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Experten [Gebundene Ausgabe]

Gabriele Goettle , Elisabeth Kmölniger
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 433 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821845465
  • ISBN-13: 978-3821845463
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.485 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Experten Menschen "wie du und ich wären", fällt schwer zu glauben. Hätten sie sonst diesen Titel überhaupt verdient? In den Augen des Laien haftet ihnen etwas Extremes an; denn wer die gesellschaftliche Arbeitsteilung auf die Spitze treibt, gilt zwar als unentbehrlich, doch zugleich ist und bleibt er ein Außenseiter.Gabriele Goettle hat über dreißig Vertreter dieser scheuen Spezies zum Reden gebracht. Man erfährt viel über das eigentümliche Amalgam aus Funktionsweise und Privatleben, das den Experten auszeichnet, aber auch über das Feld, daser beackert und das Pfund, mit dem er wuchert. Den ausgewiesenen Fachmann, dem niemand etwas vormachen kann, gibt es auf allen sozialen Etagen, vom Plasmaphysiker bis zum Kanalarbeiter; und während der Spezialist für die Herstellung von Schneekugeln beinah anachronistisch anmutet, macht sich der Hirnforscher auf den Weg in eine unbekannte Zukunft. Der Bombenentschärfer weiß manches, von dem der Religionsphilosoph keine Ahnung hat, und umgekehrt . Ein Rohrpostmeister wird sich mit einem Topologen nicht leicht verständigen können, und die Ärztin aus dem Schlachthof bewundert vielleicht den Zauberer, der sich seinerseits schwer vorstellen kann, daß ein anderer sein Berufsleben ganz und gar den Maden widmet.Auch gibt es nicht nur in der Linguistik, sondern auch unter den Huren Expertinnen, denen so leicht keiner das Wasser reicht. Berühmte und Unbekannte - Gabriele Goettle hat sie alle besucht und uns Zugang verschafft zu allerhand Geheimwissen, das in den Synapsen unserer Gesellschaft floriert, und zu denen, die es hüten.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Bereits 2500 v. Chr. wandte man in Ägypten zur Präparation tierischer und menschlicher Leichname Mumifizierungstechniken an. Die naturwissenschaftlich orientierte und zu Präsentationszwecken betriebene Präparationskunst begann sich im ausgehenden siebzehnten Jahrhundert in Europa zu entwickeln. Da ihre unbedingte Voraussetzung die Konservierungskunst ist, gehörte zum Studium der Ärzte und Apotheker ein Konservierungskurs. Mit dem Anordnen der Haut nahm man es bis dahin nicht so genau, man stopfte die Tierbälge mit Heu und Stroh prall aus, ohne große Beachtung der Form. In Frankreich wurden erstmals taxidermische Versuche gemacht, mittels eines Gestelles und Draht dem nachgebildeten Tierkörper Natürlichkeit zu verleihen. Bald entwickelten Präparatoren anderer Länder eigene und sich schnell verbessernde Methoden. Die Präparate füllten die königlichen und sonstigen herrschaftlichen Schatzkammern der Sammelwut.
Kuriositätenkabinette und Naturaliensammlungen teilten sich nun den Platz mit Münzen, Mineralien, Kunstgegenständen, anatomischen Raritäten. Im Zeitalter der Aufklärung wandelten sich diese Kabinette und ihr naturkundlicher Bestand dann zu naturkundlichen Museen um, die sich dem zunehmenden öffentlichen Interesse an Naturgeschichte und -wissenschaft anfangs nur sehr spröde öffneten. Besichtigung war lediglich in kleinen Gruppen innerhalb kürzester Zeit möglich. Im achtzehnten Jahrhundert kam es dann durch zahlreiche Expeditionen in alle möglichen Kolonialländer zu einer enormen Vergrößerung der Sammlungen, und auch die Präparationskunst veränderte sich sprunghaft. Die Präparate nahmen plötzlich aggressive Posen an im Moment ihrer Vermassung und Kommerzialisierung ..."

