Die ehemaligen "Mindcrusher" Falk T. Puschmann und Dennis Schuster haben sich zusammengetan und das Label "Innovative Fiction" gegründet. Mit "Experiment Zero" debütieren sie auch bei pop.de, die damit die Liste der kleineren Label, die sie unter ihre Fittiche nehmen, um einen weiteren Eintrag erhöhen.
Erzählt wird eine Geschichte, die dem Labelnamen durchaus gerecht wird. Auch wenn einzelne Elemente dem Hörer doch schon hier und da mal begegnet sind und insofern das Rad sicherlich nicht neu erfunden wird, sorgt die Geschichte, insbesondere weil ihre Motive lange im Hintergrund bleiben, für anhaltende Spannung. Diese wird mit stets neuen ausweglosen Situationen, in die man den Protagonisten schickt, nochmals deutlich gefüttert.
Auch wenn sich die Herausforderungen wiederholen, in der Art, dass man sich hier wie in einem Computerspiel von Level zu Level hangelt, gelingt es doch immer wieder, diese Sequenzen originell aufzubrechen. Dazu dienen natürlich die diversen Schwierigkeiten die sich dem Probanden 77 in den Weg stellen, aber auch vor allem die allseits gegenwärtige "Aurora", die auch immer mit unterschiedlichen Psychospielchen für Abwechslung sorgt.
Sehr gelungen ist auch das stimmige Paket, mit dem man diese Produktion begleitet. Die Mühe, die man sich mit Trailern und insbesondere den Podcastfolgen, die man im Vorfeld lancierte und die schon ein wenig hinter die Motive blicken lassen, gemacht hat, sind aller Ehren wert. Auch die schöne Idee, den Abspann in die Geschichte einzubinden, ist sehr gelungen.
Als kleine Unschönheit empfand ich nur einige der coolen Sprüche, die zwar an sich recht witzig sind, aber den Spannungsbogen der Handlung jedoch ein wenig torpedieren, da sie dem extremen Bedrohungsszenario etwas zuwiderlaufen.
Die Inszenierung ist sehr gelungen. Die Geschichte wird mit Musik und Sounds sehr dicht und stimmig bepackt. Diese Hintergründe unterstützen die Handlung großartig, sorgen für eine stets präsente und der Handlung angepasste Atmosphäre.
Getragen wird die Geschichte in der Hauptsache von Karin Schulze-Vobach, die als fieses, aber doch auch glaubhaft steril agierendes Softwareprogramm Aurora überzeugt, und Torsten Diakow, der als Dave Thompson eine gute Leistung abliefert, die allerdings mit den oben genannten genannten Schwierigkeiten bei den Sprüchen und den damit verbundenen Lücken in der Glaubwürdigkeit versehen ist.
Insgesamt ist "Experiment Zero" aber ein sehr, sehr ordentlicher Einstand. Eine richtig gute und spannende Geschichte, die zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt. Davon darf es gerne mehr geben!