Für die taz hat die Journalistin Gabriele Goettle Porträts von Experten verfasst, die nunmehr auch in Buchform vorliegen.
Eine Einleitung mit allgemeiner Betrachtung über und Definition des Experten gibt es nicht. Goettle kommt direkt zur Sache und schildert in gekonnten Porträts ihre Experten. Ein Experte erscheint dabei als jemand, der sich mit Hingabe und zäher Disziplin einem umgrenzten, teils sehr eng umgrenzten Gebiet widmet und es darin zur Meisterschaft bringt.
Goettle zeigt ein Experten-Panorama auf. Eine ausgewogene Mischung von handwerklich und von akademisch orientierten Experten wird geschildert. Bei letzteren dominieren die Naturwissenschafter (Computerwissenschaftler, Neurologen, Hirnforscher, Mathematiker, Physiker, Parasitologen usw.). Wirtschaftswissenschafter werden nicht porträtiert.
Die meisten Experten trifft Goettle zu Hause in ihrem privaten Umfeld. Viele sprudeln vor Begeisterung über ihr Experten-Gebiet fast über. Auch wenn man nicht immer in allen Details zu folgen vermag, vermitteln sie Einblicke in exotische faszinierende Welten.
Mit wenigen Strichen vermag Goettle die Persönlichkeit, auch die Schrulligkeiten der Experten plastisch zu schildern. Auch Eigentümlichkeiten ihres zu Hause werden wie nebenbei erwähnt, ein Gartenzwerg im Flur des Physikers, der eigentümlich würzige Geruch im Haus des Neurologen. Auch Gemälde, Schreibtischutensilien und Haustiere sind stets einer Erwähnung wert und tragen zum Gesamtbild bei.
Ein lesenswertes Buch über die Buntheit des menschlichen Lebens und die Freuden des Expertentums.