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Selten bekommt man in so kompakter Form so vielfälltige Einblicke in Gebiete die einem sonst verschlossen bleiben. Die Erzählweise ist ausgesprochen angenehm und bleibt nicht hinter dem Inhalt zurück; wird den verschiedenen Personen gerecht. Wichtig ist auch, daß die Authorin vermeidet, auf Vollständigkeit aus zu sein und die Personen etwa zu richten oder zu bewerten. Vielmehr kommen die Personen vor allem selbst zu Wort. Doch, mir hat das Buch sehr interessante Einblicke ermöglicht.
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Homestorys mit Experten 26. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Für die taz hat die Journalistin Gabriele Goettle Porträts von Experten verfasst, die nunmehr auch in Buchform vorliegen.

Eine Einleitung mit allgemeiner Betrachtung über und Definition des Experten gibt es nicht. Goettle kommt direkt zur Sache und schildert in gekonnten Porträts ihre Experten. Ein Experte erscheint dabei als jemand, der sich mit Hingabe und zäher Disziplin einem umgrenzten, teils sehr eng umgrenzten Gebiet widmet und es darin zur Meisterschaft bringt.

Goettle zeigt ein Experten-Panorama auf. Eine ausgewogene Mischung von handwerklich und von akademisch orientierten Experten wird geschildert. Bei letzteren dominieren die Naturwissenschafter (Computerwissenschaftler, Neurologen, Hirnforscher, Mathematiker, Physiker, Parasitologen usw.). Wirtschaftswissenschafter werden nicht porträtiert.

Die meisten Experten trifft Goettle zu Hause in ihrem privaten Umfeld. Viele sprudeln vor Begeisterung über ihr Experten-Gebiet fast über. Auch wenn man nicht immer in allen Details zu folgen vermag, vermitteln sie Einblicke in exotische faszinierende Welten.

Mit wenigen Strichen vermag Goettle die Persönlichkeit, auch die Schrulligkeiten der Experten plastisch zu schildern. Auch Eigentümlichkeiten ihres zu Hause werden wie nebenbei erwähnt, ein Gartenzwerg im Flur des Physikers, der eigentümlich würzige Geruch im Haus des Neurologen. Auch Gemälde, Schreibtischutensilien und Haustiere sind stets einer Erwähnung wert und tragen zum Gesamtbild bei.

Ein lesenswertes Buch über die Buntheit des menschlichen Lebens und die Freuden des Expertentums.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ganz seltsames Buch 7. Oktober 2004
Von Peter Schneider TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Gabrielle Goettle ist Journalistin. Die Geschichten über die Experten, die jetzt in dem Buch veröffentlicht wurden, sind in den vergangenen Jahren in der "taz" = " die tageszeitung" erschienen. Frau Goettle besucht die Experten und Expertinnen zu Hause. Manchmal versteht man als LeserIn gar nicht worin das Expertenhafte besteht. Aber die Autorin beschreibt dann die Experten und führt mit denen Gespräche. Dabei schweift der Blick der Autorin durch deren (der Experten ihre) kleine (kleine weil es ein kleiner Ausschnitt ist) dem Leser geöffnete private Welt. Sie beschreibt dann zum Beispiel das Porzellan am Tisch, oder die Anordnung der Möbel. Solche Dinge. Die Gespräche erreichen hin und wieder eine faszinierende Tiefe. Bei manchen Geschichten wartet man auch auf ein spannendes Ende (das kommt aber meist nicht - es sind ja auch keine fiktiven Gespräche oder fiktive Geschichten sondern wohl Reportagen).
Die ganze Idee, Experten zu besuchen, mit denen zu sprechen und dss zu publizieren ist eine tolle Idee. Die Auswahl der Experten ist wohl rein willkürlich. Es handelt sich hier im übrigen "nur" um lauter deutschsprachige Experten. (Überwiegend aus Berlin, aber auch aus Köln und Wien.)
Ein ganz schönes und spannendes Buch. Fast Philosophisch. Hätte ich doch 5 Sterne geben sollen?
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