Ich bin auch Besitzer des originalen OC-E3 von Canon und habe mir diesen Nachbau vor allem gekauft, weil er für Basteleien (Kabelverlängerungen) empfohlen wird und ich das teure Original nicht zerstören wollte. Zunächst gehe ich auf den Nachbau im Auslieferungszustand ein und vergleiche ihn mit dem Original. Im Anschluss gehe ich kurz auf meinen Umbau ein wie ich es in meiner Rezension vom OC-E3 angekündigt habe.
Ersatz vs. Original:
Der Nachbau ist im entspannten Zustand mit ca. 40-50cm (33cm nur Spirale) länger als das Original (30cm, 20cm nur Spirale) und lässt sich mit etwas Gewalt durchaus auf 1,5m auseinander ziehen. Bis ca. 70cm ist es mit tolerierbarer Zugkraft aus meiner Sicht noch verwendbar.
Von der Optik ist der Nachbau kaum vom Original zu unterscheiden und macht einen soliden Eindruck. Die Funktion inkl. E-TTL II ist gegeben. Der Verriegelungshebel funktioniert wie beim Original. Einzig bei der Materialanmutung muss man ein paar Abstriche hinnehmen. Hier fassen sich die Gehäuse und das Kabel nicht ganz so wertig an. Das Kabel scheint labbriger/weicher zu sein. Zieht man es auseinander, so braucht es beim Entspannen etwas, bis es seine ursprüngliche Form zurück hat. Ich würde erwarten, dass es irgendwann ausgeleiert ist.
Verlängerung auf ca. 5m:
Achtung: Beim Verändern des Kabels erlischt die Garantie/Gewährleistung! Alles auf eigene Gefahr! Ich übernehme KEINE Verantwortung und Haftung für Schäden, die am Kabel oder auch an Kamera/Blitz bei unsachgemäßer Durchführung entstehen können! Auch nicht für sonstige Sach-/Personenschäden!
Unter dem Stichwort "OC-E3 verlängern" findet man im Netz viele Ideen zu dem Thema. Häufig werden LAN-Kabel oder PS/2-Verlängerungskabel verwendet, wobei das Spiralkabel nicht immer komplett entfernt, sondern nur durchtrennt und mit entsprechenden Steckern/Buchsen versehen wird. Ich habe mich dazu entschieden das Spiralkabel komplett zu entfernen und durch ein Mikrophon/Diodenkabel (Reichelt "ML 508-5", fünf Adern, Einzelabschirmung, 5m) ohne Steckverbinder zu ersetzen. Neben entsprechendem Werkzeug und Lötstation habe ich noch Lötzinn, Schrumpfschlauch zur Isolation und Sekundenkleber verwendet. Aufgrund der Platzverhältnisse ist es eine ziemliche Fummelei und erfordert entsprechendes Wissen und handwerkliches Geschick! Wer dies nicht hat, sollte vom Umbau Abstand nehmen!
Ich bin grob in folgenden Schritten vorgegangen:
1. Gehäuse aufschrauben, falls vorhanden Schrumpfschlauch-Stücke herunter ziehen (können wieder verwendet werden) und die Adern des Spiralkabels von den Kontaktstellen ablöten. Keine Plastikteile verschmelzen und Position der Adern merken!
Wer aus Platzgründen das Gehäuse mit der Verriegelungsmechanik noch weiter auseinander nehmen möchte: Hier sind mehrere Kleinteile (Stift mit kleiner Feder, Verriegelungsknopf mit kleiner Feder) enthalten. Diese fallen heraus, können verloren gehen und erfordern beim Einsetzen Geduld und Fingerspitzengefühl! Merken, wie es zusammengehört!
2. Knickschutz mit einem kleinen Schlitzschraubendreher durch vorsichtiges Einstechen zwischen Kabel und Knickschutz rings herum lösen und entfernen.
3. Knickschutz auf das neue Kabel schieben; passende Länge abmanteln (ähnlich Spiralkabel); Schirmung von den Adern entfernen und an einer Stelle zusammenführen und verdrillen (ca. Hälfte der Litzen zuvor entfernen, sonst zu dick und steif); Schrumpfschlauch verwenden/aufschieben, da Kurzschlussgefahr!
4. Adern abisolieren und an die bekannten Kontaktpunkte löten (Schrumpfschlauch-Stücke nicht vergessen!). Darauf achten, dass die Farben auf beiden Seiten an die richtige Kontakte gelötet werden (1:1-Verbindung). Schirmung ist die Masseleitung.
5. Falls möglich mit Durchgangsprüfer korrekte Verbindung und Kurzschlussfreiheit prüfen. Funktionstest durchführen.
6. Knickschutz mit einem Tropfen Sekundenkleber fixieren und alles wieder zusammenschrauben (nach fest kommt ab!). Wenn die Schrauben nicht mehr richtig greifen hilft etwas Kleber.
Fazit: Tolles Kabel für einen Umbau. Ca. 2-3h Umbauzeit, die sich für mich gelohnt hat.