir deshalb, weil es ein deutscher Film ist, der dann auch noch dank "AC-Kennzeichen" Heimatfeeling mitbringt.
---- Spoiler Ende ----
FAZIT:
Es gibt wenig gute deutsche Filme (aus meiner Sicht), doch dieser hier ist durchaus interessant. Er bringt kleine Innovationen ins Zombiegenre, schafft es aber dann leider nicht, diese auch so gut umzusetzen. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Einen Blick riskieren sollte trotzdem jeder, der Zombiefilme mag und/oder Interesse an der deutschen Filmindustrie zeigt.
Delfman