Zum Einstieg: Eigentlich schätze ich Andreas Kieling als Tier- und Naturfilmer sehr, da er - trotz der manchmal etwas übertriebenen Selbstdarstellung - Tiere aus einzigartigen Perspektiven einzufangen versteht und ein wunderbares Gefühl für die Landschaft vermittelt, in der er sich bewegt. Die hier bewertete DVD hat mich aber in mehrfacher Hinsicht schwer enttäuscht:
1. Das liegt in erster Linie an der völlig irreführenden Aufmachung als Doppel-DVD: Ich hatte mich nach dem Kauf tatsächlich sehr auf zwei von Kielings Alaska-Dokumentationen gefreut. Statt dessen ist aber nur eine der im Lieferumfang enthaltenen DVDs auch wirklich eine Kieling-Dokumentation, noch dazu eine recht kurze (ca. 45 min.). Auf der zweiten DVD befindet sich hingegen eine ultra-kurze Dokumentation (ca. 20 min.) über Bären in Russland irgendwann aus den 1980er Jahren, einschließlich entsprechend verstaubter Präsentation im biederen Pullover, nervtötender musikalischer Untermalung und ganz und gar nicht beeindruckenden Bildern. Vermuteterweise wurde diese vom NDR per Zufall noch in einem verstaubten Kellerarchiv entdeckt und ein kluger Geselle hat sich gedacht: Mensch, da machen wir doch gleich einmal eine Doppel-DVD draus, um ein ganz anderes Produkt zu einem überteuerten Preis verkaufen zu können. In jedem Fall habe ich mich ordentlich geneppt gefühlt - allein deswegen kann es insgesamt auch nicht mehr als einen Stern geben!
2. Außerdem handelt es sich hier leider auch nicht um Kielings besten Film. Vermutlich hat er über die Begeisterung, mit seinem Sohn zusammen diesen Trip zu unternehmen, unterwegs vergessen, dass dies in erster Linie ein Naturfilm werden sollte und dementsprechend kommen die Inhalte Landschaft und Tiere deutlich zu kurz (zur Klarstellung: grundsätzlich stört es mich nicht, dass Kieling seinen Filmen diese persönliche Note verleiht, indem er seine Familien einbindet - aber bitte maßvoll!). Darüber hinaus wirken einige Szenen zwischen Vater und Sohn leider ziemlich gestellt (z.B. die Szene, in der der Sohn beim Grillen von einem Bären überrascht wird - die wäre möglicherweise noch interessant gewesen, hätte man sie in Echtzeit gedreht, aber so offensichtlich nachgespielt wirkt sie leider eher peinlich). Der Filma allein wäre daher, einzeln bewertet, wohl auch nur eher eine schwache drei-Sterne-Leistung.